Internationales Umfeld mit Potenzial aber steigende Belastung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Flache Hierarchien, ein internationales Arbeitsumfeld und grundsätzlich die Möglichkeit, eigenständig zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Besonders positiv ist der Zusammenhalt unter Kolleg*innen im direkten Arbeitsalltag.
Zudem wird eine offene Fehlerkultur gelebt, in der Fehler angesprochen werden können und in vielen Fällen als Lernmöglichkeit gesehen werden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Mitarbeitende werden zwar regelmäßig nach Feedback gefragt, jedoch werden Verbesserungsvorschläge oft nicht umgesetzt oder es wird sogar in die entgegengesetzte Richtung entschieden (z. B. Reduzierung von Homeoffice-Tagen).
Verbesserungsvorschläge
Weniger Gegeneinander, mehr Zusammenarbeit – auch im Umgang mit dem Betriebsrat. Ein konstruktiver Dialog wäre wichtig, um gemeinsam Lösungen für Mitarbeitende und Unternehmen zu finden.
Zudem sollten Leistungen und Engagement der Mitarbeitenden stärker anerkannt werden. Echtes Eingehen auf Feedback wäre wünschenswert.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung im Unternehmen und auch innerhalb der Abteilungen ist aktuell eher angespannt. In den letzten Monaten haben viele Mitarbeitende das Unternehmen verlassen, wodurch Teams stark verkleinert wurden.
Die Arbeitsbelastung ist entsprechend hoch und steht oft nicht im Verhältnis zur vorhandenen Teamgröße.
Die gesetzten Ziele steigen von Jahr zu Jahr, was grundsätzlich nachvollziehbar ist. In der praktischen Umsetzung entsteht jedoch teilweise der Eindruck, dass diese Zielsteigerungen bei gleichbleibenden personellen Ressourcen erfolgen.
Das bedeutet, dass Teams mit gleicher Größe im Zeitverlauf deutlich höhere Leistungen erbringen sollen. Dies wird im Arbeitsalltag von vielen als zunehmende Belastung wahrgenommen.
Kommunikation
Die interne Kommunikation ist vorhanden (TP-News jede Woche) aber oft zu stark gefiltert. Informationen werden teilweise unübersichtlich oder zeitverzögert weitergegeben. Zudem haben neue Projekte in der internen Kommunikation meist eine hohe Priorität. Nach dem Go-live nimmt die Transparenz jedoch häufig ab, und es folgen nur selten strukturierte Updates oder Rückmeldungen zum weiteren Verlauf.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter Kolleg*innen ist insgesamt sehr gut. Trotz hoher Arbeitsbelastung unterstützen sich viele gegenseitig und tragen zu einem respektvollen Umgang bei.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist eingeschränkt. Durch lange Erreichbarkeitszeiten (ca. 8:00–18:00 Uhr) und dauerhafte telefonische Verfügbarkeit bleibt wenig Raum für konzentriertes Arbeiten oder Flexibilität im Alltag. Überstunden werden in der Regel nicht aktiv gefordert und kommen auch nicht häufig vor.
Früher war die Arbeit stärker von einer gewissen Saisonalität geprägt, mit ruhigeren und intensiveren Phasen.
In den letzten Monaten entsteht jedoch zunehmend der Eindruck einer konstant hohen Auslastung. Dies wird im Arbeitsalltag häufig mit der aktuellen Teamgröße in Verbindung gebracht, wodurch Phasen mit spürbarer Entlastung seltener geworden sind.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Führungskräfte ist unterschiedlich. Teilweise fehlt es an klarer Führungskompetenz oder an einer offenen und transparenten Kommunikation.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind teilweise abwechslungsreich, bestehen aber oft aus wiederkehrenden Tätigkeiten. Mehr Vielfalt führt nicht unbedingt zu Entwicklung, sondern häufig zu zusätzlicher Arbeitsbelastung.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Mitarbeitende sind eher unterrepräsentiert. Im Arbeitsalltag werden sie jedoch respektvoll behandelt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsumgebung ist modern und technisch gut ausgestattet.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
In vielen Prozessen besteht Optimierungspotenzial, z. B. bei unnötigen Versandprozessen oder Ressourcennutzung.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt im Vergleich zur Branche eher im unteren Bereich. Gleichzeitig nimmt die Anzahl der Aufgaben kontinuierlich zu.
Gehaltserhöhungen fallen gering aus (ca. 2 %) und gleichen die steigenden Lebenshaltungskosten nicht aus. Zusätzliche Leistungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld sind nicht vorhanden, und Bonuszahlungen sind nicht verlässlich planbar.
Image
Nach außen wirkt das Unternehmen modern. Intern hängt die Wahrnehmung jedoch stark von der jeweiligen Abteilung ab und fällt nicht immer so positiv aus.
Karriere/Weiterbildung
Weiterentwicklungsmöglichkeiten sind begrenzt. Eigeninitiative wird nicht immer ausreichend unterstützt, und langfristige Perspektiven sind nicht klar erkennbar.
Es stimmt, dass es vereinzelt interne Wechsel zwischen Abteilungen gibt, was grundsätzlich positiv ist. Allerdings betreffen diese Möglichkeiten nur einen kleinen Teil der Mitarbeitenden und sind oft mit langen Wartezeiten verbunden, sodass sie nicht als echte, breit zugängliche Entwicklungsperspektive wahrgenommen werden.


