Gut am Arbeitgeber finde ich
Trotz der genannten persönlichen Herausforderungen betrachte ich die Ausbildung bei diesem Arbeitgeber als eine positive Möglichkeit. Die Reputation des VDI ist sehr hoch und genießt eine positive Wahrnehmung. Die Work-Life-Balance ist ausgeglichen, und die Teams sind in der Regel angenehm, mit Ausnahme einiger weniger Ausnahmen, die in jedem Arbeitsumfeld auftreten können. Die Tätigkeiten sind nicht besonders anspruchsvoll oder eine Königsdisziplin. Für diejenigen, die eine chillige Arbeitsstelle wollen und bereit sind, für wenig Geld zu arbeiten, ist dieses Unternehmen definitiv eine gute Wahl. Es ist positiv anzumerken, dass die Kritik und die Kommunikation von Fehlern in einem respektvollen Rahmen erfolgen. Auch die Mitarbeitergespräche sind offensichtlich klar und auf die persönliche Entwicklung ausgerichtet, was eine konstruktive Arbeitsumgebung fördert. Die Gerichte der Kantine sind deliziöööös. 30 Urlaubstage.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das angebotene Gehalt für übernommene Auszubildende und externe Mitarbeiter ist unangemessen - Hungerlohn zu den Zeiten, in denen wir uns befinden. Diese Unzufriedenheit scheint unabhängig von der beruflichen Herkunft zu sein. In professionellen Angelegenheiten findet keine klare Trennung von persönlichen Meinungen und Gefühlen statt. Die Kommunikation bezüglich dieser Angelegenheiten sind undurchsichtig. Arbeitstechnisch entsteht häufig der Eindruck, dass kleinere Fehler eine längere Periode positiver und erfolgreicher Arbeitsergebnisse in den Hintergrund rücken lassen. Die Parkplätze sind überteuert. Es wird kein Rabatt für Fahrtickets angeboten, auch Azubis zahlen selbst. Es gibt keine Kaffeemaschine im Büro und auch keine Mikrowellen (Ach ne, die gibt es jetzt. 2 für das ganze Gebäude, wo mehr als 300 Mitarbeiter arbeiten). Frisches Obst an der Theke, was es meistens erst zu Feierabend gibt, werden als Benefit ausgelegt. Das Wasser vom Wasserhahn auch.
Verbesserungsvorschläge
Es ist anzumerken, dass die Ausbilder in ihrer Vorgehensweise eine professionellere Herangehensweise an den Tag legen sollten. Die Übernahmegespräche wurden über einen Zeitraum von mehreren Monaten wiederholt verschoben, wobei kommunizierte Deadlines nicht eingehalten wurden. Es fehlte an einer transparenten Mitteilung darüber, dass sich der Prozess verzögern würde. Informationen hierzu wurden eher zufällig im Flur mitgeteilt, ohne klare Angaben über den zeitlichen Rahmen. Die Gespräche selbst fanden unter informellen Bedingungen, teilweise während einer Großveranstaltung, statt. Obwohl dies für einige Auszubildende akzeptabel war, betrug die Dauer meines eigenen Gesprächs lediglich fünf Minuten. Es wurden keine klaren und konstruktiven Kritikpunkte geäußert, und es wurden keine nachvollziehbaren Gründe für die Entscheidung zur Nichtübernahme genannt. Die durchweg positiven Bewertungen meiner Leistungen in den Abteilungen wurden nicht angemessen berücksichtigt. Die Kommunikation in diesem Prozess war leider unzureichend, was Raum für Spekulationen darüber lässt, dass persönliche Gründe eine Rolle gespielt haben könnten. Es war zusätzlich als unprofessionell zu bewerten, dass mein Vorgesetzter mir persönlich eine Übernahme in Aussicht stellte und die Schaffung einer neuen Position vorschlug, jedoch mit Vorbehalt. Fünf Monate später erhielt ich die Mitteilung, dass ich überhaupt nicht übernommen werde. Diese Vorgehensweise lässt erkennen, dass Versprechen gemacht wurden, die letztendlich nicht eingehalten wurden. Solche Unklarheiten sollten vermieden werden, um eine professionelle Kommunikation aufrechtzuerhalten. Es wäre wünschenswert, dass Ausbilder in ihrer Funktion als Vermittler und Unterstützer stärker auf eine streitschlichtende und lösungsorientierte Rolle setzen, anstatt persönliche Meinungen und Gefühle in ihrem Handeln zu manifestieren. Es ist entscheidend, dass sie ihre Rolle professionell wahrnehmen und nicht in die Rolle eines beleidigten Akteurs schlüpfen. So individuell die Azubis sind, genau so individuell sollten die Vorgehensweisen bei Problemen und Herausforderungen sein - Prozessorientiert klappt hier nicht. Des Weiteren sollte bewusst werden, dass Bewertungen dazu dienen, dass die Verantwortlichen nachdenken und sich mit den Anliegen auseinandersetzen, anstatt lediglich danach zu suchen, wer sie verfasst haben könnte ;)
