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Bewertung

Wo Werte verpuffen, Zahlen stagnieren und Mikromanagement den Raum einengt

2,0
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei Unite in Leipzig gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Grundsätzlich versteht sich das Unternehmen als familienfreundlich, und auf den ersten Blick wird dieser Anspruch auch sichtbar kommuniziert. In der Praxis wurde diese Haltung jedoch häufig so weit gedehnt, dass sie an Wirkung verlor. Einzelne Kolleg*innen nutzten die großzügigen Spielräume sehr intensiv aus, ohne dass dies spürbare Konsequenzen hatte oder von Führungskräften aktiv gesteuert wurde. Dadurch entstand der Eindruck, dass Familienfreundlichkeit zwar offiziell ein Wert ist, dessen Umsetzung jedoch weder konsistent begleitet noch wirklich interessiert verfolgt wird. Das eigentliche Potenzial dieses wichtigen Themas blieb damit weitgehend ungenutzt.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Besorgniserregend ist vor allem, dass sich die Unternehmensentwicklung seit geraumer Zeit deutlich nach unten bewegt, ohne dass dies intern wirklich thematisiert oder ernsthaft adressiert wird. Viele Mitarbeitende haben den Eindruck, dass zentrale Herausforderungen schlicht ignoriert werden. Gleichzeitig fällt auf, dass Leistungsunterschiede im Team kaum eine Rolle spielen: Personen, die sich nur minimal einbringen oder wenig Verantwortung übernehmen, bleiben weitgehend unbeachtet – ebenso wie diejenigen, die engagiert arbeiten. Dieses fehlende Bewusstsein für Leistung und Qualität wirkt sich spürbar auf die Motivation aus.
Hinzu kommt, dass Kündigungen teilweise ohne nachvollziehbare oder transparente Begründung ausgesprochen wurden. Diese Praxis verstärkt die Unsicherheit im Team und lässt grundlegende Fragen zur Fairness und Professionalität im Umgang mit Mitarbeitenden offen.

Verbesserungsvorschläge

Das äußere Erscheinungsbild des Unternehmens wirkt zunehmend brüchig. Während nach außen weiterhin ein professioneller und stabiler Eindruck vermittelt wird, zeigt sich intern ein deutlich anderes Bild. Das Vertrauen vieler Mitarbeitender schwindet, weil zentrale Werte nicht konsequent gelebt werden und strategische Entscheidungen oft wenig nachvollziehbar erscheinen. Parallel dazu entwickeln sich die wirtschaftlichen Kennzahlen spürbar negativ. Diese Kombination aus bröckelndem Image und rückläufigen Ergebnissen führt zu einer wachsenden Verunsicherung im Team und wirft Fragen nach der langfristigen Ausrichtung des Unternehmens auf.

Arbeitsatmosphäre

Nach außen präsentiert sich das Unternehmen als wertschätzend, modern und teamorientiert – doch intern zeigt sich ein völlig anderes Bild. Die Atmosphäre ist geprägt von unausgesprochenen Konflikten und einem Umgang, der eher hinter verschlossenen Türen stattfindet. Wertschätzung wird vornherum betont, während hinter den Kulissen häufig gelästert wird. Kaum jemand traut sich, offen seine Meinung zu äußern, weil ein Klima herrscht, in dem ehrliche Rückmeldungen eher sanktioniert als geschätzt werden. Dadurch entsteht ein Arbeitsumfeld, das Unsicherheit fördert und echte Zusammenarbeit erschwert.

