Gute Kultur und Arbeitsumgebung, intransparente Vergütung und Aufstiegswege
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeitsumgebung, die in Stuttgart vermutlich einmalig ist. Das fachliche Niveau der Kollegen. Und den Umgang untereinander, der auch bei Druck sachlich bleibt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Dass Vergütung und Entwicklung eine Blackbox sind. Keine offengelegten Bänder, keine vergleichbaren Level, keine Tarifbindung, kein Betriebsrat. Wer wissen will, wo er steht, bekommt keine belastbare Antwort, weil sie oft auch die Führungskraft nicht hat bzw. nicht zugänglich ist!
Verbesserungsvorschläge
Transparenz bei Gehältern und Aufstiegswegen. Es sollte nachvollziehbar sein, welches Joblevel welche Anforderungen hat*, welche Spanne dahintersteht und was nötig ist, um das nächste zu erreichen*. Heute ist das in jeder Abteilung anders und hängt an der Führungskraft.
Dazu eine einheitliche Systematik über die Produkt- und Unternehmensbereiche hinweg. Solange Rollen nicht vergleichbar sind, lässt sich weder Entwicklung planen noch Gerechtigkeit (zwischen Sparten) prüfen.
Arbeitsatmosphäre
Vorab: Meine Bewertung konzentriert sich bewusst auf Vergütung und Entwicklungswege. Andere Aspekte kommen dadurch kürzer (meine Prios).
Die Kultur ist in Ordnung. Der Umgang untereinander stimmt meist, fachlich arbeitet man auf gutem Niveau.
Was fehlt, ist Nachvollziehbarkeit bei Einstufung und Entwicklung. Es gibt keine Beschreibung, wie man das nächste Level erreicht, ab wann jemand als Principal oder Fellow gilt, welche Kriterien gelten um dies zu erreichen. Stattdessen hängt vieles am Wohlwollen der Führungskraft, und selbst dort weiß oft niemand *genau*, woran sich das bemisst.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung lässt sich von außen schwer messen, mein Eindruck ist aber subjektiv und nicht belastbar.
Arbeitsbedingungen
Hervorragend und ist in Stuttgart vermutlich einmalig.
Gehalt/Benefits
Gehaltsbänder existieren, sind aber nicht einsehbar. Man erfährt weder, welche Spanne zum eigenen Level gehört, noch wo man darin steht. Hinzu kommt, dass dasselbe Level je nach Bereich etwas anderes bedeutet: Wer in einer Produktsparte auf einer bestimmten Stufe eingruppiert ist, verdient teils deutlich mehr als jemand auf derselben Stufe in einem Unternehmensbereich. Eine übergreifende Systematik, die das vergleichbar macht, fehlt.
Seit dem Knick in der Branche ab 2023 sind Anpassungen zudem seltener geworden. Rechnet man die Inflation der letzten Jahre gegen, dürfte für viele über diesen Zeitraum ein realer Kaufkraftverlust im mittleren einstelligen Prozentbereich stehen. Das ist meine eigene Überschlagsrechnung, deckt sich aber mit dem, was ich im Kollegenkreis höre.
Dass ein Unternehmen in einer schwierigen Marktphase zurückhaltender wird, ist nachvollziehbar. Bonus ggf. entfällt auch, nur trägt die Belegschaft die Folgen, und gerade dann wäre Transparenz umso wichtiger. Wer nachvollziehen kann, warum wenig möglich ist und woran sich das künftig bemisst, trägt eine Durststrecke eher mit.

