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Bewertung

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Moderne Außendarstellung – der Arbeitsalltag fühlt sich deutlich anders an

2,3
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr für dieses Unternehmen in München gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Mehr Vertrauen in eigenverantwortliches Arbeiten und eine Flexibilität, die sich stärker an den tatsächlichen Aufgaben und individuellen Bedürfnissen als an sichtbarer Anwesenheit orientiert.

Feedback aus den Teams sollte früher und ergebnisoffener in Entscheidungen einfließen und nicht erst eingeholt werden, wenn wesentliche Rahmenbedingungen bereits feststehen.

Karrierewege sowie Kriterien für Gehaltsentwicklung, Anerkennung und Beförderungen sollten transparenter und nachvollziehbarer gestaltet werden.

Darüber hinaus wäre es sinnvoll, die starke Fokussierung auf Auslastung, Zeiterfassung und kurzfristige Performance durch mehr Raum für fachliche Entwicklung, nachhaltige Arbeitsbelastung und individuelle Führung zu ergänzen.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre hat sich während meiner Zeit im Unternehmen spürbar verändert. Viele der Werte, mit denen nach außen geworben wird – Flexibilität, Eigenverantwortung und eine moderne Arbeitskultur – habe ich im Arbeitsalltag zunehmend anders erlebt.

Mit der Erhöhung der verpflichtenden Büroanwesenheit auf 50 % sollte laut interner Kommunikation die Zusammenarbeit gestärkt werden. Aus meiner Sicht hat die Regelung jedoch nicht automatisch zu einem besseren Austausch geführt. Gerade in den lauteren Bürobereichen ist konzentriertes Arbeiten teilweise schwieriger als im Homeoffice.

Gleichzeitig entstand bei mir zunehmend der Eindruck, dass sichtbare Anwesenheit und die Teilnahme an gemeinsamen Aktivitäten einen hohen Stellenwert haben. Wer Pausen lieber für sich nutzt oder Berufliches und Privates klarer voneinander trennen möchte, kann sich dadurch schnell weniger zugehörig fühlen.

Image

Das Unternehmen präsentiert sich nach außen jung, modern, flexibel und mit einer ausgeprägten People Culture. Diese Darstellung entsprach meiner persönlichen Erfahrung zuletzt nur noch eingeschränkt.

Insbesondere bei den Themen Vertrauen, Mitgestaltung und gelebte Flexibilität habe ich eine deutliche Diskrepanz zwischen Außenwirkung und tatsächlichem Arbeitsalltag wahrgenommen.

Work-Life-Balance

Positiv hervorzuheben sind die sogenannten „Charging Days“, durch die Mitarbeitende in der Regel alle zwei Wochen einen zusätzlichen freien Tag erhalten.

In meiner eigenen Erfahrung konnte ich diese freien Tage jedoch nicht immer tatsächlich als arbeitsfreie Zeit nutzen. Wenn Vertretungen fehlten oder dringende Kundenthemen anfielen, habe ich auch an Charging Days gearbeitet, da wichtige operative Aufgaben nicht bis zum nächsten Arbeitstag liegen bleiben konnten.

Flexible Arbeitszeiten werden offiziell angeboten. Im kundenbezogenen Arbeitsalltag habe ich die tatsächliche Flexibilität jedoch als begrenzt erlebt, da Kundentermine, kurzfristige Anforderungen und die notwendige Erreichbarkeit den Tagesablauf häufig vorgaben.

Überstunden wurden nicht zusätzlich vergütet. Erfasste Mehrarbeit konnte innerhalb des jeweiligen Zeitraums durch Freizeitausgleich abgebaut werden. Nicht ausgeglichene Stunden wurden nach meiner eigenen Erfahrung beim Wechsel in den Folgemonat im Zeiterfassungssystem auf null zurückgesetzt.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Social Days und gemeinschaftliche Aktionen sind grundsätzlich positiv und bieten Mitarbeitenden die Möglichkeit, sich sozial zu engagieren.

Einige Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit wirkten auf mich jedoch eher punktuell oder symbolisch als Teil einer konsequent gelebten Gesamtstrategie.

Karriere/Weiterbildung

Strukturierte fachliche Weiterbildungsmöglichkeiten waren in meinem Arbeitsalltag kaum vorhanden. Während meiner Beschäftigungszeit wurden mir keine Weiterbildungen angeboten, die mich fachlich oder in meiner weiteren beruflichen Entwicklung wesentlich unterstützt hätten. Eigeninitiative wurde grundsätzlich begrüßt, aufgrund der hohen operativen Auslastung fehlte dafür jedoch häufig die notwendige Zeit.

Mögliche Karrierewege und die Voraussetzungen für den nächsten Entwicklungsschritt waren für mich nicht ausreichend transparent. Welche Kriterien neben der operativen Leistung für Entwicklung oder Beförderung ausschlaggebend sind, war nicht immer klar nachvollziehbar.

