Scheinprämie kaschiert unterdurchschnittliches Gehalt.
Verbesserungsvorschläge
Während Vector eine solidarische Kürzung des bisher garantierten Anteils der Prämie und eine Gehaltsnullrunde durchzieht – was angesichts der Lage grundsätzlich okay ist –, bekommen die meisten aufgrund mangelnder Transparenz nicht mit, dass es dieses Jahr für die Lieblinge der Managementebene Beförderungen geregnet hat und Gehaltserhöhungen, von denen man selbst in Rekordjahren nur hätte träumen können.
Während der Großteil also „solidarisch“ einen Kaufkraftverlust hinnehmen muss, bereichern sich andere unverhältnismäßig.
Vector sollte dringend überdenken, was solidarisch und fair bedeutet. Der Arroganz und Unehrlichkeit scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein.
Arbeitsatmosphäre
In den letzten Jahren wurde nahezu jede Bewerbung angenommen, unabhängig vom tatsächlichen Bedarf. Viele Stellen wurden doppelt oder unnötig besetzt, mit überzogenen Einstiegsgehältern. Das hat zu Unzufriedenheit und einem unausgewogenen Gehaltsgefüge geführt.
Work-Life-Balance
Vector bietet drei Tage Homeoffice – was mittlerweile Branchenstandard ist. Es wäre wünschenswert, wenn sich das Unternehmen hier nicht nur auf Mindeststandards ausruhen würde, sondern proaktiv an einer besseren Work-Life-Balance arbeitet, um sich wirklich positiv von anderen Arbeitgebern abzuheben.
Vorgesetztenverhalten
Führung wird häufig nach Betriebszugehörigkeit vergeben, nicht nach Qualifikation oder Kompetenz.
Der Eindruck entsteht, dass „älter werden“ die sicherste Aufstiegschance ist – unabhängig von tatsächlicher Leistung.
Es gibt spürbar viele inkompetente Personen in Führungspositionen, was sich negativ auf Motivation, Qualität und Teamdynamik auswirkt.
Umgang mit älteren Kollegen
Vector wirkt für erfahrene Kolleginnen und Kollegen nicht attraktiv.
Sowohl in Bezug auf Gehalt als auch auf Entwicklungsperspektiven scheint die Ausrichtung stark auf Berufseinsteiger fokussiert. Das Know-how älterer Mitarbeitender wird wenig genutzt – und in vielen Fällen auch nicht aktiv gehalten.
Gehalt/Benefits
Ein zentraler Kritikpunkt ist die sogenannte Prämie, die offiziell als Bonus gilt – in Wahrheit aber immer nur ein verdeckter Gehaltsausgleich zum IG-Metall-Tarif war. Sie wurde sehr spät ausgezahlt und diente einzig dazu, rechnerisch auf das Tarifniveau zu kommen. Ohne sie liegt das Gehalt deutlich unter dem Branchenschnitt.
Gerade deshalb ist es unverständlich, dass diese Prämie nun – mit Verweis auf die wirtschaftliche Lage – möglicherweise komplett gestrichen wird. Zwar kann man Boni in schlechten Zeiten in Frage stellen, aber:
- Die Prämie wurde explizit als fester Gehaltsbestandteil kommuniziert (1,2 Monatsgehälter garantiert).
- Auf Nachfrage wurde erklärt, dass man nur mit Prämie auf IG-Metall-Niveau komme.
- Sie war also nie leistungsabhängig, sondern ein fester Teil des Gehaltsmodells.
- Ein echter Bonus darf variieren – ein fest zugesicherter Gehaltsanteil nicht.
Besonders problematisch: Das Grundgehalt ist nur für Einsteiger attraktiv, erfahrene Mitarbeitende verdienen deutlich weniger als bei der Konkurrenz. Auch in guten Zeiten gab es keine echten Boni, nur die besagte Aufstockung.
Karriere/Weiterbildung
Für Softwareentwickler gibt es praktisch keine echte Karriereperspektive. Das ist besonders verwunderlich, da sich Vector selbst als Softwareunternehmen positioniert. Weiterbildungen, Tech-Leads, Entwicklungspfade? Fehlanzeige.
Erfahrene Softwareentwickler sind kaum vorhanden, was den Eindruck verstärkt, dass Know-how eher punktuell aufgebaut statt nachhaltig gefördert wird.
Eine groß angekündigte interne Jobbörse, die interne Mobilität und Karriereentwicklung fördern sollte, ist bis heute nicht umgesetzt. Das reiht sich ein in eine Reihe von Ankündigungen, die primär der Außendarstellung dienen – in der Praxis aber keine nachhaltige Veränderung bringen.
Der Eindruck entsteht, dass viele Initiativen vor allem kommunikativ getrieben sind, nicht aus echtem Interesse an Weiterentwicklung oder Transparenz.


