Keine Wertschätzung, dafür Kontrolle, Defizitorientierung und eine fragwürdige Führungskultur
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeit mit den Jugendlichen, die aber KEIN Verdienst des VBFA ist.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Von Wertschätzung kann aus meiner Sicht beim VBFA keine Rede sein. Statt Anerkennung für geleistete Arbeit zu erfahren, stand für mich vielmehr eine ausgeprägte, defizitorientierte Fehlersuche im Vordergrund. Es wurde kontrolliert, kritisiert und eingefordert – Vertrauen und Anerkennung habe ich dagegen kaum erlebt.
Die Kommunikation der Teamleitung war wiederholt ruppig und gereizt und aus meiner Sicht weit entfernt von wertschätzender oder gewaltfreier Kommunikation. Die TL hatte weder den einzelnen Mitarbeitenden wirklich im Blick noch hat sie es geschafft, das Team zusammenzuführen. Stattdessen wurde Führung aus meiner Sicht vor allem über Kontrolle und Druck ausgeübt.
Kontrolliert wurde bis ins Kleinste: 100 Meter zu viel bei einer Dienstreiseabrechnung wurden beanstandet, selbst Verschiebungen der Arbeitszeit um lediglich 15 Minuten mussten mindestens 24h im Vorfeld schriftlich beantragt werden. Fahrten vom Homeoffice zu dienstlichen Einsatzorten wurden zunächst nicht als Arbeitszeit anerkannt. Dies musste ich über den Betriebsrat klären lassen – und auch dort wurde die TL offenbar nicht zum ersten Mal auf dieses Thema hingewiesen.
Gleichzeitig wurde Leistung und Flexibilität eingefordert, ohne Rücksicht darauf, was innerhalb der regulären Arbeitszeit tatsächlich zu schaffen war. Unbezahlte Überstunden wurden aus meiner Sicht schlicht vorausgesetzt.
Besonders enttäuschend war der Umgang mit meiner betriebsbedingten Kündigung: Weder die TL noch die Geschäftsführung haben mich darüber informiert. Stattdessen wurde ich zwei Tage vor meinem Sommerurlaub durch den Betriebsratsvorsitzenden über meine Kündigung in Kenntnis gesetzt. Für mich ist das kein respektvoller Umgang mit einem Mitarbeitenden.
Auch beim Arbeitszeugnis setzte sich dieser Eindruck fort. Zunächst wurde mir ein Zeugnis ausgestellt, das keinerlei aussagekräftige Bewertung meiner Arbeit enthielt und nicht erwähnte, dass die Kündigung betriebsbedingt erfolgt war. Erst nachdem ich mit dem Arbeitsgericht gedroht hatte, lag bereits rund 45 Minuten später ein qualifiziertes Arbeitszeugnis vor. Das spricht für mich Bände.
Während meiner Tätigkeit habe ich außerdem erfahren, dass Mitarbeitende innerhalb des VBFA zwischen verschiedenen Stellen hin- und hergeschoben werden, je nachdem, wo sie aus Sicht der Geschäftsführung gerade benötigt werden.
Die Leidtragenden sind dabei nicht nur die Mitarbeitenden, sondern insbesondere die Jugendlichen. Nach sechs Monaten intensiver Begleitung und Vertrauensaufbau bekommen sie nun wieder eine neue Person an ihre Seite gestellt. Gerade in der Arbeit mit Jugendlichen halte ich Kontinuität und verlässliche Beziehungen für enorm wichtig. Eine Personalpolitik, bei der solche Beziehungsabbrüche offenbar in Kauf genommen werden, finde ich besonders bedenklich.
Mein Fazit: Für mich war die Zeit beim VBFA geprägt von Kontrolle statt Vertrauen, Fehlersuche statt Anerkennung, Druck statt Unterstützung und einer Kommunikation, die ich vielfach als respektlos und wenig wertschätzend erlebt habe. Eine Führungskultur, die ich so nicht noch einmal erleben möchte.
Verbesserungsvorschläge
Was kann der VBFA verbessern?
