Ungesunde Abhängigkeit von der deutschen Automobilindustrie
Gut am Arbeitgeber finde ich
Teilnahme an internationalen Forschungsprojekten (leider weniger geworden), hohe technische Expertise im KollegInnenkreis. Diversität der Belegschaft.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Konservativer "fossiler" Führungsstil, Hierarchie denken, Unterwürfigkeit gegenüber klassischer Automobilindustrie.
Verbesserungsvorschläge
Sich von der deutschen Automobilindustrie emanzipieren und verstärkt auf Zukunftsthemen mit kooperativem Mindset fokussieren. Gute Anknüpfungspunkte sind meines Erachtens: Nachhaltige und intelligente Verkehrssystem, dezentrale Energieversorgung (Smart Grid)
Arbeitsatmosphäre
Die deutsche Automobilindustrie als Kunde steht m.E. für diesen Arbeitgeber über allem. Diese steckt jedoch in der Krise und setzt diesen Arbeitgeber unter massiven wirtschaftlichen Druck. Dieser Druck wird an die Mitarbeiter weitergeben. Entsprechend ist die Arbeitsatmosphäre von Unsicherheit geprägt. Es gilt das Credo: Produktivität hoch, Kosten runter, jedoch ohne eine greifbare Perspektive auf Verbesserung.
Image
Die Unzufriedenheit in der Belegschaft ist hoch. Bei externen Partnern scheint das Image eher positiv zu sein.
Work-Life-Balance
Das ist sehr unterschiedlich. Einige wenige müssen sehr viel leisten, gerade in den Querschnittsfunktionen. Andere sind aufgrund mangelnder Projekte nicht ausgelastet. Grundsätzlich werden aber Feierabende, Urlaube und Freizeitausgleich respektiert.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es werden die üblichen "netten" Standards zum Umweltschutz gelebt: Licht aus, keine Klimaanlagen, Mülltrennung.
Sozialbewusstsein entspricht dem Wertesystem der fossilen Automobilindustrie, also geprägt von Konkurrenzdenken und Protektionismus.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt z.B. kein Budget für freie Fortbildungen und auch keinen Bildungsurlaub. Für einzelne angebotenen Schulungen, wie z.B. Zertifizierungen, die von den Kunden verlangt werden, muss die Freizeit eingesetzt werden. Im Grunde gibt es nur noch drei Positionen: Projektmitarbeiter, Projektmanager und "Verbündeter der Geschäftsführung" für Steuerungs- und Akquiseaufgaben. Eine echte (langfristige) Karriere sehe ich in dem Unternehmen nicht. Eine "Aufstieg" zum Projektmanager bedeutet zu dem nicht unbedingt höhere Gehalt.
Kollegenzusammenhalt
Grundsätzlich gut auf operativer Ebene. Jedoch versucht die GF mitunter einzelne Mitarbeiter als Sprachrohr und Puffer gegenüber der Belegschaft einzusetzen.
Arbeitsbedingungen
Eher positiv, keine starren Arbeitszeiten, keine Präsenspflicht. Büros kein Highlight, aber durchaus zweckmäßig.
Kommunikation
Früher gut, es gab wöchentliche Meetings in dem über die Firmenstrategie informiert und diskutiert wurde. Seit 2024 hat sich die Geschäftsführung eingeigelt. Es gibt keine dedizierten Kommunikationsstrukturen mehr.
Gehalt/Benefits
Gehälter liegen deutlich unter den der Automobilindustrie selbst, sind aber insgesamt noch konkurrenzfähig. Keine Sonderzahlungen, einfach 12 Monatsgehälter. Schwerwiegender ist, dass um jede zusätzliche Ausgabe gekämpft werden muss. Es gibt z.B. kein Budget für Fortbildungen und auch keinen Bildungsurlaub.
Gleichberechtigung
Elternzeit wird von allen Geschlechtern genutzt. Keine Frauen in der Geschäftsführung, aber einige Projektmanagerinnen.
Interessante Aufgaben
Es hängt sehr von den persönlichen Präferenzen und den aktuellen Projekten ab. Tendenziell viel Ingenieur-Themen, gefolgt von Hardware-nahen IT-Themen. Teilweise auch schnöde Dokumentationsaufgaben.
Da es sich dabei fast ausschließlich um Kundenprojekte handelt, besteht immer das Risiko ein interessantes Thema wieder zu verlieren, weil Kunde andere Unternehmen beauftragt oder einfach nicht fortsetzt. In der Regel wird versucht die Interessen der Mitarbeiter zu berücksichtigen.