Spannende Produkte und tolle Kollegen – aber zu viel Kontrolle und Bürokratie
Gut am Arbeitgeber finde ich
Besonders positiv sind die Kolleginnen und Kollegen sowie der gegenseitige fachliche und persönliche Zusammenhalt. Die Zusammenarbeit macht Spaß, und bei schwierigen Aufgaben findet sich meistens jemand, der unkompliziert unterstützt. Darüber hinaus sind die Produkte grundsätzlich spannend und innovativ. Auch die sehr gute Kantine ist positiv hervorzuheben.
Verbesserungsvorschläge
Den Mitarbeitenden sollte wieder mehr Vertrauen entgegengebracht und ihnen mehr Entscheidungsfreiheit eingeräumt werden. Übermäßige Kontrolle und bürokratische Vorgaben verhindern Kreativität, Eigeninitiative und effizientes Arbeiten.
Entscheidungen und Ziele sollten transparent, nachvollziehbar und rechtzeitig kommuniziert werden.
Führungskräfte sollten besser darin geschult werden, sachlich und respektvoll zu kommunizieren, konstruktiv mit Kritik umzugehen und den Zusammenhalt innerhalb der Teams zu fördern.
Die versprochene Work-Life-Balance und Familienfreundlichkeit sollten auch im Arbeitsalltag umgesetzt werden.
Vor allem sollte das Unternehmen dafür sorgen, dass die nach außen kommunizierten sozialen Werte auch intern wieder spürbar und glaubwürdig gelebt werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Führung scheint den Mitarbeitenden nur wenig Vertrauen entgegenzubringen. Nahezu jeder Arbeitsschritt muss dokumentiert werden. Mittlerweile beschäftigt man sich teilweise intensiver mit der Frage, auf welches PSP-Element eine Tätigkeit gebucht werden soll, als mit der eigentlichen Lösung der Aufgabe.
Ich habe Meetings erlebt, in denen über eine Aufgabe mit einem geschätzten Aufwand von vier Stunden ausführlich mit zwei Teamleitern und einem Abteilungsleiter diskutiert wurde – wohlgemerkt innerhalb derselben Abteilung. Scrum wird zwar offiziell eingesetzt, in der Praxis jedoch stark mit klassischen Projektplänen und Meilensteinen verbunden. Eigeninitiative ist aus meiner Sicht nur begrenzt erwünscht und scheint vor allem auf Führungsebene akzeptiert zu werden.
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Starke Außendarstellung, ernüchternde Realität
Work-Life-Balance
Auf der Unternehmenswebsite wird damit geworben, die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Leider muss man bei der Bewertung mindestens einen Stern vergeben – für die tatsächliche Work-Life-Balance bei TRUMPF ist selbst ein Stern aus meiner Sicht noch übertrieben.
Während der Kurzarbeit und beim RAZ-Abbau wird auf bestehende Fehlzeiten keine ausreichende Rücksicht genommen. Ich habe häufig erlebt, dass sich Kolleginnen und Kollegen ausgestempelt und anschließend weitergearbeitet haben.
Auf der Website präsentiert sich TRUMPF als kinderfreundliches Unternehmen. In der Praxis bekommt man jedoch schnell Probleme, wenn die Kinder einmal krank werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Soziales Bewusstsein war im Unternehmen früher durchaus vorhanden. Heute ist davon in der gelebten Unternehmenskultur leider kaum noch etwas zu erkennen.
Karriere/Weiterbildung
Die Karrieremöglichkeiten innerhalb der IT sind aus meiner Sicht stark eingeschränkt. Die IT wird im Unternehmen vor allem als Kostenfaktor und weniger als strategischer Partner wahrgenommen und entsprechend behandelt.
Auch bei den Führungsstrukturen bestehen deutliche Unterschiede zu den Fachbereichen: Dort kann man teilweise bereits mit drei oder vier Mitarbeitenden Abteilungsleiter werden. In der IT übernimmt man bei einer vergleichbaren Teamgröße hingegen lediglich die Rolle eines Teamleiters – häufig ohne Personalverantwortung.
Personalverantwortung erhält man in der IT in der Regel erst als Gruppenleiter, dem wiederum drei oder vier Teamleiter unterstellt sind. Zum Abteilungsleiter wird man erst, wenn man mehrere Gruppenleiter führt. Zum damaligen Zeitpunkt gab es im gesamten IT-Bereich lediglich vier Abteilungsleiter.
Dadurch wird eine vergleichbare Führungsverantwortung in der IT organisatorisch niedriger eingeordnet als in manchen Fachbereichen. Die Anzahl höherer Führungspositionen ist entsprechend gering, wodurch die klassischen Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der IT stark begrenzt sind.
Kollegenzusammenhalt
Die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen macht Spaß. Bei fachlichen Aufgaben erhält man in der Regel Unterstützung und Hilfe. Häufig erfolgt diese Unterstützung allerdings informell, ohne dass dafür zunächst ein PSP-Element oder ein Jira-Ticket angelegt wird. Die TRUMPF-Mitarbeitenden werden wissen, was damit gemeint ist.
Aus meiner Sicht entwickelt sich die Zusammenarbeit jedoch zunehmend in die falsche Richtung. Teilweise entsteht der Eindruck, dass Konkurrenz zwischen Kolleginnen und Kollegen gefördert wird, anstatt den Zusammenhalt zu stärken.
Vorgesetztenverhalten
Vorgesetzte sind auch nur Menschen, machen Fehler und handeln manchmal emotional. Das ist verständlich. Das Unternehmen unternimmt allerdings viel zu wenig, um sicherzustellen, dass die Werte, für die es steht beziehungsweise stehen möchte, tatsächlich gelebt werden.
Das führt dazu, dass jede Gruppenleitung ein eigenes Arbeitsklima und damit ein Stück weit ihre eigene Unternehmenskultur schafft. Deshalb kann man in diesem Punkt keine allgemeingültige Aussage über alle Vorgesetzten bei TRUMPF treffen.
Meine persönliche Wahrnehmung ist jedoch: Ziele werden willkürlich gesetzt, Entscheidungen ohne ausreichende Erklärung durchgedrückt und Kritik wird häufig nicht sachlich, sondern persönlich und verletzend geäußert.
Kommunikation
Auf Gesamtunternehmensebene wird man grundsätzlich gut informiert. Auf Hauptabteilungsebene werden Entscheidungen und insbesondere deren Hintergründe jedoch häufig nicht ausreichend oder nicht nachvollziehbar kommuniziert. Deshalb vergebe ich in dieser Kategorie zwei Sterne.
Interessante Aufgaben
Die übermäßige Kontrolle führt dazu, dass Kreativität und Eigeninitiative kaum gelebt werden können. Selbst grundsätzlich interessante Aufgaben verlieren dadurch ihren Reiz und werden von bürokratischen Vorgaben überschattet.

