Viel Potenzial, aber fehlende Strukturen bremsen das Unternehmen aus.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeitsmittel sind auf einem guten Stand. Defekte Geräte werden zeitnah ausgetauscht. Über das Jahr hinweg werden regelmäßig Schulungen in verschiedenen technischen Bereichen angeboten. Potenzial sehe ich in Workshops zur Sozialen Kompetenz und eine wirkliche Umsetzung.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das größte Entwicklungspotenzial liegt in der Schaffung klarer Strukturen – von der Einarbeitung über die Kommunikation bis hin zur Aufgabenverteilung.
Verbesserungsvorschläge
Der wichtigste Schritt wäre eine echte Gesprächskultur mit den Mitarbeitern. Nicht nur ein oberflächliches „Wie läuft's?" im Vorbeigehen, sondern ein strukturiertes Nachfragen: Was genau macht der Mitarbeiter? Wer hat was gezeigt, und war die Einarbeitung ausreichend? Was fehlt noch, um wirklich loslegen zu können? Das kostet wenig Zeit, würde aber viel bewirken.
Darüber hinaus braucht es keine weiteren Prozesse – sondern die Verbesserung der bereits bestehenden. Neue Strukturen helfen nicht, wenn die vorhandenen nicht funktionieren.
Zuletzt sollte die Personalabteilung deutlich aktiver in die einzelnen Niederlassungen eingebunden werden, anstatt nur im Hintergrund zu agieren.
Arbeitsatmosphäre
Die Grundstimmung im Unternehmen ist geprägt von einer pessimistischen Haltung und gegenseitigem Misstrauen. Es entsteht das Gefühl, dass jeder primär seinen eigenen Bereich schützt, anstatt gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Junge Mitarbeiter bleiben nicht lange, weil fehlende Strukturen zu einem gefühlt doppelten Workload führen.
Hunde am Arbeitsplatz sind grundsätzlich erlaubt. Wer damit kein Problem hat, wird es schätzen – für Allergiker oder Nicht-Hundebesitzer kann das jedoch gewöhnungsbedürftig sein.
Image
Das kann ich nicht beurteilen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist schwer pauschal zu bewerten, da die Arbeit projektabhängig an wechselnden Baustellen stattfindet und die Belastung entsprechend variiert.
Karriere/Weiterbildung
Für den operativen Bereich auf der Baustelle gibt es ein breites Schulungsangebot. Für den administrativen Bereich fehlen vergleichbare Weiterbildungsmöglichkeiten hingegen vollständig.
Gehalt/Benefits
Es gibt Sozialleistungen wie Jobticket, betriebliche Altersvorsorge, Dienstausstattung (Handy, Laptop, Auto, Klamotten), weitere Benefits.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Diese Punkt ist schwer pauschal zu beantworten.
Kollegenzusammenhalt
Es fehlt deutlich an Zusammenhalt. Jede Niederlassung, jede Abteilung und jede Person scheint ihre eigene Suppe zu kochen. Der Ansatz zur Verbesserung ist da, aber es fehlt eine mutige Umsetzung. Und die kann nur von oben kommen. Wissen wird bewusst nicht weitergegeben – aus der Angst heraus, den eigenen Job zu verlieren, wenn andere dieselben Aufgaben beherrschen. Eine echte Zusammenarbeit kann so nicht stattfinden.
Umgang mit älteren Kollegen
Hierzu kann ich nichts sagen.
Vorgesetztenverhalten
Jährliche Mitarbeitergespräche finden zwar statt, wirken aber rein performativ. Da die Gespräche meist von Vorgesetzten aus dem technischen Bereich geführt werden, die keinerlei Erfahrung in Personalentwicklung haben, bleibt der Mehrwert aus. Man fragt sich, welche Rolle die Personalabteilung in diesem Prozess eigentlich spielt.
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung ist in Ordnung.
Kommunikation
Der interne Informationsfluss ist kaum vorhanden. Probleme werden eher vertuscht als offen angesprochen – aus Angst vor negativen Reaktionen der Leitung. Eine offene Fehlerkultur fehlt völlig. Bei Fragen kommen häufig herablassende Kommentare, was dazu führt, dass lieber extern nach Hilfe gesucht wird als intern – obwohl Fachkompetenz im eigenen Haus vorhanden ist.
Gleichberechtigung
Das Unternehmen ist auf einem guten Weg. Allerdings fällt auf, dass der Frauenanteil außerhalb der Münchener Niederlassung sehr gering ist – hier besteht noch Nachholbedarf. Langjährige Mitarbeiter nehmen sich mitunter Freiheiten heraus, die sie mit ihrer Betriebszugehörigkeit begründen. Läuft etwas schief, wird die Verantwortung häufig nach unten weitergegeben – neue Mitarbeiter geraten schnell in die Schusslinie.
Interessante Aufgaben
Trotz mehrfacher aktiver Nachfrage wurden keine interessanten oder entwicklungsrelevanten Aufgaben übertragen. Wünsche und Interessen wurden weder aufgegriffen noch irgendwo festgehalten – sie verschwinden kommentarlos.

