Verbesserungsvorschläge
Ich habe der ÜSTRA ein mehrseitiges Papier gegeben, in dem ich einige Verbesserungsvorschläge für den Kurs bei der ÜSTRA-Fahrschule aufgeschrieben habe. Ob die umgesetzt werden, kann ich nicht mehr beurteilen. Ich wurde in der Probezeit während meiner Arbeitsunfähigkeit fristgerecht gekündigt.
Arbeitsatmosphäre
Man sollte wissen, dass die Wurzel und die Basis des Bus-Fahrbetriebs der ÜSTRA aus ehemaligen Bundeswehrsoldaten besteht. Das merkt man deutlich - ich bin vor 40 Jahren Zivi gewesen. Die Lehrer haben sich zwar am ersten Tag Mühe gegeben, locker und lustig zu wirken. Aber je später und anstrengender der Tag wurde, desto mehr spürte man den Ursprung der Organisation. Ich habe nach 6 Stunden Schulung mehrfach öffentlich nach einer Mittagspause gefragt. Diese Frage wurde nicht beantwortet. Stattdessen musste die gesamte Gruppe in ihren Uniformen durch die sengende Sonne (34 Grad im Schatten), quer über den Betriebshof zur Kantine gehen um sich zeigen zu lassen, wie man sein Chipkarte mit Geld auflädt. Es war für mich unerträglich, die Uniformhose war aus Polyester und winddicht. Es war für mich eine Qual.
Arbeitszeiten
Die Arbeitszeiten in der ÜSTRA-Fahrschule von 06:00 bis ca. 14:20 Uhr empfinde ich als Zumutung, zumal man dann noch in seiner Freizeit ohne Bezahlung Theorie lernen muss. Siehe auch den Text bei: „Aufgaben/Tätigkeiten“
Ausbildungsvergütung
Gemessen an Ausbildungsvergütungen in normalen Berufen wie MFA oder im Handwerk, ist die Vergütung gut. Allerdings ist sie nach der Ausbildung auch nicht höher. Man wird von Anfang an als Angestellter geführt, nicht als Auszubildender. Also bekommt man von Anfang an ein Gehalt von 3003 Euro Brutto (siehe ÜSTRA Webseite).
Die Ausbilder
Ich habe nur den ersten Tag in der ÜSTRA-Fahrschule absolviert, danach bekam ich meine alten Angst-Attacken wieder, die eigentlich geheilt waren. Das lag zu einem wesentlichen Teil an dem Verhalten der drei Fahrlehrer, die den ersten Tag gestalteten. Ein Teilnehmer hat nach 6 Stunden in einem überhitzten und überfüllten (18 Personen) Schulungsraum gegähnt und wurde direkt vor allen anderen zurechtgewiesen, dass man nicht müde sein dürfe. Ein anderer Lehrer meinte, für Ihn gäbe es nur Kinder, nämlich kleine und große. Ich bin 58 Jahre alt, habe 41 Jahre lang Software entwickelt und muss mir nun das anhören. Man durfte auch nicht einfach den Raum verlassen, um zum Beispiel zur Toilette zu gehen, sondern musste vor allen um Erlaubnis fragen. Interessant war auch: Ein Lehrer hat sehr oft betont, dass man offen für Kritik sei, das hat er dann immer mit dem Zusatz versehen, dass man dafür nicht entlassen werden würde. Insgesamt haben die Lehrer aus meiner Sicht versucht, eine Atmosphäre der Angst zu bilden. Mich hat man öffentlich in einer bedrohlichen Weise dafür gerügt, dass ich bei einem Besuch in der Kantine selbstständig nach draußen gegangen bin, um eine Zigarette zu rauchen.
Spaßfaktor
Achtung Ironie: Wenn jemand an einer Bundeswehr-ähnlichen Kommunikationsatmosphäre oder an Spaziergängen bei 34 Grad im Schatten in einer winddichten Polyester Hose Spaß hat, ist bei der ÜSTRA(-Fahrschule) richtig. Wer sich dann noch danach sehnt in einem überhitzen Schulungsraum mit zu vielen Teilnehmern stundenlang Vorträge anzuhören und im gesamten Fahrschulgebäude keinen Getränke- oder Snackautomaten zu finden, der wird sich auf die Zeit bei der ÜSTRA-Fahrschule freuen. Ironie-Ende.
Aufgaben/Tätigkeiten
Bei meinem ersten Tag ging es genau um die Aufgaben in den nächsten drei Monaten in der Fahrschule, um den Bus-Führerschein zu bestehen: Für die TÜV-Prüfung mussten 1100 Fragen gelernt werden, für die IHK-Prüfung weitere 326 und natürlich kommt dann noch die praktische Prüfung hinzu. Alles in drei Monaten. Das Lernen der TÜV-Theorie sollte in der Freizeit, zuhause stattfinden. Dafür konnte man keine Arbeitszeit abrechnen. Das gleiche galt auch für die IHK-Theorie. Dass man privat unbezahlte Arbeit leisten soll, steht nicht im Arbeitsvertrag. Für mich ist das eine wissentliche Täuschung durch die ÜSTRA. Auch der tägliche Zeitplan wurde uns mitgeteilt: Es geht immer um 6:00 Uhr morgens los. Es ist fast immer um kurz nach 14 Uhr Schluss. Der Tag ist in zwei Blöcke unterteilt, mit einer Mittagspause von 30 Minuten um 9:45 Uhr. „Funfact“: Die Kantine hat überhaupt kein Mittagessen um 9:45 Uhr. In den Blöcken ist eine Pause von 5 Minuten geplant. Rauchengehen scheint nicht erwünscht zu sein. Ich empfand das als eine wesentliche Einschränkung meiner persönlichen Freiheit.
Respekt
Dieser Punkt ist im Wesentlichen unter dem Punkt „Die Ausbilder“ beschrieben. Man darf nicht vergessen: Einige der Teilnehmer im Fahrschulkurs waren schon sehr lebens- und berufserfahren. Ich erwarte bei einer Erwachsenenfortbildung deutlich mehr als das, was die ÜSTRA-Fahrschule so anbietet. Jeder der schon einmal einen guten Erwachsenenfortbildungskurs besucht hat wird durch die Erfahrung in der ÜSTRA-Fahrschule wahrscheinlich schockiert sein. Sätze wie: „Für mich gibt es nur Kinder, nämlich kleine und große“ (Zitat ein Fahrlehrer) oder die Regel, dass man, um auf die Toilette gehen zu können öffentlich um Erlaubnis bitten muss, zeigt, wessen Geistes Kind der Spirit in der ÜSTRA Fahrschule ist.