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AG
Bewertung

Viel Potenzial, das durch schlechte Führung verspielt wird

1,4
Nicht empfohlen
Hat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr bei VEKA AG in Sendenhorst gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Eigentlich ist das Unternehmen ein guter Arbeitgeber und bietet vieles, was man sich wünscht: Die Bezahlung kommt zuverlässig und pünktlich, Arbeitskleidung wird gestellt und es gibt wirklich gute Benefits. Genau deshalb finde ich die Entwicklung umso bedauerlicher.

Denn all diese positiven Rahmenbedingungen bringen am Ende wenig, wenn einem der tägliche Arbeitsalltag durch mangelnde Führung, fehlende Wertschätzung und den Umgang mit Problemen zunehmend vermiest wird. Aus meiner Sicht liegt das Problem nicht grundsätzlich am Unternehmen oder an den vorhandenen Möglichkeiten, sondern vor allem daran, wie Führung im Arbeitsalltag tatsächlich gelebt wird.

Positiv ist sicherlich auch, dass sich das Unternehmen die Zeit nimmt, auf Bewertungen zu reagieren. Nach außen vermittelt das den Eindruck, dass Kritik ernst genommen wird. Für mich verlieren solche Antworten allerdings an Bedeutung, wenn daraus keine tatsächliche Auseinandersetzung mit den angesprochenen Problemen folgt.

Mir wurde nach meinem Ausscheiden ein persönliches Gespräch zugesagt. Gerade im Hinblick auf meine ehemaligen Kollegen hätte ich mir dafür gerne die Zeit genommen und meine Erfahrungen offen und konstruktiv geschildert. Leider ist es bei der Ankündigung geblieben – eine Kontaktaufnahme oder ein Gespräch fand nicht statt.

Das ist besonders schade, weil aus meiner Sicht vieles vorhanden wäre, um ein wirklich guter Arbeitgeber zu sein. Gute Bezahlung, Benefits und Arbeitskleidung sind wichtig – sie können aber keine gute Führung ersetzen. Wenn motivierte und qualifizierte Mitarbeiter irgendwann lieber gehen, obwohl die Rahmenbedingungen eigentlich stimmen, sollte man sich ernsthaft mit den Gründen dafür beschäftigen.

Eine Antwort unter einer Bewertung ist schnell geschrieben. Entscheidend ist, ob man auch bereit ist, die angesprochenen Probleme intern anzugehen. Genau diese Bereitschaft habe ich leider nicht wahrgenommen.

Daher würde ich das Unternehmen auch nicht grundsätzlich als Arbeitgeber schlecht bewerten. Ich würde Bewerbern allerdings dringend empfehlen, sich vorab ein möglichst genaues Bild von der jeweiligen Abteilung und insbesondere von der dortigen Führung zu machen. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass genau das einen enormen Unterschied machen kann!

Ein guter Arbeitgeber, der sich selbst im Weg steht.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Im Allgemeinen kritisiere ich vor allem das mangelnde Interesse an wirklicher Veränderung. Probleme sind teilweise bekannt, trotzdem habe ich kaum nachhaltige Verbesserungen wahrgenommen.

Verbesserungsvorschläge

Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hat sich über die Jahre deutlich verschlechtert. Aus einem früher sehr guten Team ist zunehmend ein „Jeder kümmert sich um sich selbst“-Gefühl entstanden. Einen wesentlichen Grund sehe ich in der fehlenden Führung. Probleme werden zu wenig angegangen und Unterschiede bei Engagement und Leistung kaum berücksichtigt. Das wirkt sich entsprechend auf Motivation und Teamgefühl aus.

Kommunikation
Kritik und das offene Ansprechen von Problemen sind aus meiner Erfahrung nicht gerne gesehen. Wer Dinge hinterfragt, hat schnell das Gefühl, sich damit selbst ins Abseits zu stellen. Gerade von Führungskräften würde ich erwarten, Kritik ernst zu nehmen und auch das eigene Handeln zu hinterfragen.

Work-Life-Balance
Grundsätzlich in Ordnung, allerdings ist der Umgang mit Überstunden fragwürdig. Trotz eines Guthabens von über 50 Stunden war es schwierig, diese durch Freizeit abzubauen – selbst wenn die Arbeit es zugelassen hätte. Statt eine halbe Stunde früher zu gehen, hieß es, man könne sich auch einen Besen nehmen und fegen.
Eine Auszahlung ist zwar möglich. Wenn aber Freizeitausgleich ebenfalls angeboten wird, sollte dieser auch unkompliziert möglich sein.

Vorgesetztenverhalten
Für mich mit Abstand der größte Kritikpunkt!
Aus meiner Sicht fehlt es an präsenter, konsequenter und vor allem fairer Führung. Es entsteht der Eindruck, dass jeder weitgehend machen kann, was er möchte. Ob jemand sich täglich engagiert, Verantwortung übernimmt, mitdenkt und zusätzliche Aufgaben erledigt oder lediglich seine Arbeitszeit absitzt, macht am Ende kaum einen erkennbaren Unterschied.

Das ist für engagierte Mitarbeiter auf Dauer extrem demotivierend. Wer zuverlässig arbeitet, bekommt im Zweifel noch mehr Aufgaben und Verantwortung. Wer weniger leistet, wird dagegen kaum zur Verantwortung gezogen. So entsteht irgendwann zwangsläufig die Frage, warum man sich überhaupt noch besonders einsetzen sollte.

