Ihr Unternehmen?

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GmbH
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Unitb Vertrauen war gut Kontrolle wirkt besser

2,8
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2021 im Bereich IT in Berlin gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Positiv am Arbeitgeber sind weiterhin die vielen gemeinsamen Unternehmungen. Ein monatliches Teamevent zu organisieren, ist eine gute Gelegenheit, den Teamgeist zu stärken. Diesen Zusammenhalt könnte das Unternehmen auch stärker in den Arbeitsalltag übertragen. Ich sehe hier noch in vielen Bereichen erhebliches Potenzial, sofern die Führung bereit ist, sich der Kritik zu stellen und Reformen umzusetzen sowie gleichzeitig negative Verhaltensmuster abzulegen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Ich glaube aus den anderen Punkten sticht schon gut heraus was in diesem Unternehmen nicht so gut läuft.

Verbesserungsvorschläge

Verbesserungsvorschläge sehe ich insbesondere darin, nicht mehr gegen die Mitarbeitenden zu arbeiten, sondern mit ihnen. Über die Zeit hat sich dies immer deutlicher gezeigt: Misstrauen und fehlende Kommunikation stehen häufig anstelle eines konstruktiven Austauschs, um gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden. Wirst du als schlechter Mitarbeiter in den Köpfen der Leitung geführt, kommst du da nicht mehr raus.
Die Mitarbeiter sollten gehört werden und Raum sowie Vertrauen zum Arbeiten erhalten. Tagtäglich Arbeitsberichte bei der Führung abgeben zu müssen und sich wöchentlich rechtfertigen zu müssen, schafft kein Arbeitsklima, in dem man langfristig verbleibt.
Es gibt selbstverständlich Ausnahmen und problematische Mitarbeitende, die gefunden und gegebenenfalls sanktioniert werden müssen. Solche Maßnahmen sollten jedoch niemals auf persönlichen Gefühlen oder Launen basieren. Wenn Rechte der Geschäftsführung angewendet werden, sollte dies stets bedacht erfolgen – und sollten Entscheidungen sich im Nachhinein als Fehler herausstellen, müssen diese auch anerkannt und offen kommuniziert werden.
Gute Arbeit wird von den Mitarbeitenden vorausgesetzt; die Mitarbeitenden erwarten im Gegenzug ebenso gute Arbeit von der Führung. Dazu gehört es auch, falsche Entscheidungen offen als solche anzuerkennen und transparent zu kommunizieren. Ich will nicht sagen, dass das nie passiert. Aber es passiert noch zu wenig.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre ist zwiegespalten. Wer es etwas belebter mag, geht in den 3. Stock; im 4. Stock ist es dagegen ruhiger. Zwar gibt es Teams, letztlich arbeitet jedoch jeder für sich allein. Möchte man bei bestimmten Aufgaben mit anderen zusammenarbeiten, obwohl dies sinnvoll wäre, ist es schwierig, dies gegenüber der Leitung durchzusetzen. Jeder erhält seinen eigenen Aufgabenbereich oder übernimmt diesen von einem vorherigen Mitarbeiter. Der Leistungsdruck kann insbesondere zu Beginn sehr hoch sein. Werden die Erwartungen nicht erfüllt, besteht die Gefahr, das Unternehmen schnell wieder verlassen zu müssen. Gerät man in ein ungeeignetes Projekt, in dem unrealistische Anforderungen gestellt werden, liegt die Verantwortung vollständig bei einem selbst, diese durch Mehrarbeit auszugleichen. Gespräche darüber sind zwar möglich, führen jedoch nicht immer zu Unterstützung. In manchen Fällen kann dies sogar dazu führen, dass man selbst als Ursache des Problems wahrgenommen wird.