Kommunikation

Die interne Kommunikation ist von einer auffälligen Inkonsequenz geprägt: Unterschiedliche Mitarbeitende erhalten unterschiedliche Informationen, wodurch ein gemeinsames Verständnis kaum entstehen kann. Führungskräfte fungieren häufig als Bottleneck, da Informationen entweder verzögert, gefiltert oder gar nicht weitergegeben werden. Wer nicht in unmittelbarer Nähe zum Vorstand arbeitet, bleibt von wesentlichen Entwicklungen ausgeschlossen. Dieses selektive Informationsmanagement führt zu einer Atmosphäre, in der Transparenz eher behauptet als gelebt wird. Unehrliche oder beschönigende Kommunikation ist leider keine Ausnahme, sondern Teil des Alltags – mit spürbaren Folgen für Vertrauen, Zusammenarbeit und Entscheidungsfähigkeit.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt im Team leidet spürbar unter der anhaltenden Unsicherheit im Unternehmen. Statt Kooperation und gegenseitiger Unterstützung prägt ein ausgeprägter Selbstschutzmechanismus den Alltag. Viele Mitarbeitende versuchen vor allem, sich selbst vor der nächsten Kündigungswelle zu retten, was zu Konkurrenzverhalten und Misstrauen führt. Gemeinsame Ziele treten in den Hintergrund, weil jede*r in erster Linie damit beschäftigt ist, die eigene Position zu sichern. Ein echtes Wir‑Gefühl entsteht unter diesen Bedingungen kaum.

Work-Life-Balance

In meiner Abteilung entstand der Eindruck, dass einzelne Kolleg*innen ihre persönlichen Prioritäten häufig stärker in den Vordergrund stellten als die gemeinsamen Ziele des Unternehmens. Die Arbeitsweise war von einer bemerkenswerten Flexibilität geprägt, die jedoch nicht immer zu klaren Verantwortlichkeiten oder einer verlässlichen Zusammenarbeit führte. Manche Mitarbeitende nutzten diesen Spielraum eher zur eigenen Selbstdarstellung als zur Weiterentwicklung des Teams. Da auch die zuständige Führungskraft eine ausgesprochen entspannte Grundhaltung einnahm, blieb dieses Verhalten weitgehend unbeachtet. So entwickelte sich ein Umfeld, in dem Engagement und Zurückhaltung gleichermaßen möglich waren – allerdings ohne eindeutige Orientierung, welche Erwartungen tatsächlich an die Mitarbeitenden gestellt wurden.

Vorgesetztenverhalten

Das Verhalten der Führungskräfte war von einer bemerkenswerten Intransparenz geprägt. Entscheidungen wirkten häufig opportunistisch, und es entstand der Eindruck, dass manche Führungspersonen in erster Linie darauf bedacht waren, die eigene Position zu sichern. Mitarbeitende, die fachlich oder strategisch stärker agierten als ihre direkte Führungskraft, hatten es spürbar schwer – Wertschätzung für Kompetenz wurde nicht immer sichtbar gelebt. Gleichzeitig wurden neue Kolleg*innen anfangs stark gehypt, wobei sich regelmäßig zeigte, dass diese Begeisterung oft nur von kurzer Dauer war. Insgesamt prägten subtile Machtspiele und wechselnde Loyalitäten den Führungsstil, was ein stabiles und vertrauensvolles Arbeitsumfeld erheblich erschwerte.

Interessante Aufgaben

Grundsätzlich wäre inhaltlich durchaus Potenzial vorhanden gewesen, um anspruchsvolle und abwechslungsreiche Aufgaben zu übernehmen. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass eigenständiges Denken oder das Einbringen eigener Ideen nur bedingt erwünscht war. Viele Entscheidungen wurden stark vorgegeben, sodass Mitarbeitende eher ausführend tätig waren, statt ihre fachlichen Stärken einzubringen oder Verantwortung zu übernehmen. Dadurch blieb ein Großteil des vorhandenen Potenzials ungenutzt – sowohl auf individueller Ebene als auch im Team.

Gehalt/Benefits

Die Vergütung lag deutlich unter dem, was für vergleichbare Tätigkeiten und Verantwortungsbereiche marktüblich ist. Viele Mitarbeitende hatten den Eindruck, dass ihre Leistung und ihr Engagement finanziell nicht angemessen berücksichtigt wurden. Transparente Kriterien für Gehaltsentwicklungen oder nachvollziehbare Einstufungen waren kaum erkennbar, sodass die Vergütung weder motivierend wirkte noch in einem fairen Verhältnis zur tatsächlichen Arbeitsbelastung stand.


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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.