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Informatik 
GmbH
Bewertung

Scheinprämie kaschiert unterdurchschnittliches Gehalt.

2,1
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Forschung / Entwicklung bei Vector Informatik GmbH in Stuttgart gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Während Vector eine solidarische Kürzung des bisher garantierten Anteils der Prämie und eine Gehaltsnullrunde durchzieht – was angesichts der Lage grundsätzlich okay ist –, bekommen die meisten aufgrund mangelnder Transparenz nicht mit, dass es dieses Jahr für die Lieblinge der Managementebene Beförderungen geregnet hat und Gehaltserhöhungen, von denen man selbst in Rekordjahren nur hätte träumen können.

Während der Großteil also „solidarisch“ einen Kaufkraftverlust hinnehmen muss, bereichern sich andere unverhältnismäßig.

Vector sollte dringend überdenken, was solidarisch und fair bedeutet. Der Arroganz und Unehrlichkeit scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein.

Arbeitsatmosphäre

In den letzten Jahren wurde nahezu jede Bewerbung angenommen, unabhängig vom tatsächlichen Bedarf. Viele Stellen wurden doppelt oder unnötig besetzt, mit überzogenen Einstiegsgehältern. Das hat zu Unzufriedenheit und einem unausgewogenen Gehaltsgefüge geführt.

Work-Life-Balance

Vector bietet drei Tage Homeoffice – was mittlerweile Branchenstandard ist. Es wäre wünschenswert, wenn sich das Unternehmen hier nicht nur auf Mindeststandards ausruhen würde, sondern proaktiv an einer besseren Work-Life-Balance arbeitet, um sich wirklich positiv von anderen Arbeitgebern abzuheben.

Vorgesetztenverhalten

Führung wird häufig nach Betriebszugehörigkeit vergeben, nicht nach Qualifikation oder Kompetenz.

Der Eindruck entsteht, dass „älter werden“ die sicherste Aufstiegschance ist – unabhängig von tatsächlicher Leistung.

Es gibt spürbar viele inkompetente Personen in Führungspositionen, was sich negativ auf Motivation, Qualität und Teamdynamik auswirkt.

Umgang mit älteren Kollegen

Vector wirkt für erfahrene Kolleginnen und Kollegen nicht attraktiv.
Sowohl in Bezug auf Gehalt als auch auf Entwicklungsperspektiven scheint die Ausrichtung stark auf Berufseinsteiger fokussiert. Das Know-how älterer Mitarbeitender wird wenig genutzt – und in vielen Fällen auch nicht aktiv gehalten.

Gehalt/Benefits

Ein zentraler Kritikpunkt ist die sogenannte Prämie, die offiziell als Bonus gilt – in Wahrheit aber immer nur ein verdeckter Gehaltsausgleich zum IG-Metall-Tarif war. Sie wurde sehr spät ausgezahlt und diente einzig dazu, rechnerisch auf das Tarifniveau zu kommen. Ohne sie liegt das Gehalt deutlich unter dem Branchenschnitt.

Gerade deshalb ist es unverständlich, dass diese Prämie nun – mit Verweis auf die wirtschaftliche Lage – möglicherweise komplett gestrichen wird. Zwar kann man Boni in schlechten Zeiten in Frage stellen, aber:
- Die Prämie wurde explizit als fester Gehaltsbestandteil kommuniziert (1,2 Monatsgehälter garantiert).
- Auf Nachfrage wurde erklärt, dass man nur mit Prämie auf IG-Metall-Niveau komme.
- Sie war also nie leistungsabhängig, sondern ein fester Teil des Gehaltsmodells.
- Ein echter Bonus darf variieren – ein fest zugesicherter Gehaltsanteil nicht.

Besonders problematisch: Das Grundgehalt ist nur für Einsteiger attraktiv, erfahrene Mitarbeitende verdienen deutlich weniger als bei der Konkurrenz. Auch in guten Zeiten gab es keine echten Boni, nur die besagte Aufstockung.

Karriere/Weiterbildung

Für Softwareentwickler gibt es praktisch keine echte Karriereperspektive. Das ist besonders verwunderlich, da sich Vector selbst als Softwareunternehmen positioniert. Weiterbildungen, Tech-Leads, Entwicklungspfade? Fehlanzeige.