Kollegenzusammenhalt

Viele Kolleginnen und Kollegen waren hilfsbereit, engagiert und menschlich angenehm. Innerhalb einzelner Teams war der Zusammenhalt gut und für mich einer der positivsten Aspekte der Arbeit.

Schwieriger empfand ich die Kommunikation über Hierarchieebenen hinweg. Entscheidungen wurden häufig top-down getroffen, während Rückmeldungen aus den Teams aus meiner Sicht nur begrenzten Einfluss auf das Ergebnis hatten.

Vorgesetztenverhalten

Führung habe ich zunehmend als stark kennzahlen- und performanceorientiert erlebt. In regelmäßigen Gesprächen nahmen Themen wie Zielerreichung, Auslastung, Zeiterfassung und operative Ergebnisse einen großen Raum ein. Individuelle Entwicklung, persönliche Belastung und langfristige Perspektiven standen aus meiner Wahrnehmung deutlich seltener im Mittelpunkt.

Den Handlungsspielraum direkter Führungskräfte habe ich teilweise als begrenzt erlebt. Bei Rückfragen oder Kritik wurde mir mehrfach vermittelt, dass bestimmte Entscheidungen von höheren Ebenen vorgegeben seien und auf Teamebene nicht verändert werden könnten.

Dadurch wirkten direkte Führungskräfte häufig eher als Vermittler und Umsetzer bereits getroffener Entscheidungen.

Arbeitsbedingungen

Die technische Grundausstattung ist zeitgemäß. Monitore und Arbeitsgeräte werden bereitgestellt. Die Büroräume sind zentral gelegen und optisch ansprechend gestaltet. Terrassen und Gemeinschaftsbereiche sind ebenfalls ein Pluspunkt.

Gleichzeitig sind Teile der Möblierung sichtbar in die Jahre gekommen. Ergonomisch ausgestattete Arbeitsplätze stehen nur begrenzt zur Verfügung. In einigen Bürobereichen erschwert die hohe Geräuschkulisse konzentriertes Arbeiten.

Kommunikation

Die interne Kommunikation habe ich als stark hierarchisch erlebt. Größere Entscheidungen und Veränderungen wurden teilweise erst kommuniziert, nachdem wesentliche Rahmenbedingungen bereits feststanden. Das führte bei mir wiederholt zu Unsicherheit und zu dem Eindruck, dass Mitarbeitende eher informiert als tatsächlich in Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

Feedback wird zwar eingeholt, für mich war jedoch nicht immer erkennbar, welchen konkreten Einfluss dieses auf Entscheidungen hatte.

Auch im täglichen Austausch lag ein starker Fokus auf KPIs, Auslastung, Zeiterfassung, Kundentickets und Zielerreichung. Diese Themen sind im operativen Geschäft grundsätzlich nachvollziehbar, nahmen aus meiner Sicht jedoch so viel Raum ein, dass zwischenmenschliche Aspekte und individuelle Situationen teilweise in den Hintergrund rückten.

Gehalt/Benefits

Das Gehaltsniveau empfand ich im Vergleich zu ähnlichen Positionen in der Region und Branche als eher niedrig.

Gehaltsanpassungen sind an feste Zeiträume gebunden, wodurch individuelle Leistungsentwicklung, zusätzliche Verantwortung oder Veränderungen der eigenen Rolle aus meiner Sicht nicht immer zeitnah berücksichtigt werden können.

Positiv sind die zusätzlichen freien Tage sowie weitere Benefits, auch wenn deren tatsächlicher Nutzen teilweise von der jeweiligen Arbeitsbelastung abhängt.

Gleichberechtigung

Eine Benachteiligung aufgrund des Geschlechts habe ich persönlich nicht wahrgenommen.

Unabhängig davon hatte ich teilweise den Eindruck, dass persönliche Nähe, Sichtbarkeit und ein gutes Verhältnis zu Entscheidungsträgern Einfluss darauf haben können, wie Mitarbeitende wahrgenommen werden und welche Entwicklungs- oder Gestaltungsmöglichkeiten sich ergeben.

Die Kriterien für Entwicklung, Anerkennung und Beförderungen könnten aus meiner Sicht transparenter und nachvollziehbarer gestaltet werden.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben hängen stark vom jeweiligen Kundenprojekt ab. Einzelne Projekte können abwechslungsreich sein und fachlich interessante Einblicke bieten.

Ein großer Teil des Arbeitsalltags bestand in meiner Erfahrung jedoch aus wiederkehrenden operativen Aufgaben, kurzfristigen Kundenanforderungen und hohem Zeitdruck. Für strategische oder konzeptionelle Arbeit blieb dadurch häufig weniger Raum als erwartet.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.