Kulturclash beim Wandel vom Mittelständler zum Großkonzern – Licht und viel Schatten
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die solide Basis an Corporate Benefits (Altersvorsorge, Essenszulage) und vor allem die hochkompetenten, loyalen Kolleginnen und Kollegen auf Teamebene. Fachlich bietet das Umfeld durch die transaktionale DNA im B2B-Zahlungsverkehr eine hervorragende Lernplattform
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die zunehmend starre Kulturkonvergenz. Die Transformation vom agilen, flexiblen Mittelständler zum durchregulierten Großkonzern läuft sehr holprig. Besondere Härten wie die strikte 3-Tage-Büropflicht und der Umzug nach Frankfurt werden ohne ausreichende Empathie für die Bestandsbelegschaft im Umland durchgesetzt
Verbesserungsvorschläge
Mehr Vertrauen in dezentrale und wirklich flexible Arbeitsmodelle investieren, anstatt auf starre Quoten zu setzen. Der Erfolg eines Standorts bemisst sich an Ergebnissen, nicht an erzwungener Präsenzzeit. Zudem sollte der Kulturclash zwischen französischer Konzernsteuerung und deutschem Mittelstand aktiver moderiert werden, um den massiven Know-how-Verlust durch Fluktuation zu stoppen
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung leidet massiv unter der angehenden Transformation. Der geplante Umzug von Kleinostheim nach Frankfurt und der spürbare Kulturclash durch die französische Konzernmutter belasten das tägliche Miteinander. Die ehemals familiäre Mittelstands-Atmosphäre ist leider einem unterkühlten Konzernklima gewichen
Image
Die Traditionsmarke UTA verliert durch die vollständige Integration in die Edenred-Struktur an eigenem Profil. Karrierepfade sind zwar vorhanden, aber stark bürokratisiert. Richtige strategische Sprünge erfordern oft ein perfektes Manövrieren in der Konzernpolitik
Work-Life-Balance
Gleitzeit und Homeoffice sind zwar theoretisch vorhanden, die geplante starre und kompromisslose Vorgabe von exakt 3 Präsenztagen im Büro pro Woche nimmt dem System jedoch jegliche moderne Flexibilität. Für Pendler aus der Region Kleinostheim/Aschaffenburg wird der anstehende Frankfurt-Umzug hier zu einer echten Belastungsprobe
Gehalt/Benefits
Das Grundgehalt ist marktüblich und die Sozialleistungen (wie die betriebliche Altersvorsorge oder die Edenred Prepaid Karte) sind absolut solide. Der Verlust an Flexibilität schmälert den Gesamtwert des Pakets jedoch ein wenig
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt die typischen, gut klingenden ESG-Initiativen auf Konzernebene. Dass man jedoch Hunderte von Mitarbeitern durch starre Präsenzvorgaben zu langen Pendelwegen nach Frankfurt zwingt, beißt sich in der Realität ein wenig mit dem grünen Daumen
Kollegenzusammenhalt
Auf Teamebene und unter den alten UTA-Kollegen hält man nach wie vor stark zusammen – das ist das eigentliche Rückgrat des Unternehmens. Allerdings merkt man, dass die anstehenden Veränderungen und Fluktuationen Risse in das Gefüge bringen.
Vorgesetztenverhalten
Das lokale mittlere Management ist oft selbst in der Sandwich-Position gefangen: Sie versuchen, die Teams zu motivieren, müssen aber die starren Vorgaben des internationalen Konzerns durchdrücken. Hier fehlt es der oberen Führungsebene manchmal an Fingerspitzengefühl für die lokale Belegschaft
Arbeitsbedingungen
Die technische Infrastruktur, Hardware und Arbeitsmittel sind auf einem modernen und zuverlässigen Konzernstandard.
Kommunikation
Entscheidungen werden zunehmend rein 'Top-Down' aus Paris durchgegeben. Transparenz bezüglich der strategischen Neuausrichtung und der Standortverlagerung hätte man sich auf lokaler Ebene deutlich nahbarer und offener gewünscht.
Gleichberechtigung
Die formalen Konzern-Richtlinien und Compliance-Vorgaben werden strikt eingehalten. Bei der Transformation und dem geplantem Umzug geraten langjährige, regional verwurzelte Mitarbeiter jedoch strukturell eher ins Hintertreffen gegenüber jüngeren Profilen, die direkt am neuen Standort Frankfurt rekrutiert werden
Interessante Aufgaben
Die Themen sind fachlich hochspannend. Leider werden innovative Produkt-Discovery-Ansätze und die agilen Sprints immer wieder durch schwerfällige, bürokratische Konzern-Governance-Prozesse ausgebremst