Image

Nach außen präsentiert sich das Unternehmen als kleine Softwaremanufaktur, die Aufgaben schnell und mit hoher Qualität abliefert. Nach innen herrschen jedoch bisweilen unrealistische Deadlines, hoher Leistungsdruck, Misstrauen und Quantität vor Qualität.
Wenn man als Mitarbeiter bestimmte Posts in den sozialen Medien liest, in denen das Gegenteil von dem propagiert wird, was man gerade durchlebt, hofft man wirklich, nur ein Einzelfall zu sein, bei dem grade alles schiefläuft. Steckt ein System dahinter? Sind manche Projekte schlicht zum Scheitern verurteilt, weil sie wie so oft übers Knie gebrochen werden, ohne Rücksicht auf die Mitarbeiter zu nehmen? Ich kenne darauf keine zufriedenstellende Antwort.
Es gab auch Projekte, die besser liefen, doch selbst dort untergräbt das wachsende Misstrauen der Geschäftsführung beständig die Arbeit.
„Software einfach machen“ ist deutlich schwieriger, langwieriger und komplexer als einfach nur „Software machen“. Wer dieses Mantra führt, muss sich dessen auch bewusst sein.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance ist im Großen und Ganzen gut. Gleitzeit, Homeoffice sowie in Ausnahmefällen auch die Möglichkeit, ein Kind mit zur Arbeit zu bringen, sind grundsätzlich gegeben. Allerdings zeigt sich auch hier, dass einzelne Mitarbeiter stärker in der Gunst der Geschäftsführung stehen und sich dadurch mehr Freiheiten erlauben können als andere. Befindet man sich am anderen Ende dieses Spektrums, sind diese zusätzlichen Vorteile entweder nicht bekannt oder werden einem verwehrt. In ungünstigeren Fällen kann es sogar zu Einschränkungen oder Sanktionen in diesem Bereich kommen, insbesondere wenn man als problematisch wahrgenommen wird.

Karriere/Weiterbildung

Wie bereits beim Gehalt erwähnt, ist die eigene Laufbahn weitgehend festgelegt. Aufstiegsmöglichkeiten gibt es kaum, oder zumindest kenne ich keine. Weiterbildungen sind grundsätzlich möglich, allerdings vor allem in Bereichen, die das Unternehmen benötigt oder in denen dir direkt für die Arbeit Wissen fehlt. Eigenständige Weiterbildung außerhalb dieser Bereiche gestaltet sich deutlich schwieriger. Wer beständig nachfragt und argumentationsstark ist, kann hier möglicherweise mehr erreichen – ich persönlich habe das jedoch nicht erlebt.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt würde ich insgesamt als durchschnittlich einstufen. Wer gut verhandelt, kann zu Beginn auch ein höheres Gehalt erzielen. Ist man jedoch einmal gehaltlich eingeordnet, sind größere Steigerungen kaum zu erwarten. In der Regel verbleibt man auf dem erreichten Niveau, und selbst eine Anpassung an die Inflation wird nicht immer gewährt. Dies könnte allerdings auch mit der aktuell angespannten Auftragslage zusammenhängen. Boni gibt es grundsätzlich für alle Mitarbeitenden, zumindest in Form eines kleinen, pauschalen Bonus – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Einen höheren, leistungsabhängigen Bonus zu erreichen ist jedoch schwierig, da die dafür angesetzten Hürden sehr hoch sind. Bereits Krankheitszeiten oder die Mitarbeit an internen Projekten können dazu führen, dass dieser für das betreffende Jahr nicht mehr erreicht werden kann.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Umwelt- und Sozialbewusstsein sind grundsätzlich vorhanden. Es gibt die obligatorische Mülltrennung, und in wirtschaftlich besseren Zeiten wurden auch Spenden für wohltätige Zwecke geleistet. Früher wurde sogar gemeinsam entschieden, welche Organisationen unterstützt werden – zu einer Zeit, in der sich das Unternehmen insgesamt in einer stabileren Lage befand.

Kollegenzusammenhalt

Auch wenn die Kollegen auf verschiedene Teams und teilweise auch auf unterschiedliche Bereiche der Geschäftsführung verteilt sind, bilden sich dennoch kleinere Gruppen, die gemeinsam etwas unternehmen. Dazu zählen gemeinsames Mittagessen, Gespräche bei einem Kaffee, eine Laufgruppe sowie Aktivitäten wie Volleyball oder Bouldern, ergänzt durch die monatlichen Teamevents. Gleichgesinnte lassen sich in der Regel finden. Der Zusammenhalt ist insgesamt kollegial und respektvoll, echte Freundschaften entstehen jedoch eher selten. Dies liegt auch daran, dass man meist nicht gemeinsam arbeitet, sondern überwiegend für sich allein. Viele Mitarbeiter wissen daher nicht genau, womit sich andere konkret beschäftigen.

