Team top, System & Leadership flop
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Agentur ist geprägt von einem Führungsstil, der eher klassisch als modern wirkt. Wer klare Strukturen, professionelle Kommunikation und emotionale Sicherheit sucht, wird hier vermutlich nicht fündig – dafür lernt man schnell, sich anzupassen, unterzuordnen und äußerst fragwürdige Arbeitsanweisungen kommentarlos umzusetzen.
Wegen mangelnder emotionaler Selbstkontrolle trompetet es regelmäßig lautstark durch die Räume, was auf Dauer gewöhnungsbedürftig ist. Danach folgt stets eine bereuende, versöhnliche Einordnung; ritualisiert, könnte man sagen.
Das Projektmanagementsystem ist funktional, aber maximal klein gedacht. Was fehlt, ist nicht die Software, sondern jemand mit fundierter Agenturerfahrung und einem Verständnis für effiziente Prozesse.
Den Nagel fürs Niveau sollte man hier sinnbildlich besser nicht zu hoch ansetzen – er würde ohnehin nicht halten. Der saloppe, randgruppendiskriminierende Ton ist sicherlich lustig gemeint, wirkt aber nicht immer so. Wer sensibel ist, sollte das im Vorfeld wissen.
Was wirklich positiv hervorsticht, ist das Team: Unter Druck entstehen eben oft die engsten Verbindungen.
Wer Führung auf Augenhöhe sucht, New Work lebt oder in einer gesunden Organisationsstruktur wachsen will, sollte bewusst abwägen, ob die Umgebung bei Try No Agency zu den eigenen Werten passt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nicht vorhanden ist noch übertrieben.
Kollegenzusammenhalt
Das Beste hier! Unter Druck entstehen eben oft die engsten Verbindungen.
Vorgesetztenverhalten
Laut, unkontrolliert, abwertend.
Arbeitsbedingungen
Eine ehemalige Wohnung dient hier als Büro, inklusive eines einzigen Badezimmers für alle, auch den fast täglich duschenden Geschäftsführer. Die kleine Küche wird aus Platzmangel häufig als Konferenzraum zweckentfremdet und ist damit für Mitarbeitende oft nicht mehr zugänglich. Getränke sollte man sich am besten direkt am Platz bereithalten.
Homeoffice und progressives Arbeiten waren einmal. Inzwischen herrscht Anwesenheitspflicht an drei Tagen pro Woche (Betonung auf herrscht).
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung in diesem Sinne, dass wirklich ausnahmslos alle Randgruppen verbal diskriminiert werden - auf humorvolle Art versteht sich.