Hinzu kommt aus meiner Sicht mangelnde Präsenz im tatsächlichen Arbeitsalltag. Wer selten dort ist, wo die täglichen Probleme entstehen, bekommt natürlich auch nur eingeschränkt mit, wer Verantwortung übernimmt, wer regelmäßig die Arbeit anderer auffängt und wo es im Team tatsächlich „zwickt“. Führung funktioniert meiner Meinung nach nicht nur vom Schreibtisch aus.

Auch der Umgang mit Kritik ist enttäuschend. Probleme offen anzusprechen oder Entscheidungen zu hinterfragen, führt meiner Erfahrung nach eher dazu, dass man selbst kritisch gesehen wird. Statt sich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, entsteht schnell der Eindruck, dass Ruhe wichtiger ist als Veränderung.

Genau hier vermisse ich echte Führungsverantwortung. Führung bedeutet für mich nicht, Probleme möglichst lange laufen zu lassen. Sie bedeutet, hinzuschauen, Entscheidungen zu treffen, Konflikte anzusprechen, Leistung anzuerkennen, mangelnde Leistung ebenfalls anzusprechen und für nachvollziehbare Regeln zu sorgen.

Besonders problematisch finde ich die langfristigen Folgen. Wenn gute Leistung kaum Anerkennung findet und schlechte Leistung ebenso wenig Konsequenzen hat, werden gerade die engagierten Mitarbeiter irgendwann müde. Manche reduzieren ihren Einsatz, andere orientieren sich beruflich neu.

Dass bekannte Probleme offenbar über längere Zeit bestehen bleiben, obwohl entsprechende Kritik auch dem Betriebsrat zugetragen wurde, macht es für mich umso unverständlicher. Nachhaltige Verbesserungen habe ich jedenfalls nicht wahrgenommen.

Am Ende entsteht leider der Eindruck, dass der Verlust qualifizierter und motivierter Mitarbeiter eher in Kauf genommen wird, als bestehende Führungsprobleme konsequent anzugehen. Damit verliert man aus meiner Sicht genau diejenigen, deren Engagement man eigentlich fördern und halten sollte.

Interessante Aufgaben
Eigeninitiative und persönliche Weiterentwicklung werden jedoch kaum gefördert. Selbst wenn die eigene Arbeit erledigt ist, kann das freiwillige Unterstützen anderer Abteilungen kritisch gesehen oder sogar untersagt werden.

Dass es in anderen Abteilungen durchaus anders funktioniert, zeigt für mich, wie stark dies vom jeweiligen Vorgesetzten abhängt. Gerade motivierte Mitarbeiter, die freiwillig Neues lernen und sich weiterentwickeln möchten, sollte man fördern und nicht ausbremsen...

Lohn/Gehalt
Das Gehalt ist grundsätzlich in Ordnung. Die „Lohngespräche“ wirken allerdings eher wie die Rechtfertigung eines bereits feststehenden Ergebnisses.

Kaum messbare Kategorien wie „Firmeninteresse“ oder „Sozialverhalten“ bieten genug Spielraum, um die Bewertung entsprechend anzupassen. Soll der Stundenlohn nicht steigen, entsteht schnell der Eindruck, dass die Punkte passend gemacht werden.

Transparent und nachvollziehbar sieht für mich anders aus – und mit einem echten „Gespräch“ hat das Ganze ebenfalls wenig zu tun.


Arbeitsatmosphäre

Image

Work-Life-Balance

Karriere/Weiterbildung

Kollegenzusammenhalt

Vorgesetztenverhalten

Arbeitsbedingungen

Kommunikation

Gehalt/Benefits

Interessante Aufgaben

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Arbeitgeber-Kommentar

Melanie LischenskyPersonalreferentin

Liebe:r ehemalige:r Mitarbeiter:in,

vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihre Erfahrungen so ausführlich und differenziert zu schildern.

Wir freuen uns sehr, dass Sie die grundsätzlichen Rahmenbedingungen und Leistungen positiv wahrgenommen haben. Umso mehr bedauern wir, dass Ihre Erfahrungen insbesondere in den Bereichen Führung, Kommunikation, Wertschätzung und den Umgang mit Kritik dazu geführt haben, dass Ihr Gesamtbild am Ende deutlich kritischer ausgefallen ist. Diese Punkte sind für uns wichtige Bestandteile einer guten Zusammenarbeit.

Besonders bedauern wir, dass ein nach Ihrem Ausscheiden angekündigtes persönliches Gespräch offenbar nicht zustande gekommen ist. Dass dadurch der Eindruck entstanden ist, eine Rückmeldung ist nicht wirklich gewünscht, können wir nachvollziehen. Ein direkter Austausch wäre aus unserer Sicht ein geeigneter Rahmen gewesen, um die Erfahrungen und Kritikpunkte näher zu besprechen, anstatt sie auf einer öffentlichen Plattform zu beurteilen.

Wir möchten Ihnen deshalb anbieten, das Gespräch zum Ausstieg nachzuholen, sodass wir uns genauer über Ihre Erfahrungen austauschen können. Suchen Sie gerne den direkten Kontakt zu uns in der Personalabteilung oder unserem Betriebsrat.

Wir wünschen Ihnen für Ihre berufliche und private Zukunft weiterhin alles Gute und viel Erfolg.

Melanie Lischensky
- Personalreferentin –

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.