Umgang mit älteren Kollegen

Der Umgang mit Mitarbeitenden aller Altersgruppen ist respektvoll. Ausnahmen mag es geben, davon habe ich jedoch nichts mitbekommen. Insgesamt gibt es im Unternehmen vergleichsweise wenige Kollegen, die ich als alt bezeichnen würde.

Vorgesetztenverhalten

Es kann vorkommen, dass man an Projektleiter gerät, die nur über begrenzte fachliche Kenntnisse in dem Themengebiet verfügen, an dem sie aktuell mitwirken. Dies führt einerseits dazu, dass man Teile der Leitungsarbeit faktisch mit übernimmt, und andererseits zu sachfremden Diskussionen sowie dazu, dass man in Meetings mit der Geschäftsführung nicht unterstützt wird, obwohl dies zu erwarten wäre.
Selbst bei einem kompetenten Projektleiter stößt dieser an Grenzen, sobald die Geschäftsführung unzufrieden ist. Anstatt Probleme offen anzusprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wird teilweise ein anderer Weg gewählt, etwa indem Fehlverhalten anonym und ohne Absprache in einer Vollversammlung thematisiert wird.
Die angespannte wirtschaftliche Lage wirkt sich merklich auf die Stimmung der Geschäftsführung aus und überträgt sich bis in die unteren Ebenen des Unternehmens. Auch wenn dies nicht offen geschieht, entsteht der Eindruck, dass Probleme und Verantwortung zunehmend nach unten weitergereicht werden.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen im Büro sind größtenteils ordentlich. Es stehen höhenverstellbare Schreibtische sowie gute Bürostühle zur Verfügung. Die allgemeine Infrastruktur wirkt jedoch stellenweise vernachlässigt, etwa durch staubige und auch chaotische Kabelansammlungen unter den Tischen. Dies dürfte auch damit zusammenhängen, dass die IT-Infrastruktur seit einigen Jahren sowohl strukturell als auch personell unterbesetzt ist. Benötigte Arbeitsmittel werden in der Regel bereitgestellt, dies kann jedoch mitunter etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Kommunikation

Die Kommunikation unter den Kollegen kann gut funktionieren. Zwischen Projektleitern und Entwicklern hängt dies stark davon ab, ob man einen kompetenten Projektleiter hat – hier kann man sowohl Glück als auch großes Pech haben. Die Kommunikation mit der Geschäftsführung erfolgt in der Regel ausschließlich über den Projektleiter. Dadurch entsteht mitunter das Gefühl, lediglich ein abgekoppelter Befehlsempfänger zu sein. Auch Kritik wird selten direkt kommuniziert. Stattdessen überbringt der Projektleiter Rückmeldungen der Geschäftsleitung, sofern diese den Eindruck hat, dass Fehler gemacht werden. Dabei ist die Bewertung der Situation häufig subjektiv. Sachlich begründete Kritik des Mitarbeitenden kann unter Umständen als destruktives Verhalten gegenüber dem Team ausgelegt werden. Ebenso kann es vorkommen, dass man auf Probleme hinweist, diese im Meeting jedoch keine Beachtung finden und man später – wenn die Folgen bereits eingetreten sind – dafür kritisiert wird, den Punkt nicht nachdrücklicher hervorgehoben zu haben.

Gleichberechtigung

Gleichberechtigung ist aus meiner Sicht gegeben. Ich habe keine Situationen erlebt oder wahrgenommen, in denen es diesbezüglich Probleme gab. Zwar arbeiten im Unternehmen deutlich mehr Männer als Frauen, es wird jedoch erkennbar versucht, diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken.

Interessante Aufgaben

Interessante Aufgaben kann es durchaus geben, sie sind jedoch eher selten. Deutlich wahrscheinlicher ist es, dass man im Umfeld einer komplexen, eigens entwickelten Programmiersprache arbeitet, für die es intern wie extern keine Community gibt.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.