Hohe Fluktuation aus gutem Grund
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Flexibilität bei den Arbeitszeiten unter der Woche, die unkomplizierte Absprache für private Termine (wie Arztbesuche) und die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Zudem war der Zusammenhalt unter den Kollegen auf operativer Ebene (bevor fast alle gekündigt haben) gut.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die unprofessionelle Führungskultur, die mangelnde Wertschätzung und das Abwälzen von Verantwortung auf die Mitarbeiter. Zudem die unausgewogene Aufgabenlast bei unterdurchschnittlichem Gehalt, die veraltete technische Ausstattung und das nicht vorhandene Budget für Weiterbildungen.
Verbesserungsvorschläge
Führungskompetenz stärken: Führungskräfte sollten im professionellen Umgang mit Feedback und Mitarbeitern geschult werden. Kritik von oben sollte gefiltert und das Team gestärkt werden, statt Druck ungefiltert weiterzugeben.
Klare Strukturen & Entlastung: Verantwortung für Kernaufgaben und Sendouts sollte bei erfahrenen Vollzeitkräften liegen, nicht bei Supportern (Praktikanten und Werkstudenten). Bei Urlaubsvertretungen muss aktiv Entlastung angeboten werden.
Arbeitsbedingungen modernisieren: Eine zeitgemäße technische Ausstattung für das Marketing (aktuelle Hardware statt veralteter Smartphones) sowie vernünftig beheizte Büros im Winter sollten Standard sein.
Entwicklung fördern: Ein echtes Budget für Weiterbildungen schaffen, statt auf kostenlose Online-Videos zu verweisen.
Grenzen respektieren: Die Freizeit der Mitarbeiter (Feierabend/Wochenende) achten und keine geschäftliche Kontaktaufnahme über WhatsApp erwarten.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre war phasenweise in Ordnung, was allerdings hauptsächlich an den tollen Kollegen auf operativer Ebene lag, mit denen man sich gegenseitig unterstützt hat. Durch schlechtes Management ist die Stimmung aber langfristig gekippt. Das zeigt sich auch in der extremen Fluktuation: Fast das gesamte Team, das damals für die positive Dynamik gesorgt hat, hat das Unternehmen inzwischen verlassen.
Kommunikation
Die Kommunikation ist unglücklich balanciert: Einerseits wird strategisch wenig klar kommuniziert, andererseits werden interne, teils unpassende Details über die Chefetage oder Dritte geteilt. Kritik wird meist nur dann geäußert, wenn Zahlen mal nicht stimmen – wertschätzendes oder proaktives Feedback bei hoher Arbeitslast (z.B. Urlaubsvertretungen) fehlt komplett.
Kollegenzusammenhalt
Ein echter Teamspirit war leider nicht spürbar. Jeder arbeitet isoliert an seinen eigenen Themen, und Egoismus wird gefühlt mehr belohnt als Teamwork. Fragen im Team-Chat bleiben oft unbeantwortet, und in Meetings herrscht eine Kultur des Desinteresses (Kameras aus, Ablenkung am Handy), die von der Führungskraft toleriert wird. Zwischenmenschliche Gesten (wie Verabschiedungen oder Geburtstage) blieben meist an einzelnen Personen hängen, da sich niemand für den anderen verantwortlich fühlte.
Work-Life-Balance
Positiv hervorzuheben ist die Flexibilität bei den Arbeitszeiten: Homeoffice ist problemlos möglich und private Termine (wie Arztbesuche) lassen sich nach kurzer Absprache unkompliziert einrichten. Dem gegenüber steht jedoch eine sehr hohe Arbeitslast. Regelmäßige Überstunden – insbesondere bei Urlaubsvertretungen, wenn die Arbeit für mehrere Personen aufgefangen werden muss – gehören zum Alltag. Diese Mehrarbeit wird weder finanziell vergütet noch gibt es einen spürbaren Freizeitausgleich, was langfristig sehr auslaugend ist. Zudem gibt es keine klare Trennung von Arbeits- und Privatleben: Es kam regelmäßig vor, dass man abends oder am Wochenende per WhatsApp von Kollegen und der Führungskraft kontaktiert wurde.
Vorgesetztenverhalten
Die Führungsebene agiert leider unprofessionell und reagiert bei kritischen Rückfragen oder konstruktivem Feedback oft defensiv oder emotional. Absprachen und Versprechen (z.B. bezüglich Aufgabenverteilungen) werden häufig nicht eingehalten; stattdessen wird die Verantwortung bei Problemen komplett auf die Mitarbeiter abgewälzt. Es wird viel Druck „von oben“ ungefiltert weitergegeben, anstatt dem Team den Rücken zu stärken. Zudem fehlt es an Gleichbehandlung und Transparenz bei Absprachen.
Bei der Arbeitsleistung wird nicht genau hingeschaut. Es wird völlig übersehen oder ignoriert, wer tatsächlich die Extrameilen geht und wer sich komplett zurückzieht. Schlimmer noch: Passivität in Meetings und unkollegiales Verhalten werden von der Führungskraft toleriert und gefühlt sogar noch belohnt, während konstruktive Kritik blockiert wird. Absprachen werden nicht eingehalten und Verantwortung wird komplett auf die falschen Personen abgewälzt.
Interessante Aufgaben
Die Aufgabenverteilung ist unausgewogen. Wer Initiative zeigt und mitdenkt, wird oft mit noch mehr operativen Tasks belastet, anstatt unterstützt zu werden. Zudem übernehmen "Junior" Mitarbeiter, Praktikanten und Werkstudenten Aufgaben, die nicht ihrem Level entsprechen, während die Kernverantwortung für wichtige Sendouts und Kanäle eigentlich bei erfahrenen Vollzeitkräften liegen sollte.
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung lässt leider sehr zu wünschen übrig. Für ein zeitgemäßes Social-Media-Marketing wird teilweise mit völlig veralteter Hardware gearbeitet (z. B. iPhone 8), was die tägliche Arbeit und Content-Produktion unnötig erschwert und schlicht nicht mehr zeitgemäß ist. Zudem lässt die Infrastruktur im Büro zu wünschen übrig: Im Winter waren die Räumlichkeiten oft so schlecht beheizt, dass man teilweise mit Winterjacken am Schreibtisch sitzen musste. Die restlichen Rahmenbedingungen waren ansonsten in Ordnung.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit oder Umweltschutz ist im Unternehmen praktisch nicht vorhanden. Es werden regelmäßig Inlandsflüge für Strecken gebucht, die problemlos und zeiteffizient mit der Bahn machbar wären. Auch abseits davon gibt es keinerlei Initiativen, Engagement oder spürbare Ansätze in Richtung Nachhaltigkeit oder umweltbewusstes Handeln im Arbeitsalltag.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt für die Branche und die geforderte Verantwortung (gerade bei den Junioren, die oft Aufgaben über ihrem Level übernehmen) im unterdurchschnittlichen Bereich. Perspektiven für Gehaltserhöhungen oder spürbare Steigerungen sind kaum vorhanden, selbst wenn man viel Initiative zeigt und eine hohe Arbeitslast trägt.
Karriere/Weiterbildung
Entwicklungsmöglichkeiten oder eine gezielte Förderung sind nicht vorhanden. Es gibt kein Budget für Weiterbildungen (0 Euro). Auf Nachfragen wurde man lediglich auf kostenlose Online-Videos verwiesen, für die im extrem stressigen Arbeitsalltag jedoch absolut keine Zeit blieb.