Kollegial, aber chaotisch – fehlende Führung, Kommunikation und faire Chancen mit hire & fire Mentalität
What I dislike about the employer
Ich wurde unter völlig anderen Voraussetzungen eingestellt. Im Bewerbungsgespräch wurde mehrfach betont, dass man so viel zu tun habe, dass dringend Verstärkung benötigt werde und Kunden sogar abgegeben werden sollen, weil man diese sonst nicht mehr schafft vor lauter Arbeit zu betreuen. Ich habe extra nachgefragt, um sicherzugehen, dass tatsächlich Kunden übergeben werden.
In der Realität sah es jedoch anders aus: In der Zeit wo ich dort war, wurden mir genau zwei Kunden übergeben – einer hat sein Projekt allerdings auf das nächste Jahr verschoben. Der Zweite kauft nichts und hat in der Vergangenheit auch nichts gekauft. Weitere aktive Kunden wurden mir nicht übergeben.
Zudem wurde mir zugesichert, dass das interne Telemarketing bei der Leadgenerierung unterstützen würde. In meiner gesamten Zeit bei unique projects wurde mir jedoch kein einziger neuer Kunde übergeben, der aus dem Telemarketing entstanden wäre.
Wenn man eigene Vorschläge oder neue Ideen einbringt, wird man leider kaum ernst genommen. Besprochene Themen werden wiederholt verschoben, abgesagt oder gar nicht aufgegriffen. Wer also etwas bewegen oder aktiv gestalten möchte, stößt schnell an Grenzen und läuft oft monatelang hinterher, ohne dass wirklich etwas passiert.
Das Onboarding besteht im Wesentlichen aus zwei kurzen Schulungen im Besprechungsraum und einer kurzen Einführung ins CRM-System – das war’s. Eine echte Einarbeitung in Prozesse, Kunden oder Produkte fand nicht statt.
Eine definierte Kundenzuordnung existiert nicht – jeder arbeitet an allem. Das führt regelmäßig dazu, dass mehrere Vertriebler dieselben Kunden oder Ausschreibungen bearbeiten. In meiner Zeit habe ich erlebt, dass nahezu jede interessante oder vielversprechende Ausschreibung bereits „von jemand anderem“ bearbeitet wurde oder man direkt gesagt bekam, man solle sich nicht darum kümmern, weil andere schon dran seien. Dadurch hat man kaum die Möglichkeit, sich eigenständig einzubringen oder Erfolg aufzubauen.
Working atmosphere
Das Arbeitsumfeld ist grundsätzlich angenehm, locker und kollegial. Wer Süßigkeiten, Pizza oder ein Feierabendbier mag, kommt hier voll auf seine Kosten.
Communication
Kommunikation findet kaum statt. Es gibt keine klaren Feedbackprozesse oder regelmäßigen Mitarbeitergespräche. Aber das ist auch normal, wenn es keine richtige Führung gibt. Auf viele interne Anfragen erhält man keine oder nur unvollständige Antworten, und Entscheidungen werden selten transparent kommuniziert.
Collegiality
Der Kollegenzusammenhalt ist tatsächlich bemerkenswert– so sehr, dass man sich im Urlaub um seine eigenen Kunden keine Sorgen mehr machen muss, weil sich dann andere ganz selbstverständlich darum kümmern. Als ich aus dem Urlaub zurückkam, stellte ich fest, dass einer meiner Vorgesetzten in seinem Kalender einen Termin mit einem Hersteller zu meinem Kunden eingetragen hatte – ohne mich darüber zu informieren oder sich vorher mit mir abzusprechen. So sieht gute Teamarbeit aus.
Work-Life Balance
Die Work-Life-Balance ist grundsätzlich in Ordnung, da keine übermäßigen Überstunden anfallen und die Arbeitszeiten meist flexibel gehandhabt werden. Allerdings leidet das Arbeitsgefühl stark unter der unklaren Aufgabenverteilung.
Oft weiß man nicht, womit man überhaupt beginnen soll, weil viele Themen bereits von anderen Kollegen bearbeitet werden – ohne dass dies klar kommuniziert wird. Dadurch entsteht eher Leerlauf als echte Struktur.
