"Mehr Seniors aber bitte keine Senioren" Talfahrt seit der Firmenkonsolidierung und Übernahme durch Thoma Bravo
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Azubis eine Perspektive vorzugaukeln und dann nicht zu übernehmen, im gleichen Zug aber Entwicklungsaufgaben ins günstigere Ausland zur verlagern.
Die neuen Arbeitsverträge enthielten eine neue Kündigungsfrist: drei Monate zum Quartalsende. Seither häufen sich die schlechten Nachrichten merkwürdigerweise immer genau zu diesen Zeitpunkten, so zum Beispiel die Verschärfung der Homeoffice-Policy, Kündigungswellen oder Outsourcing.
Meiner Meinung nach war es eine Fehlentscheidung die Firma an Toma Bravo zu verkaufen. Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teils mehr als eine Dekade ihrer Lebenszeit in die Firma investiert haben und dennoch Aufgrund einer Umstrukturierung angeblich nicht anderswo verwendet werden können dann fragt man sich welche Zukunft man hier noch haben kann. Vorallem wenn zeitgleich große Projekte ins Ausland outgesourced werden.
Verbesserungsvorschläge
Die Firma zurückkaufen. Alleine der Fakt, dass die Firma nicht zu 100% verkauft wurde lässt vermuten, dass hier auf einen großen Gewinn bei einem zukünftigen Verkauf spekuliert wird, mit der Lebensgrundlage der Mitarbeiter. Schluss machen mit dem neuen Top-Down Management-Stil, wieder den Mitarbeitern vertrauen einen guten Job zu machen.
Die Entwicklung unter SCRUM errodiert zunehmend, es gibt ja auch andere Methoden der Entwicklung aber ein pick 'n mix aus SCRUM und SAFe der möglichst Bürokratisch und minimal Produktiv ist, ist echt nicht das gelbe vom Ei.
Arbeitsatmosphäre
Ich persönlich setze mich ungern in einen Raum mit 8 Leuten nur damit dann alle Kopfhörer tragen und in unterschiedlichen Teams-Calls sitzen, das geht von Zuhause angenehmer und ist für mich auch nicht mit "Unternehmenskultur" zu begründen. Lokale Firmenfeiern werden rar. Geburtstage bitte erst nach 16 Uhr zelebrieren. Hunde sind nicht mehr in den Büros erlaubt und keiner Arbeitet gerne während man sich wundert ob der eigene Arbeitsplatz als nächstes gekürzt wird.
Work-Life-Balance
Keine Kernarbeitszeit, Urlaub muss nur ein Quartal im Vorraus geplant sein und es gibt quasi nur zwei Tage im Quartal (PI Planning) an denen Urlaub ungern bewilligt wird. Spontan steht ein Arzttermin an? Kein Problem, die Stunde kann man in kompletter Eigenregie nachholen wann es einem passt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt (gab mal?) eine Arbeitsgruppe um die Ökobilanz der Firma zu verbessern aber die meisten Vorschlage wurden nicht umgesetzt.
Karriere/Weiterbildung
Deutliche Kürzung des Budgets für Schulungen und Konferenzen und die Udemy-Business Accounts sind leider auch Geschichte.
Kollegenzusammenhalt
So ziemlich der einzige Grund warum der Rest noch da ist.
Umgang mit älteren Kollegen
Diese Spalte hätte 4-5/5 Punkten verdient da historisch sehr gut mit älteren Kolleginnen und Kollegen umgegangen wurde. Seit der Übernahme jedoch wurden wiederholt Altersteilzeitverträge "angeboten" und angeblich zum Teil auch nur widerwillig angenommen.
Vorgesetztenverhalten
Sehr gut in den unteren Riegen, in den oberen wird es zunehmend zu einem amerikanischen Unternehmensführungsstil.
Arbeitsbedingungen
Keine Klimaanlagen in den Büros. Neue PCs gibt es frühestens alle fünf Jahre und sind dann in der Regel bereits eine Generation out of date. Intern wird damit geworben, dass die Arbeitsplätze neu ausgestattet werden und in der Realität sieht es dann anders aus. Ein Raum voller Stehtische, ein Raum komplett ohne. Neue Monitore nur sehr vereinzelt und Anfragen nach ergonomischen Mäusen und Tastaturen werden abgelehnt. Bring your own tools kenne ich nur von Handwerkern in Amerika. Aber immerhin sind Kaffee und Getränke kostenlos...
Kommunikation
In den unteren Ebenen sehr gut aber die Transparenz nimmt ab da einfach manche Informationen nicht mehr weiter gegeben werden von oben. In den oberen Riegen werden schöne Pressekonferenzen gehalten um den Investoren ein schönes Bild zu zeichnen, kurz darauf folgen dann die internen Mitteilungen welche die nächsten Sparmaßnahmen ankündingen.
Gehalt/Benefits
Früher kam das Gehalt zum 15. oder im Zweifelsfall sogar früher. Seit der Konsolidierung der Firmen hieß es "um den 22." und bisher war es bei mir insgesamt zwei mal am 22. auf meinem Konto.