Arbeitsatmosphäre
Durch die respektvolle Zusammenarbeit mit meinen jungen Kollegen habe ich die Arbeitsatmosphäre immer sehr positiv empfunden. Leider ist jedoch der sogenannte Flurfunk präsent, was bedeutet, dass Informationen (positiv, wie auch negativ) schnell die Runde machen. In meinem Fall erfuhr ich erst Monate später, dass über mich gesprochen wurde, aufgrund einer Spekulation über eine hinterlassene Bewertung und der Annahme, dass ich für diese möglicherweise verantwortlich sei – nun ist wahrscheinlich klar, dass dieses unsachliche, lyrische Desaster nicht von mir formuliert wurde ;) Nach der Entscheidung, mich nicht zu übernehmen, bemerkte ich eine Veränderung in der Stimmung seitens der Kollegen und Ausbilder. Persönlich nahm ich diese Situation gelassener auf als meine Mitkollegen. "Es gibt genug Fische im Meer" war die Grundeinstellung :)
Karrierechancen
Innerhalb des Unternehmens gibt keine klaren Perspektiven für beruflichen Aufstieg. Höchstens zum Team-Lead oder Ausbilder. Es ist ratsam für ambitionierte Personen, die eine berufliche Karriere anstreben, nach Abschluss der Ausbildung alternative berufliche Perspektiven außerhalb des Unternehmens in Betracht zu ziehen.
Arbeitszeiten
Es besteht die Möglichkeit zur Gleitzeit, was eine flexible Arbeitszeitgestaltung ermöglicht. Es gibt es offiziell keine Kernarbeitszeiten.
Ausbildungsvergütung
Etwas happig zu beginn, später gab es eine kleine Erhöhung (am Ende der Ausbildung :D)
Die Ausbilder
In der überwiegenden Zeit meiner Ausbildung herrschte grundsätzlich ein gutes Arbeitsklima zwischen mir und den Ausbildern. Bedauerlicherweise kam es einmal zu einer Situation, mit einer anderen Kollegin, in der es zu einem kleinen Problem/Auseinandersetzung kam. Leider konnte ich feststellen, dass mein Ausbilder nicht bereit war, meine Perspektive in Betracht zu ziehen, obwohl ich aktiv auf ihn zugegangen bin. Eine mögliche Lösung des Konflikts durch eine schlichtende Intervention wurde versäumt. Ein konkreter Vorfall ereignete sich im Kontext meiner mündlichen Prüfung, als ich die Report-Variante wählen wollte und bereits ausreichend Input dazu erhalten hatte. Meine Anfrage wurde jedoch ohne angemessene Abwägung von Argumenten oder die Suche nach einer Lösung mit einem schlichten "Nein" abgelehnt. Trotz meiner bisherigen positiven Integration und harmonischen Zusammenarbeit im Team wurde ich dadurch von meinem Ausbilder in Situationen alleingelassen, was für mich die bisherige positive Employer-Experience beeinträchtigte und ins negative zog. Zudem kamen meine Ausbilder an meinem letzten Arbeitstag nicht ins Büro um mich zu verabschieden-nicht sehr wertschätzend.
Spaßfaktor
Die Ausbildung hat mir persönlich viel Freude bereitet. Natürlich war das Erlebnis in verschiedenen Abteilungen unterschiedlich, einige waren unterhaltsamer als andere. Insbesondere haben die Geschäftsreisen zu verschiedenen Veranstaltungen viel zum Spaßfaktor beigetragen. Gegen Ende war es nicht mehr so spaßig.
Aufgaben/Tätigkeiten
Die Aufgabenbereiche sind stark prozessorientiert, was gelegentlich zu einer gewissen Monotonie führen kann. Bereits zu Beginn wurde mir jedoch ein hohes Maß an Vertrauen entgegengebracht, wodurch ich im Verlauf der gesamten Ausbildung die Verantwortung für die Betreuung der Social-Media-Kanäle übernehmen konnte. Diese Möglichkeit zur eigenständigen Gestaltung hat mir besonders gut gefallen.
Variation
Die Durchläufe durch mehrere Abteilungen haben meiner Ausbildung zweifellos eine hohe Abwechslung verliehen. Dennoch war auffällig, dass die Tätigkeiten insgesamt stark prozess- und vorlagenorientiert waren.
Respekt
Es herrschte generell ein respektvoller Umgang miteinander. Natürlich war mir bewusst, dass als Azubi die Hierarchieebene eine gewisse Rolle spielt und somit weniger Mitbestimmung vorhanden ist. Punktabzug, wegen fehlender Wertschätzung.