Fluktuations Box
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es ist mittlerweile sehr leicht zu durchschauen, wie das Unternehmen mit kritik umgeht. Zudem macht die Plattform transparent, dass regelmäßig kritische Beiträge gelöscht werden. Für Bewerber ist das ein eindeutiges Signal und macht die Einordnung des Arbeitgebers erstaunlich einfach.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es ist überaus bedauerlich zu sehen, wie ein eigentlich schönes und vielversprechendes Konzept durch ein mangelhaftes und unprofessionelles People Management letztlich zunichte gemacht wird. Gute Ideen benötigen auch die entsprechende Führung, um erfolgreich getragen zu werden.
Verbesserungsvorschläge
Die hohe Fluktuation im Team spricht leider eine klare Sprache. Die Führungsebene sollte dringend reflektieren, weshalb Mitarbeiter das Unternehmen wieder verlassen wollen. Statt sinnvoller und wertstiftender Aufgaben wird man oft nur mit erdrückender Beschäftigungstherapie auf Trab gehalten.
Zudem sollte dringend hinterfragt werden, warum enorm viel Energie darauf verwendet wird, gegen ehrliche, negative Mitarbeiterbewertungen vorzugehen. Kritische Feedbacks werden systematisch als Unwahrheit dargestellt, sodass Bewertungen immer wieder temporär oder dauerhaft von der Plattform genommen werden müssen. Der Fokus sollte darauf liegen, die Firmenpolitik und die Arbeitsbedingungen aktiv zu verbessern, anstatt lediglich mit hohem Aufwand das Außenbild zu polieren. Nur durch echte Veränderungen lassen sich die zugrundeliegenden Probleme langfristig lösen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich als extrem erdrückend empfunden. Von einer offenen oder vertrauensvollen Kultur ist leider wenig zu spüren. Statt motiviert zu werden, herrscht ein ständiger, ungesunder Druck. Die Stimmung im Team ist durchgehend angespannt, was auf Dauer sehr belastend ist.
Kommunikation
Die Meeting-Kultur habe ich als extrem destruktiv empfunden. Besprechungen wurden von der Führungskraft regelmäßig mit herablassenden Monologen eingeleitet. Ein solcher Umgangston demotiviert das gesamte Team nachhaltig und hinterlässt eine gedrückte Stimmung. Es verfestigte sich bei mir der Eindruck, dass auf der gesamten Führungsebene keinerlei grundlegende Kompetenz oder Ausbildung im Bereich des zeitgemäßen People Managements vorhanden ist.
Work-Life-Balance
Ich habe die Arbeitsstruktur als sehr belasten empfunden, da die Grenzen des Machbaren im Alltag komplett verschwammen. Fehlende Empathie und der daraus resultierende Druck führten bei mir zu einer stetig steigenden Verunsicherung und zu Versagensängsten, sobald es mir gesundheitlich nicht gut ging. Ein gesundes Gleichgewicht war unter diesen Bedingungen für mich nicht realisierbar.
Vorgesetztenverhalten
Meine Erfahrung zeigt, dass man an so isolierten Arbeitsplätzen schnell den Anschluss an moderne Prozesse verpasst. Die tägliche Zusammenarbeit war leider frei von Wertschätzung, dafür geprägt von Lästereien über abwesende Kollegen. Die Arbeitsatmosphäre litt massiv unter dem mangelnden Vertrauensverhältnis zwischen Management und Belegschaft. Anstelle von Rückhalt und Wertschätzung dominierte eine Kultur des Zweifels, in der man sich als Mitarbeiter ständig hinterfragt und unwohl fühlte. Dieses Klima aus Misstrauen und Kontrolle hat mich sehr belastet.
Interessante Aufgaben
Die Einarbeitung und die ersten Projekte wirkten anfangs durchaus spannend und vielversprechend. Im Laufe der Zeit wandelte sich die Priorität jedoch spürbar: Es ging letztlich nur noch darum, Quoten zu erfüllen und die Boxen quantitativ zu füllen. Diese reine Fokussierung auf Masse statt Klasse hat die Arbeit extrem monoton und inhaltlich unbefriedigend gemacht.
Gleichberechtigung
Mein persönlicher Eindruck war, dass nicht alle Mitarbeiter stets gleichbehandelt wurden.
Arbeitsbedingungen
Die technische und strukturelle Ausstattung ist leider nicht mehr zeitgemäß. Es gab keine Möglichkeit für mich auf Homeoffice. Mein Arbeitsplatz vor Ort war zudem in einem kahlen, schlecht isolierten Raum in einem Altbau untergebracht. Das führt dazu, dass man im Sommer direkt am Fenster extremer Hitze ausgesetzt ist, während die Luftqualität insgesamt stark zu wünschen übrig lässt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das nach außen getragene Umweltbewusstsein steht in starkem Kontrast zur Realität vor Ort – für mich ein klassischer Fall von Oberflächlichkeit. Die Unterstützung von sozialen Projekten wirkt wie eine Ablenkung von der Tatsache, dass zum Beispiel auch mit Firmen Zusammengerabeitet wird die Bei Foodwatch regelmässig kritisiert werden durch falsche Marketing versprechen (Bears with Benefits) und schlechten Umweltbilanzen (RedBull).Auch die angeblich nachhaltige Kosmetik sowie die Reinigungsmittel haben sich in der Praxis als reine Augenwischerei herausgestellt. Hier wird Schein über Sein gestellt.
Gehalt/Benefits
In puncto Gehalt und Absicherung besteht dringender Nachholbedarf. Die Bezahlung ist leider nicht branchenüblich und spiegelt den geleisteten Einsatz nicht wider. Gepaart mit einer unterdurchschnittlichen Anzahl an Urlaubstagen und einer altmodischen Präsenzkultur zeigt sich hier eine sehr starre und arbeitnehmerunfreundliche Struktur.
Image
Das zugrundeliegende Konzept hat meiner Wahrnehmung nach am Markt stark an Relevanz verloren und stößt in der Branche kaum noch auf echtes Interesse. Das Angebot wirkt innovationsarm.
Karriere/Weiterbildung
Die Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung sind intern extrem stark limitiert, da nahezu alle relevanten Positionen dauerhaft besetzt sind. Entwicklungsgespräche habe ich als sehr schlecht vorbereitet erlebt. Besonders ineffizient wurde es, wenn die Gespräche im Tandem mit der nächsthöheren Führungsebene stattfanden, diese drifteten dann regelmäßig in endlose, ergebnislose Diskussionen ab, anstatt konkrete Perspektiven aufzuzeigen.