An erster Stelle steht für mich eine grundlegende Veränderung der Führungskultur. Mitarbeitende sollten nicht hauptsächlich über Fehler, Defizite und Kontrolle geführt werden. Es braucht deutlich mehr Wertschätzung für geleistete Arbeit, Vertrauen in die Mitarbeitenden und eine Kommunikation auf Augenhöhe.
Die Teamleitung sollte lernen, die einzelnen Mitarbeitenden tatsächlich wahrzunehmen und gleichzeitig ein Team zu führen und zusammenzuhalten. Ruppige oder gereizte Kommunikation, Kontroll-E-Mails, ständige Kontrollfragen und das wiederholte Einbestellen ins Büro aufgrund vermeintlicher Defizite tragen nicht zu einem guten Arbeitsklima bei. Hier wären eine wertschätzende, klare und gewaltfreie Kommunikation sowie konstruktives Feedback dringend notwendig.
Auch beim Thema Arbeitszeit und Arbeitsorganisation wäre mehr Vertrauen angebracht. Wenn selbst 15-minütige Verschiebungen der Arbeitszeit im Vorfeld beantragt werden müssen und gleichzeitig zusätzlicher Arbeitsaufwand bzw. unbezahlte Überstunden erwartet werden, entsteht ein widersprüchliches und belastendes Arbeitsverhältnis.
Ganz besonders verbessern müsste sich die Kommunikation bei Personalentscheidungen. Eine Kündigung sollte nicht über den Betriebsrat an die betroffene Person herangetragen werden, sondern von der zuständigen Führungskraft bzw. Geschäftsführung selbst und persönlich kommuniziert werden. Auch beim Austritt sollte ein professioneller, respektvoller und wertschätzender Umgang selbstverständlich sein.
Darüber hinaus braucht es aus meiner Sicht eine transparentere und vorausschauendere Personalplanung. Mitarbeitende sollten nicht einfach zwischen Stellen hin- und hergeschoben werden, nur weil sich der Bedarf innerhalb der Organisation verändert. Gerade in der Arbeit mit Jugendlichen muss berücksichtigt werden, welche Auswirkungen häufige Personalwechsel auf die jungen Menschen und die mühsam aufgebauten Beziehungen haben.
Wenn der VBFA langfristig gute Mitarbeitende gewinnen und halten möchte, sollte der Fokus weniger auf Kontrolle und Defiziten und deutlich stärker auf Vertrauen, Wertschätzung, guter Führung, transparenter Kommunikation und einer verlässlichen Personalplanung liegen.
Kommunikation
Die Kommunikation der Teamleitung war wiederholt ruppig und gereizt und aus meiner Sicht weit entfernt von wertschätzender oder gewaltfreier Kommunikation. Die TL hatte weder den einzelnen Mitarbeitenden wirklich im Blick noch hat sie es geschafft, das Team zusammenzuführen. Stattdessen wurde Führung aus meiner Sicht vor allem über Kontrolle und Druck ausgeübt.
Vorgesetztenverhalten
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten habe ich als ausgesprochen enttäuschend erlebt. Wertschätzung für die geleistete Arbeit gab es aus meiner Sicht kaum. Stattdessen wurde sehr defizitorientiert geführt: Es gab Einbestellungen ins Büro, Kontroll-E-Mails und Kontrollfragen, bei denen vor allem überprüft wurde, ob etwas vermeintlich nicht richtig oder nicht ausreichend erledigt wurde. Anerkennung, Vertrauen oder ein echtes Interesse an der geleisteten Arbeit habe ich dabei vermisst.
Besonders schlecht war auch die Kommunikation im Zusammenhang mit meiner Kündigung. Die Teamleitung und die Geschäftsführung haben es nicht für nötig gehalten, mir die betriebsbedingte Kündigung persönlich mitzuteilen. Stattdessen wurde diese Aufgabe dem Betriebsrat überlassen. Auch beim Austritt selbst war die Kommunikation aus meiner Sicht ausgesprochen schlecht und wenig respektvoll.
Für mich hat sich damit leider ein Führungsstil gezeigt, der stark auf Kontrolle, Fehlersuche und Forderungen ausgerichtet war, während Wertschätzung, Vertrauen und eine vernünftige Kommunikation nicht vorhanden war.