Willkommen im Chaos Club- Image 5 Sterne, Realität Kellerkind
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich konnte einige Kollegen kennenlernen, mit denen es sehr viel Spaß gemacht hat zu arbeiten. Danke dafür!
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich denke, die benannten Punkte spiegeln vieles wider, was ich hier natürlich noch deutlich weiter erläutern könnte. Deswegen ist alles gesagt und die Reise geht weiter.
Verbesserungsvorschläge
Ich möchte hier gar nicht viele Verbesserungsvorschläge einbringen, außer:
Nutzt das Potential eurer Mitarbeiter. Legt den Fokus auf den Betrieb und nicht auf externe Ehrenämter.
Arbeitsatmosphäre
Ich beginne mal mit Meetings: Ein Albtraum, der Kafka neidisch machen würde. 30 Minuten geplant, 1,5 Stunden geliefert- eine Bewährungsprobe für die Nerven. Seitens einer Partei der GF kamen dann oft Themen rein, die so gepasst haben wie ein Kochrezept ins Steuerrecht. Fokus? Weg, zerstört, pulverisiert- jedes mal ein neuer Plot-Twist nur ohne Drehbuch.
Eine positive und offene Fehlerkultur? Es wäre deutlich einfacher, eine Integralrechnung auf einem geweihten Papyrus rückwärts von Aramäisch in Deutsch zu übersetzen und durchzuführen, als die Angst zu überwinden, ein Problem bei der GF ansprechen zu können, ohne dass man durch den Fleischwolf gedreht wird.
Gejagt von Druck und dem Hinterherrennen liegen gelassener Probleme, die seit Jahren von den Protagonisten auf dem Betriebsgelände versteckt wurden; so fühlte sich ein gewöhnlicher Arbeitsalltag an.
Ein tiefer Atemzug auf der Venus, wäre meines Empfindens nach angenehmer.
Kommunikation
Kommunikation? Wenn man den Begriff Kommunikation denn so nennen möchte, wenn wichtige Infos eher über den Buschfunk kursieren als durch klare Ansagen. Man durfte sich meinem Empfinden nach auf vage Andeutungen und ein charmantes Lächeln verlassen, bis man feststellte, dass mündliche Absprachen offenbar mit unsichtbarer Tinte geschrieben wurden, die sich Sekunden später selbst vernichtete.
Wer also ein Fan von Rätselspielen und spontaner Improvisation ist, kommt hier voll auf seine Kosten. Für alle anderen: Nehmt euch einen Detektiv mit ins Team, um die Kommunikationswege zu entschlüsseln.
Kollegenzusammenhalt
Die meisten Kollegen waren nett und über die Arbeit hinaus konnte man sich gut unterhalten und auch Spaß haben. Jedoch merkte man schnell- wir sitzen alle zusammen in diesem sinkenden Boot, welches geradewegs auf einen Wasserfall steuerte.
Der Kollegenzusammenhalt innerhalb des Führungskreis war allerdings die Hölle.
Hier gibt es einige, die es geschafft haben mit Schauspielerischen Fähigkeiten die GF um den Finger zu wickeln.
Ich gehe soweit, dass meines Empfindens nach manch einer hier sogar wirklich bösartig ist und keine Sekunde davor zögert, andere an den Pranger zu stellen.
Sollten das ehemalige Kollegen lesen, wisst ihr genau was ich meine.
Die 1 Sterne Bewertung gilt daher ausschließlich dem Führungskreis und der GF.
Work-Life-Balance
Homeoffice war in meinem Fall, trotz im Arbeitsvertrag geregelt, ein No-Go. Laptops sind ja nur moderne Briefbeschwerer. Dafür durfte man selbstverständlich nach 20:00 Uhr und am Wochenende erreichbar sein- ich überlegte stellenweise, mein Bett in das Büro und den Wecker auf Firma first zu stellen.
Urlaub war ein ferner Traum, drittrangig wie der Bürostaubsauger, Überstunden wie ein Ehrenamt und Wertschätzung war wie Astat- das seltenste Element im Universum.
Vorgesetztenverhalten
Ein echtes Meisterwerk der Führungskunst- das allerdings auf beinahe allen Führungsebenen.
Eine beeindruckende Mischung aus königlicher Unerreichbarkeit und spontanem Gedächtnisverlust bei abgemachten Punkten.
Nicht selten kam es vor, dass Kollegen vor versammelter Mannschaft die "Hosen runterzogen" wurden und man wie ein begossener Pudel davon rennen wollte. Auch mich traf das.