Erfahrene Softwareentwickler sind kaum vorhanden, was den Eindruck verstärkt, dass Know-how eher punktuell aufgebaut statt nachhaltig gefördert wird.

Eine groß angekündigte interne Jobbörse, die interne Mobilität und Karriereentwicklung fördern sollte, ist bis heute nicht umgesetzt. Das reiht sich ein in eine Reihe von Ankündigungen, die primär der Außendarstellung dienen – in der Praxis aber keine nachhaltige Veränderung bringen.
Der Eindruck entsteht, dass viele Initiativen vor allem kommunikativ getrieben sind, nicht aus echtem Interesse an Weiterentwicklung oder Transparenz.


Kommunikation

Interessante Aufgaben

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Arbeitgeber-Kommentar

Holger Heit, Referent Personalmarketing
Holger HeitReferent Personalmarketing

Liebe Kollegin oder lieber Kollege,

danke für deine Aktualisierung der Bewertung. Du ergänzt darin sehr konkrete und gleichzeitig schwerwiegende Vorwürfe. Deshalb möchten wir diese Punkte nicht unkommentiert stehen lassen und sie aus unserer Sicht einordnen bzw. klarstellen:
Die Darstellung, es habe „traumhafte“ Gehaltserhöhungen gegeben oder einzelne Personen hätten sich „unverhältnismäßig bereichert“, weisen wir entschieden zurück. Auch die Unterstellung von Arroganz oder Unehrlichkeit halten wir für deutlich überzogen und nicht angemessen.

Richtig ist: Leistung und Entwicklung sollen bei Vector auch in herausfordernden Zeiten gesehen und honoriert werden. Deshalb gab es bei einem Teil der Mitarbeitenden kleine Gehaltsanpassungen. Ebenso wird es Beförderungen immer geben – unabhängig davon, ob die wirtschaftliche Lage gerade besonders gut oder etwas schwieriger ist. Entwicklung darf nicht komplett stillstehen, nur weil die Rahmenbedingungen schwieriger sind.

Gleichzeitig ist uns bewusst, dass Vergütungsthemen derzeit sehr sensibel sind und Entscheidungen dazu transparent und nachvollziehbar sein müssen. Genau deshalb nehmen wir deine Kritik ernst. Pauschale Vorwürfe, die den Eindruck erwecken, hier habe es flächendeckend unsolidarisches oder unfaires Verhalten gegeben, entsprechen aus unserer Sicht jedoch nicht der Realität.

Herzliche Grüße

Holger

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Um das Bild abzurunden, möchten wir den Kommentar vom September 2025 auf die erste Bewertung hier stehen lassen.
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Lieber Kollege oder liebe Kollegin,

zunächst einmal vielen Dank für dein ausführliches Feedback. Da steckt so viel drin, dass wir, um den Rahmen nicht zu sprengen, nur kurz antworten. Aus unserer Sicht muss einiges geradegerückt werden. Deshalb sollten wir uns unbedingt mit dir austauschen, denn einige deiner Aussagen sind nicht zutreffend. Fangen wir an:

Zuallererst: Die Gehaltszufriedenheit der Vectorianer:innen ist außerordentlich hoch – kununu hat uns dafür mit dem Siegel „Top Rated 2025 Gehaltszufriedenheit“ gewürdigt. Nur 3 % der Arbeitgeber wurden damit ausgezeichnet. Bei vielen Unternehmen, die nach IG-Metall-Tarif zahlen, fällt die Zufriedenheitsquote deutlich niedriger aus als unsere mit 88 %.
Zur Prämie: Diese wird NICHT gestrichen, sondern nur die Bonusvorauszahlung reduziert. Für das Geschäftsjahr 2025 erhalten alle Mitarbeitenden in 2026 einen Company Bonus (so heißt die Prämie offiziell). Dieser ist ein variabler und kein fester Gehaltsbestandteil. Seine Höhe war schon immer flexibel und ist an das Betriebsergebnis gekoppelt. In den Anstellungsverträgen ist die Erfolgsprämie als „Sonderzahlung“ aufgeführt. Kolleg:innen mit langer Betriebszugehörigkeit kennen die mögliche Bandbreite des Bonus: Im Jahr 2009 konnte aufgrund der Weltfinanzkrise „nur“ 1,0 Monatsgehalt ausbezahlt werden. Bereits ein Jahr später fiel der Bonus um ein Vielfaches höher aus.

