Alles da – nur keine Führung, die es zulässt. Der Erfolg lässt sich eher trotz als durch die Führung erklären
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Team, die Marken und die inhaltlichen Themen sind durchweg stark. Es gibt viel Expertise, Engagement und ein echtes Interesse daran, gute Ergebnisse zu erzielen. Das Arbeitsumfeld unter Kolleg:innen gehört definitiv zu den größten Stärken.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Entscheidungen wirken in vielen Fällen schwer greifbar, unlogisch und nicht durchgängig an klaren Kriterien oder Ergebnissen ausgerichtet.
Hinzu kommen aufwendige Abstimmungsprozesse und wiederkehrende Korrekturschleifen, die selbst bei kleineren Themen unverhältnismäßig viel Zeit beanspruchen und Fortschritt spürbar verlangsamen. Dadurch bleibt vorhandenes Potenzial häufig ungenutzt, was sich langfristig auch auf die Motivation auswirkt. Diese Punkte sind intern keineswegs neu, sondern werden seit Längerem wahrgenommen und angesprochen. Da die maßgebliche Entscheidungsebene jedoch keinen Veränderungsbedarf sieht, hat sich im Umgang damit eine gewisse Resignation etabliert. Viele arrangieren sich mit den Gegebenheiten und versuchen, bestmöglich darum herum zu arbeiten.
Verbesserungsvorschläge
Ein stärkerer Fokus auf autarke, der Expertise angemessenen, faktenbasierte Entscheidungen und messbare Ergebnisse wäre ein zentraler Hebel. Feedback – sowohl intern als auch von Kundenseite, sollte konsequent in Maßnahmen übersetzt werden, anstatt von individuellen Einschätzungen überlagert zu werden. Zudem könnten klarere Entscheidungsstrukturen und mehr Vertrauen in die fachliche Expertise der Mitarbeitenden Prozesse deutlich effizienter machen. Aktuell entsteht häufig der Eindruck, dass Themen mehrfach und parallel bearbeitet werden müssen, um sowohl formalen Anforderungen als auch tatsächlichen Zielen gerecht zu werden. Das Unternehmen bringt enormes Potenzial und starke Kompetenzen mit, eine konsequent umgesetzte, transparente Führungskultur könnte hier einen erheblichen Unterschied machen. Das Unternehmen ist nicht wegen ihrer Führung so stark, sondern trotz dieser.
Arbeitsatmosphäre
Ich habe mich immer sehr wohl gefühlt. Das Büro könnte moderner ausgestattet sein. Ich empfehle jedem Bewerber sich die letzten 3 Health Checks (Mitarbeiterbefragung) geben zu lassen. Daraus lassen sich gute Erkenntnisse ableiten.
Kommunikation
Im operativen Bereich und unter Kolleg:innen funktioniert die Kommunikation sehr gut – offen, lösungsorientiert und unterstützend. Auf oberster Führungsebene hingegen entsteht häufig der Eindruck, dass persönliche Präferenzen und Beziehungen stärker gewichtet werden als nachvollziehbare Kriterien oder Ergebnisse. Entscheidungen wirken dadurch nicht immer transparent oder faktenbasiert und oft unlogisch.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt ist außergewöhnlich stark. Die gelebten Werte spiegeln sich im Team tatsächlich wider – ein respektvoller, unterstützender Umgang ist klar spürbar. Umso bedauerlicher ist es, wenn diese Kultur nicht konsequent auf allen Ebenen gelebt wird.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich sind die Rahmenbedingungen gut. In der Praxis führen jedoch ineffiziente Prozesse und wiederkehrende Korrekturschleifen dazu, dass Aufgaben unnötig Zeit in Anspruch nehmen. Häufig entstehen Mehrarbeiten, die vermeidbar wären, wenn Entscheidungen klarer und zielgerichteter getroffen würden.
Vorgesetztenverhalten
Nach außen hin wird Wert auf ein positives Miteinander gelegt, Werte wie „keep the ___ out“ werden klar betont. Gleichzeitig entsteht intern der Eindruck, dass persönliche Nähe und individuelle Sympathien und eigene Vorstellungen eine größere Rolle spielen als Leistung, Ergebnisse oder fachliche Argumente. Auch das häufig zitierte Prinzip „Das beste Argument gewinnt“ wirkt in der Praxis relativiert – nämlich dann, wenn es nicht mit der eigenen Meinung übereinstimmt. Das führt zu vielen übergreifenden Frustrationen.
Ergänzend dazu wird der Umgangston auf oberster Führungsebene teilweise als laut und wenig wertschätzend wahrgenommen. In bestimmten Situationen scheint es keine Hemmungen zu geben, auch vor größeren Gruppen emotional oder unangemessen zu reagieren, was als respektlos empfunden wird aber im Interesse aller als gegeben hingenommen wird.
Wichtig zu differenzieren ist innerhalb der GROUP existieren verschiedene Führungsebenen. Diese Kritik bezieht sich ausdrücklich auf die oberste Geschäftsführung. Diese Kritik ist übergreifend bekannt. Andere Führungskräfte, etwa auf Teamlead-Ebene, werden hingegen überwiegend als nahbar, vertrauensvoll und wertschätzend erlebt.