Hier gab es keinerlei konstruktives Feedback, aber wenn, dann in der Kategorie "interpretier das mal selbst".
Die Führungskunst war so vorhersehbar wie ein Würfelwurf- nur eben ohne Chance auf eine 6.
Ich gebe zu, dass versucht wurde/wird, daran zu arbeiten. Allerdings sah ich keinerlei Fortschritt, denn die seit Jahren gewachsenen Strukturen und Positionen sind nicht bereit sich zu verändern.
Interessante Aufgaben
Eine One-Man-Show mit 20 Rollen.
Fachlich kam ich nicht ansatzweise dem Nahe, was festgelegt wurde, geschweige denn wirklich in die vereinbarte Rolle hinein.
Prozesse? Ein schönes Wort das man hier in den Mund nahm, aber keiner wusste wie man es buchstabiert- geschweige denn aufbaut.
Arbeitsprozessoptimierung?
Vielleicht dachten einige das sei eine neue Yoga Übung.
Methoden wie KanBan oder Six Sigma sind Fehlanzeige- hier wurde optimiert, indem man laut "Effizienz!" brüllte und dann weiterwurschtelte.
Das liegt auch daran, dass einfach von vorne herein, kein Grundverständnis über meine Rolle seitens der GF vorhanden war. Dies wurde mir auch über den Buschfunk bestätigt und ich spreche daher über mein Empfinden.
Die Aufgaben waren also nicht interessant, sondern fehlplatziert.
Auch hier komme ich einem Vorredner gleich- man hätte gemeinsam soviel erreichen können.
Potential ist mehr als genug vorhanden.
Gleichberechtigung
Dass aktiv etwas dafür getan wird, sah ich nicht. Darüber gesprochen wurde auch nicht.
Umgang mit älteren Kollegen
Hier kann ich mich einem Vorredner anschließen. Es gibt noch einige ältere Kollegen, ich denke hier hat man einfach abgeschlossen mit der Situation und möchte noch die letzten Jahren überstehen.
Was ich völlig verstehe und den Kollegen weiterhin viel Kraft wünsche.
Arbeitsbedingungen
Ich beginne mal damit, dass ich gar keinen festen Arbeitsplatz lange Zeit hatte.
Und da Homeoffice ja das böse Wort war, das niemand aussprechen durfte, kann sich hier jeder vorstellen wie ich des Öfteren auf eine Odyssee aufbrach, um in einer angenehmen Umgebung mal unbeschwert an einem Meeting teilzunehmen.
Es gab auch gravierende Unterschiede was die Ausstattung anbelangt.
So waren die meisten Büros mit höhenverstellbaren Tischen und Stühlen ausgestattet.
Allerdings gab es für das Proletariat nur sehr spärlich diese Art der Ausstattung. So habe ich als Beispiel meinen Stuhl mehrmals an Kollegen abgegeben die wirklich Probleme hatten und auf anständige ergonomische Möbel angewiesen waren.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beginnend bei der Mülltrennung, die nicht ansatzweise sauber lief, bis hin zum maximalen Papierkrieg und 4 Fach-Ausdrucken unnötiger Unterlagen wurde hier nichts vorangebracht.
Gehalt/Benefits
Über das Gehalt konnte ich mich nicht beklagen.
Jedoch über die Pünktlichkeit, am letzten Arbeitstag, schon. Denn hier ist es einige Male dazu gekommen, dass ich mein Gehalt nicht pünktlich hatte.
Dem fest vereinbarten ersten Urlaubsgeld, durfte ich ebenfalls nachlaufen.
Image
Das Image, ein interessanter Punkt.
Alle Anerkennung an die Kollegin hier, die da wirklich den Zauberstab geschwungen hat und in kurzer Zeit starke Postings, die nach Erfolg und Teamgeist duften, platziert hat. Das war ein gigantischer Boost.
Allerdings, hinter der glitzernden Fassade verbirgt sich eine Realität, die so trostlos ist, dass selbst ein Vergleich mit einem verregneten Montagmorgen in einer Geisterstadt zu freundlich wäre.
Im dichten Nebel lichtet sich dieses vergoldete, wunderschöne Inka-Schiff, aber in der Realität zerreißt Zeus den Himmel und lässt es an den Klippen zerbersten.
Es wird hinter vorgehaltener Hand nichts positives gesprochen.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt nur sehr bedingt und für einen ausgewählten Kreis Chancen auf Weiterbildungen.
Meistens habe ich es so erlebt, das Weiterbildungen verschoben wurden, oder kein "Budget" freigegeben wurde. Siehe hierzu den Punkt Vorgesetztenverhalten.