Ihr Unternehmen?

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Vermaat 
Deutschland 
Services 
GmbH
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Viele Chefs, wenig Mitarbeiter – und kaum Perspektiven

1,3
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung für dieses Unternehmen in Grafschaft gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Samstags und sonntags hat man frei, und normalerweise arbeitet man zu Bürozeiten. Das ist für mich eigentlich das einzig Positive an diesem Betrieb.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Schlechte Kommunikation, ausgeprägter Eindruck von Bevorzugung einzelner Mitarbeiter und eine für mich nicht nachvollziehbare Personal- und Führungsstruktur. Wenige Mitarbeiter im operativen Bereich stehen einer großen Anzahl von Führungskräften gegenüber. Gute Leistung, Motivation und Loyalität scheinen kaum Einfluss auf die persönliche oder finanzielle Entwicklung zu haben.

Wer nicht zum persönlichen Umfeld der Vorgesetzten gehört, hat meiner persönlichen Erfahrung nach deutlich schlechtere Karten.

Verbesserungsvorschläge

Vielleicht wäre es sinnvoll, den Mitarbeitern vor Ort tatsächlich zuzuhören – nicht nur den Führungskräften.

Falls das Thema die Zentrale irgendwann tatsächlich interessiert, könnte man jemanden aus der Zentrale, dem die Mitarbeiter vertrauen können, direkt und anonym mit den Mitarbeitern vor Ort sprechen lassen.

Mit den Leuten, die jeden Tag die Buffets vorbereiten, Salate und Speisen zubereiten, belegte Brötchen machen, Geschirr spülen, Kaffee zubereiten und dabei täglich hunderte Kunden freundlich bedienen – und das für eine Bezahlung auf Tarifniveau.

Vielleicht wäre die Zentrale dann überrascht festzustellen, dass ich mit dieser Meinung nicht allein bin.

Andererseits gibt es inzwischen mehr als 53 Bewertungen von Mitarbeitern auf Kununu, von denen sich viele in ihren Kritikpunkten mit meinen persönlichen Erfahrungen überschneiden. Dass auf diese wiederkehrenden Kritikpunkte öffentlich offenbar kaum eingegangen wird, lässt zumindest die Frage aufkommen, wie ernst diese Rückmeldungen tatsächlich genommen werden.

Die mehr als 53 Bewertungen auf Kununu könnten dafür bereits ein ziemlich guter Ausgangspunkt sein. Man müsste sie nur ernst nehmen.

Außerdem sollte man sich vielleicht nicht nur die Fluktuation in der Führungsebene anschauen, sondern auch die Frage stellen, warum Mitarbeiter an der Basis gehen oder bleiben. Denn genau diese Mitarbeiter stehen jeden Tag vor den Kunden und sorgen dafür, dass der Betrieb überhaupt läuft.

Arbeitsatmosphäre

Über die Zentrale kann ich nichts sagen, da ich dort keine persönlichen Erfahrungen habe. Ich beziehe mich ausschließlich auf einen der Catering-Betriebe, der für einen sogenannten „Premium-Kunden“ tätig ist.

Toxische, herablassende und ungerechte Arbeitsatmosphäre. Gute Arbeitsbedingungen oder Aufstiegsmöglichkeiten scheinen meiner persönlichen Erfahrung nach vor allem davon abzuhängen, ob man zum persönlichen Umfeld der Betriebsleiterin gehört.

Die Betriebsleiterin scheint zu denken, L&D GmbH (jetzt Vermaat Deutschland Services GmbH) gehöre ihr und sie selbst sei Gott.

Wenn du als Koch, Servicekraft oder Spüler zu den Mitarbeitern gehörst, die für eine Bezahlung auf Tarifniveau täglich für das Unternehmen den Kopf hinhalten, mit Hunderten von Kunden arbeiten und dafür sorgen, dass sie zufrieden sind, solltest du wissen, was dich erwartet: Vor Ort stehst du praktisch allein da, mit etwas Glück hast du noch einen Helfer an deiner Seite. Über dir stehen dagegen mindestens neun verschiedene Vorgesetzte.

Kommunikation

Wenn du nicht zum persönlichen Umfeld der Vorgesetzten gehörst, gibt es meiner persönlichen Erfahrung nach praktisch keine Kommunikation.

Kein Feedback, keine wirkliche Möglichkeit, seine Meinung einzubringen, und teilweise ein sehr respektloser Umgang mit den Mitarbeitern. Es entsteht der Eindruck, dass die Meinung derjenigen, die täglich die eigentliche Arbeit leisten, nicht wirklich zählt.

Wenn es allerdings darum geht, Überstunden zu machen oder bei Sonderveranstaltungen auszuhelfen, funktioniert die Kommunikation plötzlich sehr schnell.

