What a journey
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Kollegium im direkten Arbeitsumfeld. Im engsten Arbeitskreis kann man sich aufeinander verlassen, unterstützt sich gegenseitig und zieht trotz der strukturellen Schwächen gemeinsam durch.
Verbesserungsvorschläge
Talente erkennen und fördern anstatt diese
Zu kündigen. Oh ich habe so viele gute Talente gehen sehen, die so viel hätten bewegen können wenn man ihnen nicht so viel Steine in den Weg gelegt hätte. Das tut einem in der Seele weh zu sehen. Die retour Kutsche wird kommen
Kommunikation
0/5
Ganz schlimm. Heute so, morgen so. Verlässlichkeit ist hier eher Zufall als System. Informationen bekommt man meist erst dann, wenn es bereits zu spät ist und man die Konsequenzen ohnehin tragen darf.
Umgekehrt wird allerdings höchste Transparenz und sofortige Rückmeldung erwartet. Gibt man nicht rechtzeitig Bescheid oder fehlen angeforderte Informationen, ist sofort Holland in Not. Verantwortung ist dabei klar geregelt: Sie liegt grundsätzlich bei denen, die zuletzt informiert wurden.
Insgesamt eine Kommunikationskultur, die mehr Chaos als Klarheit erzeugt und in der Erwartungen einseitig, aber sehr konsequent verteilt werden.
Kollegenzusammenhalt
Im engsten Kreis war es top! Die waren für mich auch der einzige Anker.
Work-Life-Balance
Soweit gut. Man hat privates gut mit der Arbeit vereinbaren können. Überstunden musste ich nicht wirklich buckeln. Andere Abteilungen taten mir aber zum Teil echt leid..
Vorgesetztenverhalten
Die direkten Vorgesetzten waren durchweg gut. Alles, was darüber hinausgeht, lasse ich bewusst unkommentiert.
Interessante Aufgaben
Ganz nett, aber nichts, womit man sich fachlich weiterentwickeln kann. Die Aufgaben lassen sich gut mit einem Kassierer an der Kasse vergleichen: Man tut jeden Tag das Gleiche, sieht jeden Tag das Gleiche und weiß ziemlich genau, was als Nächstes passiert.
Sobald man das System verstanden hat und sich strikt auf seinen Aufgabenbereich konzentriert, lässt sich die Arbeit routiniert erledigen. Neue Impulse, echte Herausforderungen oder Entwicklungsmöglichkeiten bleiben allerdings aus.
Nichtsdestotrotz wirkt das Unternehmen insgesamt auf dem absteigenden Ast. Perspektiven fehlen nicht nur auf individueller Ebene, sondern auch auf struktureller. Es scheint eher eine Frage der Zeit zu sein, bis die Plattform vollständig an Relevanz verliert
Gleichberechtigung
Schwierig. Da es sich hierbei um ein Polnisches Unternehmen handelt, hat man als „Wessi“ verloren.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich habe es leider miterleben müssen, dass ältere Personen, die neu bei uns angefangen haben, rausgemobbt wurden.
Arbeitsbedingungen
Wer Meetings liebt, wird sich hier sehr schnell zu Hause fühlen. Kaum ein Thema ist so klein, dass es nicht mehrfach, ausführlich und mit immer neuen Teilnehmern besprochen werden könnte. Entscheidungen reifen hier nicht durch Umsetzung, sondern durch konsequentes Wiederholen derselben Diskussionen in immer neuen Runden.
Micro-Management wird dabei als besondere Form der Fürsorge verstanden: Kaum ein Schritt bleibt unbeobachtet, kaum eine Entscheidung unbeeinflusst. Eigenverantwortung ist theoretisch gewünscht, praktisch aber nur dann, wenn sie exakt den bereits vorgegebenen Vorstellungen entspricht.
Positiv hervorzuheben ist die hohe Kommunikationsdichte. Wer sich jemals gefragt hat, wie viel Arbeitszeit man mit Abstimmungen verbringen kann, bekommt hier sehr anschauliche Antworten. Effizienz wird nicht dem Zufall überlassen, sondern sorgfältig durch zusätzliche Meetings abgesichert.
