Stark vom Team abhängig – mit Luft nach oben in Führung und Entwicklung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Moderne Arbeitsumgebung, gute technische Ausstattung und ein angenehmes internationales Team. Besonders positiv war der direkte Zusammenhalt unter Kolleg*innen im Alltag.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Mangel an Entwicklungsmöglichkeiten, geringe Gehaltstransparenz und kaum Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung. Interne Kommunikation ist oft uneinheitlich, und Führungsverantwortung wird nicht immer mit ausreichender Qualifikation verbunden. Langjährige Mitarbeitende werden in ihrer Entwicklung zu wenig gefördert, während neue Mitarbeitende bessere Konditionen erhalten.
Verbesserungsvorschläge
Ein stärkerer Fokus auf transparente Kommunikation, faire Gehaltsentwicklung und echte Weiterbildungsmöglichkeiten wäre wünschenswert. Langjährige Mitarbeitende sollten mehr Anerkennung und Entwicklungschancen erhalten. Zudem wäre es sinnvoll, Führungskompetenz gezielter zu fördern und Beförderungen stärker an tatsächlicher Eignung auszurichten.
Darüber hinaus sollte sich das Unternehmen mit dem Thema Workation auseinandersetzen – als moderner Arbeitgeber ist es heute entscheidend, flexible Arbeitsmodelle auch über Landesgrenzen hinweg rechtlich fundiert zu ermöglichen, um wettbewerbsfähige Talente aus ganz Europa zu gewinnen und zu halten.
Arbeitsatmosphäre
Im direkten Kolleg*innenkreis habe ich ein sehr kollegiales und unterstützendes Miteinander erlebt. Die Zusammenarbeit war geprägt von gegenseitiger Hilfsbereitschaft, Offenheit und einem angenehmen internationalen Teamgeist. Einen kleinen Abzug gibt es dafür, dass das Verhalten einzelner Führungskräfte teilweise als wenig förderlich für ein positives Arbeitsklima empfunden wurde.
Image
Das äußere Erscheinungsbild des Unternehmens wirkt nach außen professionell. Intern hängt der Eindruck stark von der jeweiligen Abteilung ab – in meinem Bereich war die Wahrnehmung eher verhalten.
Work-Life-Balance
Im Vertrieb gleicht der Alltag einem Callcenter: feste Anwesenheitszeiten und ständige Telefonbereitschaft lassen kaum Raum für Flexibilität. Die Vereinbarkeit mit dem Privatleben ist dadurch stark eingeschränkt.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten sind kaum vorhanden. Selbst bei Eigeninitiative werden entsprechende Anfragen häufig mit Ausweichbegründungen abgelehnt. Hier wäre ein stärkeres Engagement seitens der Personalabteilung wünschenswert – insbesondere gegenüber langjährigen Mitarbeitenden oder solchen mit nachweisbaren Erfolgen.
Gehalt/Sozialleistungen
Hier zeigt sich aus meiner Sicht das größte Verbesserungspotenzial. Gehaltsverhandlungen gestalten sich schwierig, und das neue interne Verfahren zur Anpassung wirkt wenig mitarbeiterfreundlich. In Zeiten steigender Lebenshaltungskosten verliert das Gehalt faktisch an Wert, da die Erhöhungen nicht Schritt halten. Bonuszahlungen sind nicht verlässlich planbar, was regelmäßig zu Unsicherheit und Unmut im Team führt – besonders vor Weihnachten und in den umsatzstarken Monaten.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Zum Umwelt- und Sozialengagement des Unternehmens liegen intern kaum Informationen vor. Eine transparente Kommunikation zu diesen Themen findet nicht statt, sodass eine fundierte Bewertung schwerfällt. Die Lieferketten wirken eher global ausgerichtet, was regionale Verantwortung nicht besonders betont erscheinen lässt.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter Kolleg*innen war durchweg positiv. Viele zeigten sich hilfsbereit und ansprechbar, was den Arbeitsalltag erleichtert hat. In besonders arbeitsintensiven Phasen, etwa während der Sommermonate, war die allgemeine Belastung spürbar, was sich gelegentlich auf die Stimmung ausgewirkt hat – insgesamt blieb der Umgang aber respektvoll.
Umgang mit älteren Kollegen
In der Vertriebsabteilung sind ältere Mitarbeitende eher selten anzutreffen. Der Eindruck entsteht, dass tendenziell jüngere Bewerberinnen bevorzugt werden. Die wenigen älteren Kolleginnen, die beschäftigt sind, werden im Alltag respektvoll behandelt.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Führungskräfte variiert stark. Einige Vorgesetzte überzeugten durch fachliche Kompetenz, Führungsstärke und echtes Interesse an der Weiterentwicklung ihres Teams. Gleichzeitig gibt es auch Fälle interner Beförderungen ohne erkennbares Führungstraining, was sich negativ auf Kommunikation, Entscheidungsqualität und Teamdynamik ausgewirkt hat.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsumgebung ist insgesamt modern und angenehm: gut ausgestattete Büros, ergonomische Ausstattung, angenehmes Licht und eine gepflegte Kantine. Auch die technische Ausstattung ist auf dem neuesten Stand. In den Sommermonaten kann es in der Vertriebsabteilung jedoch spürbar warm werden.
Kommunikation
Im späteren Verlauf hat sich die Kommunikation punktuell verbessert. Im Arbeitsalltag unserer Abteilung waren jedoch die hohe Taktung und die komplexen, häufig wechselnden Prozesse eine Herausforderung für einen wirklich effizienten Informationsfluss. Wichtige Inhalte wurden oft verteilt über mehrere E-Mails und Zeiträume kommuniziert, was die Nachvollziehbarkeit erschwert hat.
Gleichberechtigung
Grundsätzlich vorhanden, aber mit Einschränkungen. Neue Mitarbeitende scheinen bei Gehaltsverhandlungen deutlich bessere Karten zu haben, während langjährige Beschäftigte kaum mit spürbaren Anpassungen rechnen können. Auch im Umgang mit Teammitgliedern hängt die Fairness stark von der jeweiligen Führungskraft ab – bei klarer Führung wird Gleichbehandlung gelebt, andernfalls sind persönliche Präferenzen spürbar.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben im Vertrieb wiederholen sich stark und bestehen überwiegend aus standardisierten Kundenanfragen. Wünsche nach Abwechslung führen selten zu fachlicher Weiterentwicklung, sondern eher zur Übernahme ungeliebter Aufgaben anderer Abteilungen – ohne entsprechende Anerkennung.