Nichtsdestotrotz tut das schon weh. Das gibt es nichts zu beschönigen. Allerdings sollte man diese Maßnahme in Relation zu dem setzen, was gerade bei anderen großen, tarifgebundenen Arbeitgebern und auch im Mittelstand passiert. Stichworte: Kurzarbeit, Entlassungen, Arbeitszeitreduzierung mit entsprechenden Gehaltseinbußen, Streichung von Benefits, weniger Homeoffice … Mitarbeitende anderer Unternehmen könnten mit einer Bonusreduzierung wie bei uns wahrscheinlich gut leben. Der Einkommensverlust bei Kurzarbeit ist bspw. deutlich höher. Allen neuen Kolleg:innen haben wir bei der Einstellung mitgegeben, dass unser Company Bonus die Stellschraube für schlechte Zeiten ist. Die erwähnten Stellschrauben anderer Arbeitgeber wollen wir nicht nutzen müssen. Solidarisch heißt, dass wir ALLE von den Mitarbeitenden bis zu den Managern, diese Einbuße gemeinsam tragen und uns gleichzeitig ALLE weiterhin an unserer Arbeit, unserem Gehalt und unseren Benefits erfreuen dürfen.

Nun noch ein paar kurze Anmerkungen zu deinen weiteren Punkten.
> Arbeitsatmosphäre: Deine Behauptung „es wurde nahezu jede Bewerbung angenommen“ und „viele Stellen wurden doppelt oder unnötig besetzt“ ist falsch. Es wurde und wird immer bedarfsgerecht geplant und besetzt.
> Karriere/Weiterentwicklung: Unser Job-Level-System zeigt die Entwicklungspfade auf, über 1.000 interne Weiterbildungsangebote und unzählige weitere bei externen Anbietern plus die Selfstudy-Plattformen mit 30.000 Kursen sorgen für eine breite Weiterentwicklung. Die interne Jobbörse mit aktuell 25 Angeboten, auch mit Führungsfunktion, findest du im Intranet.
> Vorgesetztenverhalten: Betriebszugehörigkeit und Alter können ein Indikator für einen großen Wissensschatz und passende Erfahrung sein, müssen es aber nicht. Deswegen ist ein Bestandteil unseres Auswahlverfahrens ein strukturiertes Interview. Allen internen Bewerber:innen werden die gleichen Fragen u.a. zu Themen der Führung gestellt. Unsere Führungsmannschaft, von Teamleiter:in bis zur Geschäftsführung, macht aber auch ohne Frage die starke Fachlichkeit aus, diese ist definitiv damals wie heute ein wichtiger Aspekt der Führungsverantwortung bei Vector.
> Umgang mit älteren Kollegen: Vector scheint für erfahrene Kolleg:innen sehr attraktiv zu sein. Denn sonst würde die Ehrung der Jubilare in den Firmenversammlungen nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen;-)
> Work-Life-Balance: Du kannst auch 5 Tage pro Woche ins Homeoffice, musst dann aber schauen, dass du in anderen Wochen mehr im Büro bist, um auf die 33 % Präsenszeit pro Monat zu kommen. Zudem ruhen wir uns nicht auf einem Branchenstandard aus, sondern versuchen mit der Regelung alle abzuholen. Es gibt nämlich durchaus Kolleg:innen, die sich mehr Anwesenheit im Büro wünschen und motivierter und produktiver arbeiten können mit anderen Gleichgesinnten um sie herum. Das Gesamtpaket an Work-Life-Balance-Möglichkeiten beschränkt sich zum Glück nicht nur auf den flexiblen Arbeitsort, sondern geht weit darüber hinaus.

Jetzt ist die Antwort doch länger ausgefallen als geplant. Wahrscheinlich sind für dich trotzdem noch nicht alle Themen abschließend geklärt. Die Türen bei Vector sind immer offen. Wende dich gerne wegen weiterer Details an deine zuständige Personalreferentin oder den Personalreferenten oder eine andere Person deines Vertrauens. Das würde uns freuen.

Herzliche Grüße

Holger

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