Kollegenzusammenhalt

Kein echter Kollegenzusammenhalt. Viel Falschheit und Getue. Die Leute lächeln dir ins Gesicht und sobald du dich umdrehst, wird hinter deinem Rücken über dich hergezogen.

Ständiges Lästern, Gerüchte, gegenseitige Kritik und schlechte Stimmung gehören hier zum Alltag.

Work-Life-Balance

Samstags und sonntags hat man frei, und normalerweise arbeitet man zu Bürozeiten. Ich denke, das ist eigentlich das einzig Gute an diesem Catering.

Wenn jemand krankheitsbedingt ausfällt, ist sofort großes Drama, weil grundsätzlich nur mit der Mindestbesetzung gearbeitet wird.

Vorgesetztenverhalten

Vorgesetztenverhalten – ein durchaus umfangreiches Thema, wenn ein Koch oder eine Servicekraft in diesem Betrieb neun verschiedene Vorgesetzte über sich hat.

Das eigentliche Problem merkt man im täglichen Betrieb: Du erledigst gefühlt 80 % der operativen Arbeit, während dein Vorgesetzter, der deutlich mehr verdient und wesentlich bessere Arbeitsbedingungen hat, mit etwas Glück die restlichen 20 % übernimmt und einen großen Teil des Tages mit Gesprächen verbringt, während die eigentliche Arbeit von den Mitarbeitern erledigt wird.

Am Ende bleiben vor allem Frust und die Frage, wie sinnvoll dieses System eigentlich sein soll.

Und wieder zeigt sich dieselbe Kultur, die offenbar von oben nach unten durch die gesamte Hierarchie weitergegeben wird.

Es wäre durchaus interessant zu wissen, wie viele Positionen nach Leistung, Erfahrung und Qualifikation vergeben werden – und bei wie vielen persönliche Beziehungen eine Rolle spielen (Freunde, Partner, Familienangehörige …).

Wer einen guten persönlichen Draht zur Betriebsleiterin hat, scheint deutlich bessere Karten zu haben. Für alle anderen gilt offenbar: arbeiten, den Mund halten und möglichst keine Fragen stellen.

Interessante Aufgaben

Monotone Arbeit, immer wieder das Gleiche. Kaum Möglichkeiten, etwas Neues zu lernen, eigene Ideen einzubringen oder einmal in andere Abteilungen hineinzuschnuppern und dort neue Erfahrungen zu sammeln.

Abwechslung oder persönliche Weiterentwicklung im Arbeitsalltag? Fehlanzeige.

Egal, wie gut du deine Arbeit machst, wie loyal oder motiviert du bist – am Ende bleibst du offenbar in derselben Position und bekommst weiterhin nur den tariflichen Mindestlohn. Engagement und gute Leistung scheinen daran nichts zu ändern.

Wer einmal in seiner Position ist, bleibt offenbar auch dort – unabhängig davon, wie viel Interesse oder Motivation man zeigt, etwas Neues zu lernen oder sich weiterzuentwickeln.

Gleichberechtigung

Gleichberechtigung? Fehlanzeige.

Wer zum Kreis der Lieblinge gehört, scheint sich deutlich mehr erlauben zu können als alle anderen. Für manche gelten offenbar andere Regeln als für den Rest.

Ob es um Arbeitszeiten, kurzfristige Freistellungen, persönliche Anliegen oder den Umgang mit Fehlern geht – der Eindruck entsteht, dass nicht für alle dieselben Maßstäbe gelten.

Auch bei Aufstiegsmöglichkeiten scheint nicht allein Leistung, Erfahrung oder Qualifikation zu zählen. Wer den richtigen persönlichen Draht zu den Vorgesetzten hat, scheint deutlich bessere Chancen zu haben.

Wer dagegen einfach nur seine Arbeit macht, zuverlässig ist und jeden Tag seinen Job erledigt, kann offenbar lange darauf warten, dass sich das auch in Form von mehr Verantwortung, besseren Bedingungen oder einer entsprechenden Entwicklung bemerkbar macht.

Umgang mit älteren Kollegen

Keine besonderen negativen Erfahrungen im Umgang mit älteren Kollegen.

Arbeitsbedingungen

Gearbeitet wird grundsätzlich mit der Mindestbesetzung. Fällt jemand krankheitsbedingt aus, müssen die übrigen Mitarbeiter die zusätzliche Arbeit auffangen. Die Arbeitsbelastung ist dadurch entsprechend hoch.

Diejenigen, die täglich im Service oder in der Küche stehen und direkt mit den Kunden arbeiten, bekommen die Folgen dieser knappen Personalplanung unmittelbar zu spüren. Wenn eine Person fehlt, wird die Arbeit nicht weniger – sie verteilt sich einfach auf die wenigen Mitarbeiter, die noch da sind.

