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Bewertung

Mehrfachbewertung

Nach Außen gute Werbung / im Innern viele Probleme

2,2
Nicht empfohlen
Mehrfachbewertung
Ex-FührungskraftHat bis 2025 im Bereich Forschung / Entwicklung bei TRUMPF SE + Co. KG in Ditzingen gearbeitet und diesen Arbeitgeber mehrfach bewertet. (Mitarbeiter:innen dürfen ihren Arbeitgeber einmal im Jahr bewerten.)

Verbesserungsvorschläge

Wirklich fair handeln. Nicht nur nach Außen wirken sondern wirkliches Interesse an den Mitarbeitern haben. Sich menschlich zu verhalten und nicht nur auf die Zahlen zu schauen. Und Feedback wie dieses hier ernst zu nehmen.

Arbeitsatmosphäre

Seit den Coronajahren war die Arbeitsatmosphäre geprägt von Kontrolle und Misstrauen. Als Führungskraft wurde man angehalten, den Mitarbeitern auf den Füßen zu stehen und am besten viele Vorgaben zu machen. Die Ziele dahinter waren unrealistisch und nicht zu erreichen. Den hochausgebildeten Mitarbeitern sollte man kein Vertrauen schenken. Als Führungskraft bekam man Druck von oben. Endlose Diskussionen. Wenig Doing. Hauptsache man "managed" etwas.

Image

Ich würde sagen, dass das Image nach Außen sehr gut ist. Die Mitarbeiter reden aber nixht gut über TRUMPF, da sie es täglich anders erleben. Es wird viel von Chancengleichheit und Flexibilität gesprochen, aber spüren konnte man Misstrauen und Druck.

Work-Life-Balance

Nach Außen hat man alle Freiheiten. Aber wir wurden angehalten eine Anwesenheitsquote einzuführen und zu kontrollieren. Die Arbeiten der Mitarbeiter wurden streng verfolgt. Wer im Home Office war, dem wurde nachgesagt, er arbeitet nicht. Man strich die Dinge nicht offiziell, aber intern wurde es reglementiert.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Hier macht TRUMPF einiges. Das Ansehen nach Außen ist ja extrem wichtig für da

Karriere/Weiterbildung

Sowohl für mich als auch für meine Mitarbeiter war es schwierig einen Plan für die Entwicklung zu erstellen. Man muss Glück haben, dass die richtige Stelle zur richtigen Zeit frei wird und dass man dann einen Befürworter hat.

Kollegenzusammenhalt

Ich denke, dass es normal ist, dass je mehr Druck und Misstrauen vorherrscht desto enger wächst man mit den direkten Kollegen zusammen. Daher war das nähere Umfeld oft der sichere Hafen.

Vorgesetztenverhalten

Ich kam mir sehr manipuliert vor. Man wusste genau, dass teils nicht die ganze Wahrheit erzählt wurde und man mit der hidden Agenda zu einem bestimmten Verhalten "erzogen" wurde. Ich spürte die Machtkämpfe der oberen Führungskräfte vor allem nun in der Krise stark. Ich hatte das Gefühl aufpassen zu müssen, was ich mit wem spreche. Dennoch dachte ich bis zu meiner Entlassung, dass meine Führungskraft und ich ein gutes Verhältnis gehabt hätten.

Arbeitsbedingungen

Es war standardmäßig wie in einem Großraumbüro anzunehmen. Wenn man beliebt war bei den Führungskräften bekam man auch mal mehr. Das spürten die Mitarbeiter natürlich.

Kommunikation

Ganz viel wussten die Führungskräfte bereits. Den Mitarbeitern gegenüber wurden oft Falschinformationen weitergegeben, nur um sie ruhig zu halten. Die hidden Agenda wurde immer länger und man musste aufpassen wem man was sagt. Der Flurfunk war dennoch oftmals schneller.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt war sehr gut. Ich denke, das hält viele bei TRUMPF. MMich hat es sicherlich auch lange ruhig gestellt, sodass ich lange blieb und über die Punkte, die mich störten hinwegsah.