Positiv ist, dass Homeoffice grundsätzlich möglich ist und das Unternehmen in diesem Punkt flexibel wirkt. Insgesamt hängt die Work-Life-Balance hier weniger von der Arbeitsbelastung, sondern vielmehr von der fehlenden Transparenz und Koordination im Tagesgeschäft ab.
Leadership behavior
Es gibt keine echten Teamleiter, die Mitarbeiter führen oder entwickeln. Die Führungsverantwortung liegt meist bei aktiven Vertrieblern, die diese Rolle nebenbei ausüben. Themen wie Mitarbeiterführung, Feedback, Motivation oder Coaching finden praktisch nicht statt.
Das Verhalten meines direkten Vorgesetzten empfand ich als wenig transparent und nicht vertrauensfördernd. Während meiner gesamten Zeit wurde stets der Eindruck vermittelt, alles sei in Ordnung – um dann völlig überraschend das Arbeitsverhältnis ohne vorherige Gespräche zu beenden.
Eigene Ideen oder Vorschläge wurden kaum ernst genommen; man musste wiederholt nachhaken, um überhaupt Rückmeldung zu erhalten. Geplante Besprechungen wurden häufig kurzfristig abgesagt oder verschoben.
Regelmäßige Feedbackgespräche, Mitarbeiterentwicklung oder ein strukturiertes Probezeitgespräch fanden nicht statt. Auch gibt es hier keine richtige Einarbeitung. Man bekommt ein 2 Stunden Onboarding und dann heißt es - mach mal...Keine Produktschulungen oder Sonstiges....
Interesting tasks
Das Aufgabenfeld im Vertrieb ist grundsätzlich vielseitig und könnte viele spannende Themen bieten. In der Praxis fehlt jedoch eine klare Struktur, wodurch die Aufgaben häufig unkoordiniert wirken.
Da es keine feste Kundenzuordnung gibt, überschneiden sich Tätigkeiten regelmäßig, und viele Ausschreibungen oder Projekte werden bereits von anderen Kollegen bearbeitet. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, dass man kaum eigene Themen hat oder nie weiß, womit man sinnvoll beginnen soll.
Eigene Ideen, um neue Ansätze einzubringen oder Projekte zu entwickeln, werden zwar anfangs positiv aufgenommen, aber später oft nicht weiterverfolgt oder gar nicht mehr besprochen. Dadurch bleibt das Potenzial für wirklich interessante Aufgaben weitgehend ungenutzt.
Equality
Im Arbeitsalltag wird grundsätzlich kein Unterschied zwischen Männern und Frauen gemacht. Formell herrscht Gleichberechtigung, und alle haben dieselben Möglichkeiten.
Interaction with older colleagues
Ältere Kollegen werden genauso wie jüngere Behandelt.
Working conditions
Die technische Ausstattung ist grundsätzlich modern und zweckmäßig. Dienstlaptop, Firmenhandy und Dienstwagen werden gestellt, was positiv hervorzuheben ist. Allerdings fehlt es häufig an klaren Prozessen und Strukturen, die ein effizientes Arbeiten ermöglichen würden. Zuständigkeiten sind oft unklar, und viele Themen werden ad hoc entschieden.
Das Arbeitsumfeld wirkt teils unkoordiniert, was zu vermeidbaren Doppelarbeiten und Unsicherheiten führt.
Insgesamt sind die Rahmenbedingungen solide, jedoch wird das Potenzial durch mangelnde Organisation, fehlende Kommunikation und unklare Verantwortlichkeiten deutlich eingeschränkt. Wer eigenverantwortlich arbeitet und Struktur schätzt, könnte hier Schwierigkeiten haben, sich langfristig zurechtzufinden.
Salary/Benefits
Ich hab in anderen Unternehmen oft besser verdient und bessere Provisionsregelungen erhalten
Career/Professional development
In der ganzen Zeit in der ich bei der unique war, hab ich eine Lego-Vertriebsschulung gehabt, wo wir aus Legosteinen Vertriebsprozessen gebaut haben. Es gibt kein vernünftiges Onboarding und auch keine Produktschulungen. Es wird hier vom Mitarbeiter der neu anfängt erwartet, dass er schon alles kann und alles weiß