Zusätzliche Einsätze und Überstunden werden erwartet, wenn sie benötigt werden. Gleichzeitig fehlt es meiner Erfahrung nach an ausreichend Personal und an einer vernünftigen Reserve, um Ausfälle abzufangen.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Zum Umweltbewusstsein kann ich wenig sagen. Was das Sozialbewusstsein gegenüber den eigenen Mitarbeitern betrifft, habe ich allerdings einen eher ernüchternden Eindruck.

Wer täglich im Service oder in der Küche steht, direkt mit den Kunden arbeitet und den Betrieb am Laufen hält, scheint bei vielen Entscheidungen eher als verfügbare Arbeitskraft denn als Mitarbeiter mit eigenen Bedürfnissen wahrgenommen zu werden. Wertschätzung und Rücksichtnahme auf die Mitarbeiter? Aus meiner persönlichen Erfahrung eher Fehlanzeige.

Ich weiß nicht, welche Unternehmenskultur und welche Werte im Umgang mit den Mitarbeitern bei L&D – inzwischen Vermaat Deutschland – in der Zentrale tatsächlich vertreten werden. Wenn es dort entsprechende Werte gibt, erkenne ich sie jedenfalls in meinem täglichen Arbeitsumfeld nur sehr schwer wieder.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt liegt auf Tarifniveau – und genau dort scheint es auch zu bleiben. Egal, wie gut du deine Arbeit machst, wie zuverlässig, loyal oder motiviert du bist: Eine entsprechende finanzielle Anerkennung scheint nicht vorgesehen zu sein. Mehr Verantwortung bedeutet offenbar nicht automatisch mehr Gehalt.

Wenn man jeden Tag mit Kunden arbeitet, Verantwortung übernimmt und dafür sorgt, dass der Betrieb läuft, wäre etwas mehr Anerkennung in Form von Gehalt oder Benefits durchaus wünschenswert.

Image

Nach außen präsentiert sich das Unternehmen als modern, professionell und erfolgreich. Die Außendarstellung und die Realität im Arbeitsalltag wirken auf mich allerdings wie zwei völlig verschiedene Welten.

Was das Image als Arbeitgeber betrifft, sehe ich persönlich keinen besonderen Mehrwert darin, hier gearbeitet zu haben. Ich habe nicht den Eindruck, dass diese Berufserfahrung meinem Lebenslauf besondere Türen öffnet oder meinen beruflichen Wert steigert.

Was ich besonders interessant finde: Auf der eigenen Website wird prominent mit mehr als 930 Mitarbeitern, über 100 Betriebsrestaurants und rund 40.000 täglichen Gästen geworben. Gleichzeitig wird eine Fluktuation von unter 1 % in der Führungsebene hervorgehoben.

Mich würde allerdings eine andere Zahl viel mehr interessieren: Wie hoch ist die Fluktuation bei den normalen Mitarbeitern – bei Servicekräften, Köchen und anderen Mitarbeitern, die jeden Tag vor den Kunden stehen und den eigentlichen Betrieb am Laufen halten?

Vielleicht wäre diese Zahl für das Unternehmen weniger angenehm. Vielleicht würde sie aber auch die viel wichtigere Frage beantworten: Warum gehen Mitarbeiter – oder warum bleiben sie?

Karriere/Weiterbildung

Karriere und Weiterbildung? Fehlanzeige.

Wer einmal als Koch oder Servicekraft angefangen hat, scheint auch genau dort zu bleiben. Egal, wie gut man seine Arbeit macht, wie zuverlässig, loyal oder motiviert man ist – echte Entwicklungsmöglichkeiten sind meiner Erfahrung nach kaum vorhanden.

Keine klaren Karrierewege, kaum Weiterbildungsmöglichkeiten und offenbar wenig Interesse daran, engagierte Mitarbeiter gezielt weiterzuentwickeln oder ihnen neue Perspektiven innerhalb des Unternehmens zu bieten.

Besonders bezeichnend finde ich, dass mir persönlich – und auch mehreren anderen Mitarbeitern, die ich kenne – auf die Frage nach einer besseren Bezahlung sinngemäß nahegelegt wurde, mir am Wochenende einen Minijob zu suchen, wenn ich mehr Geld benötige.

Statt über Entwicklungsmöglichkeiten, mehr Verantwortung oder eine entsprechende finanzielle Anerkennung zu sprechen, scheint die Lösung für zusätzlichen finanziellen Bedarf also eher darin zu bestehen, sich nebenbei noch einen weiteren Job zu suchen.

Wenn man sich beruflich weiterentwickeln möchte, scheint man eher auf Eigeninitiative angewiesen zu sein – und möglicherweise außerhalb des Unternehmens bessere Chancen zu finden.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.