Gleichberechtigung

Wenn es keinen Stern gäbe würde ich diesen vergeben. Bei der Entlassungswelle 2025 wurden einige Frauen - mit allein sind schon 7 bekannt - in ihrer Elternzeit vor die Wahl gesetzt worden, ob sie den Aufhebungsvertrag annehmen oder direkt am ersten Tag ihrer Elternzeitrückkehr betriebsbedingt gekündigt werden wollen. Der zugrundeliegende Sozialplan konnte nur gerichtlich eingefordert werden. Alles war geheim und intransparent. Es stand bis zum Himmel. Ich nahm nach einer Rechtsberatung den Aufhebungsvertrag an, bin aber zutiefst enttäuscht von dem Verhalten. Nach Außen stellt sich TRUMPF so frauenfördernd da und auch familiengerecht. Das ist bei weitem nicht so. Das war und ist unter jedem Niveau bei TRUMPF.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben an sich waren sehr interessant und ich konnte auch Einfluss auf die mir wichtigen Bereiche nehmen. In der Krise wurde vieles hinterfragt und überdacht. Das war sicherlich gut und brachte auch Fokus mit sich. Wie man so etwas angeht und kommuniziert sollte besser verlaufen.

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Arbeitgeber-Kommentar

Liebe ehemalige Mitarbeiterin, lieber ehemalige Mitarbeiter,

vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für eine ausführliche Bewertung genommen haben. Ich möchte vorwegnehmen, dass wir jegliches Feedback sehr ernst nehmen und überlegen, welche Handlungsempfehlungen wir daraus ableiten können.

Es freut uns, dass Sie während Ihrer Zeit bei TRUMPF ein gutes Verhältnis zu den Kolleginnen und Kollegen aus Ihrem engeren Umfeld hatten, interessanten Aufgaben nachgehen konnten und mit Ihrem Gehalt zufrieden waren.

Im Folgenden möchte ich auf Ihre Kritikpunkte eingehen:

Die anhaltende schwierige globale Konjunktur und die damit einhergehenden unischeren wirtschaftlichen Bedingungen führten im Sommer 2025 zu der Entscheidung über den Abbau von Stellen. Diese Entscheidung ist uns keineswegs leichtgefallen, vor allem da wir uns bewusst sind, dass hinter jeder Stelle ein Mensch steht. Die eingeleiteten Maßnahmen wurden daher wohlüberlegt und in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat getroffen, was zu Erarbeitung von Abfindungsangeboten führte.

Dabei stand im Vordergrund keine Gruppe explizit zu bevorzugen oder zu benachteiligen. Ausgangspunkt war hier die Aufgabe, die in Verbindung mit einer jeweiligen Stelle stand. Somit betrafen die definierten Strukturmaßnahmen weitestgehend alle Bereiche und führten dazu, dass ganz unterschiedliche Personen von dem Stellenwegfall betroffen waren, darunter auch die von Ihnen angesprochenen Mütter sowie Väter in Elternzeit.

Für alle vom Abbau betroffenen Stellen wurde eine Sozialauswahl nach den höchstrichterlich anerkannten Regeln vorgenommen. Dies umfasste die Nutzung eines vom Bundesarbeitsgericht anerkannten Punkteschemas, welches die individuelle soziale Schutzwürdigkeit der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vergleicht. Eine Einsichtnahme in den Sozialplan haben wir selbstverständlich ermöglicht; Dokumente mit solch sensiblen Daten verschicken wir grundsätzlich nicht.

An dieser Stelle möchten wir betonen, dass unsere Grundposition, auch in Zeiten des notwendigen Personalabbaus, unverändert bleibt. Wir stehen fest zu unseren Werten und unserer sozialen Verantwortung. Die Förderung von Gleichstellung und familienfreundlichen Arbeitsbedingungen ist für uns eine klare Priorität.

Was das Thema mobiles Arbeiten bzw. Anwesenheit betrifft, möchten wir betonen, dass wir keine starre Anwesenheitsquote bei TRUMPF haben. In allen Bereichen, in denen es die Arbeitsaufgabe zulässt, bieten wir mobiles Arbeiten für eine gute Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben an. Dabei erfolgt mobiles Arbeiten immer in Abstimmung mit dem Team und dem jeweiligen Vorgesetzten. Für das Arbeiten im Team halten wir regelmäßige Treffen in Präsenz für wichtig.

„Trusting in brave ideas.“ ist unser Arbeitgeberversprechen an unsere über 17.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit. Vertrauen ist somit ein zentraler Baustein in der Unternehmenskultur bei TRUMPF. Ihr Eindruck überrascht mich daher und wir bedauern, dass Sie andere Erfahrungen gemacht haben.

Mit freundlichen Grüßen
Franziska Sigle

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