Früher Traumjob, heute Bibbern um den Beruf...
Gut am Arbeitgeber finde ich
Meine Kollegen und die Unterstützung und Solidarität untereinander. Meinen Tätigkeitsbereich in der Spielentwicklung. EdenRed-Karte (40€ im Monat), 25€ Fitness-Zuschuss und Deutschlandticket.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlechte Bezahlung, intransparente Kommunikation von oben, ständiges Umstrukturieren, Konfliktscheue, Vetternwirtschaft im Oberen Management und keine klaren Regeln.
Verbesserungsvorschläge
Hört bitte auf eure Mitarbeitenden und hört auf den Betriebsrat so oft als die Schuldigen darzustellen. Viele Entscheidungen wirken momentan so unsinnig und ich habe Angst, dass sich Ubisoft an die Wand fährt. Redet mit uns und miteinander und lasst uns zusammenhalten. Das eiskalte Verhalten momentan hilft keinem.
Arbeitsatmosphäre
Wir befinden uns momentan gefühlt seit Jahren in einer Umstrukturierung und das ist sehr zermürbend. Das einzig Positive ist, dass wir mittlerweile (und ich glaube auch durch die Zustände) einen Betriebsrat haben. Ich wünschte, ich könnte Besseres berichten. Aber gerade hat einfach jeder Angst um seinen Job. Das ist sehr schade, denn ich habe eigentlich immer so gern hier gearbeitet.
Manche bemühen sich intern um kleine Events (Bastel-Workshops, Movie-Abende, ...) und wo diese früher sehr rege besucht waren, kommt heute kaum noch jemand. Die Moral ist gefühlt am Boden und ich selber bin im Dauerstress.
Image
Das Image wurde in den letzten Jahren immer schlechter. Ich war früher stolz darauf hier zu arbeiten. Heute sage ich Leuten nicht mehr, dass ich hier angestellt bin, sondern, dass ich "in der IT-Branche" arbeite. Das macht mich sehr traurig, wenn ich zurückblicke.
Work-Life-Balance
Früher top, heute flop. Wir hatten bis Oktober 2026 sehr gute 60/40 Arbeitsmodelle - uns wurde nach COVID auch gesagt, das würde sich niemals ändern. Deswegen kauften sich manche leute Häuser außerhalb der Stadt, bekamen Kinder oder holten sich Tiere.
Allerdings mussten wir gestern alle 100% ins Büro zurück, was ein riesen Problem ist. Einer meiner Kollegen pendelt fast 2 Stunden.
Es soll Ausnahmen geben, aber warum man die bekommt ist maximal intransparent und es gibt keinen Vorgabenkatalog dafür. Mitarbeitende reichen daher sehr persönliche Schreiben und auch medizinische Diagnosen(!) über sich oder Angehörige ein, in der Hoffnung, sie bekommen ein paar Home Office-Tage. Das sehe ich kritisch in Bezug auf Datenschutz.
Karriere/Weiterbildung
Wir haben interne Fortbildungen und Vorträge und ein sehr tolles, engagiertes Team dahinter. Allerdings fiel durch die Einsparungen vieles weg, was ich schade finde. Internationale Kollegen bekommen nicht einmal mehr Deutsch-Kurse. Befördert wird man nur selten und wenn man nicht jemand der "coolen Bros ganz oben" ist, kommt man gefühlt nicht wirklich weiter. Ich habe Kollegen mit hohen Uni-Abschlüssen, die seit über 5 Jahren hier arbeiten und noch immer Juniors sind.
Gehalt/Benefits
Man ist unterbezahlt und wartet entweder sehr lange oder vergeblich auf Gehaltserhöhungen oder Beförderungen. Wenn es Erhöhungen gibt, liegen die unter der Inflation. Ich habe manchmal das Gefühl, dass Menschen ausgenutzt werden, weil ihre Passion Videospiele sind. Ich hoffe, die Gewerkschaft macht was dagegen. Tarifverträge wären toll.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Umweltbewusstsein ist vorhanden. Wir haben viele Initiativen dafür und auch ein Green Committee. Die Events, die darunter passieren, heben gerade oft die Moral. Zum Beispiel räumen manche davon ejde Woche die Parks in der Umgebung auf.
Was mir aber nicht in den Kopf will: Warum schafft man Home Office ab, wenn man so große Umweltschutz-Initiativen hat? So müssen die Mitarbeitenden mehr pendeln und das verursacht antürlich mehr Abgase. Außerdem ist es im großen und ganzen auch teurer für Ubisoft.
Kollegenzusammenhalt
Gerade momentan gibt es einen großen Zusammenhalt. Besonders auch durch den Betriebsrat und Verdi, die helfen möchten. Ich glaube, nur deswegen bin ich noch hier.
Umgang mit älteren Kollegen
Bei der letzten Kündigungswelle wurden einige alte Kollegen eiskalt entlassen - ich glaube manche davon standen kurz vor der Rente. Das sah ich sehr kritisch.
Vorgesetztenverhalten
Umso höher es in der Hierarchie geht, desto schlimmer wird es. Viele "da oben" scheinen oft absolut keinen Plan zu haben und sitzen nur dort, weil sie mit der Führung "befreundet" sind. Ich habe eine gewisse "Bro-Culture" bemerkt.
Wenn jemand aus der Führung einmal ein lieber Mensch ist, muss er trotzdem als Sprachrohr für die momentan ruchlose Zentrale in Paris agieren ("Wenn Paris das so will, dann ist es eben so, egal was der Betriebsrat sagt oder ich selber denke"). Man sieht dann, wie dieser Management-Mitarbeiter dadurch leidet (wenn er zB. schlechte Nachrichten vor allen teilen muss, die er selber nicht haben möchte).
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren früher besser. Heute ist man im klassischen Großraumbüro ohne Sound-Panels, wo es oft sehr laut ist. Gerade, nachdem uns allen das Home Office gestrichen wurde, leider. Dass man nicht mehr remote arbeiten kann, ist schlimm für Alleinerziehende oder Menschen mit alten Eltern. Auch für mich, mit meinen vielen Haustieren, ist das mies, denn Tiersitter sind teuer.
Alles andere im Büro ist aber okay. Es gibt schöne Küchen, einen Kinoraum, einen Event-Space und eigentlich viel Platz. Die Ausstattung ist auch modern.
Kommunikation
Die Kommunikation von oben ist extrem intransparent und voller Buzzwords. Selbst die Mails vom CEO lesen sich wie von ChatGPT geschrieben.
Unser Kommunikations-Team für die interne Kommunikation macht aber einen sehr guten Job - daher ein Stern extra.
Gleichberechtigung
Das Thema Vielfalt ist bei uns wichtig. Es gibt ein eigenes Management (bzw. eine Person?) dafür, das sich sehr stark für Diversiy einsetzt und ab und an auch Events für uns plant - die machen immer viel Spaß. Ich bin nicht queer, bin dadurch aber sogar einmal mit zum CSD und es war wow!
Allerdings könnten mehr Frauen und Diverse oder offen queere Menschen in der Führung sitzen - nicht nur "alte weiße Männer". Ich glaube, dann ginge es hier auch etwas sozialer zu.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben in der Branche sind total spannend. Wer mag Games denn schon nicht?