Insgesamt ein spannendes Umfeld für alle, die gerne beschäftigt wirken, während sie darauf warten, dass jemand anderes die finale Entscheidung trifft.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Absolute Katastrophe, zumindest wenn man Umwelt und Sozialbewusstsein nicht nur als Marketingfolie versteht. Unter dem Deckmantel von „Teambuilding“ werden absolut unverhältnismäßig teuere Wine-Tastings in die abgelegensten und schönsten Regionen organisiert. Ach, habe ich vergessen zu erwähnen, dass dies nur den hohen Tieren zusteht? Die Personen müssen natürlich alle eingeflogen werden. Im gleichen Atemzug werden Gehaltsanpassungen abgeschmettert. Wie soll’s auch anders sein. Der ökologische Fußabdruck scheint dabei kein Teil des Konzepts zu sein.
Eine Veranstaltung aus gegenseitigem Schulterklopfen und Speichellecken, Hauptsache man kann später sagen: „Man war da.“ Inhalt, Mehrwert oder nachhaltige Wirkung spielen eine eher untergeordnete Rolle, solange die Kulisse stimmt und sich das Ganze gut in Präsentationen und auf Social Media verwerten lässt.
Soziales Engagement wird vor allem dann ernst genommen, wenn es gut aussieht und keine unbequemen Fragen aufwirft. Kritische Stimmen passen leider nicht ins Bild und werden entsprechend ignoriert oder weichgespült.
Insgesamt ein Arbeitgeber, der Nachhaltigkeit gerne zitiert, aber genau das Gegenteil tut.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist okay, liegt aber wirklich deutlich unter dem Marktwert. Wer glaubt, das ließe sich durch Leistung oder Engagement ausgleichen, wird schnell eines Besseren belehrt. Gehaltsverhandlungen laufen konsequent ins Nichts.
Gespräche werden regelmäßig vertagt mit dem Hinweis, dass „diese oder jene Person noch absegnen muss“. Nach Wochen oder Monaten folgt dann entweder gar nichts oder eine neue Ausrede, die die Verhandlung vertagt.
Sozialleistungen existieren faktisch nicht. Nicht einmal das, was in vielen Unternehmen inzwischen als Mindeststandard gilt. Ein Blick in die Stellenausschreibungen unter den Reiter „Benefits“ lässt sich wie ein schlechter Witz lesen. Ein Obstkorb wäre ein Highlight … wenn es einen geben würde.
Unterm Strich ein Arbeitgeber, bei dem finanzielle Wertschätzung vor allem theoretisch stattfindet.
Image
Den Anschluss an den deutschen Markt hat man gleich mehrfach verpasst. Das merkt man besonders im direkten Kundenkontakt: Gespräche sind oft eher unangenehm, weil man sich regelmäßig anhören muss, wie schlecht diese Osteuropäische Resterampe wird und das nicht ohne Grund.
Nach außen brüstet man sich mit fairen Transportraten für die deutschen Unternehmen. In der Praxis wirkt das eher wie Wunschdenken.
Die Realität sieht anders aus. Die deutschen Unternehmen laufen weg in Scharen und bleiben der Plattform fern!
Für Mitarbeitende ist es entsprechend schwierig, dieses Image glaubwürdig zu vertreten oder gar zu verteidigen. Wer täglich erklären muss, warum das eigene Produkt nicht hält, was es verspricht, verliert irgendwann selbst den Glauben daran.
Karriere/Weiterbildung
Karriereentwicklung ist hier faktisch nicht existent. Stattdessen regiert Vetternwirtschaft in Reinform. Führungs und Spitzenpositionen werden bevorzugt mit Personen besetzt, die irgendwann einmal mit einem „hohen Tier“ von Trans.eu in einem anderen Unternehmen Kaffee getrunken haben. Entsprechend hoch fallen dann auch die Gehälter aus. Völlig losgelöst von tatsächlicher Leistung oder Mehrwert.
Interne Talente haben dabei kaum eine Chance. Egal wie sehr man sich anstrengt, es bleibt ein Kampf gegen Windmühlen. Man dreht sich im Kreis.
Weiterbildung wird zwar gelegentlich erwähnt, bleibt aber ohne Substanz oder nachhaltiges Konzept. Wer sich fachlich oder hierarchisch weiterentwickeln möchte, sollte sich frühzeitig anderweitig orientieren.