Vom super Arbeitgeber zum totalen Gegenteil
Gut am Arbeitgeber finde ich
Leider seit diesem Jahr kaum noch etwas. Lediglich die Aufgaben, das Team und die Möglichkeit, remote zu arbeiten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Management, intransparente Kommunikation und den Umgang mit den Mitarbeiter*innen, v.a. in Bezug auf die Kündigungen.
Verbesserungsvorschläge
Eine klare Linie fahren: Entweder man möchte noch zu den ehemals aufgestellten Werten des Unternehmens stehen, dann sollte das Management ausgetauscht werden oder man macht einen klaren Cut und ist einfach wie jedes andere beliebige Softwareunternehmen, wo Nachhaltigkeit nur als Businesszweck gesehen wird.
Arbeitsatmosphäre
Nachdem das Management Anfang des Jahres gewechselt hat und es eine Umstrukturierung (v.a. im Consulting-Bereich) gab, war die Atmosphäre von großer Unsicherheit, mangelnder Transparenz und gefühlter Planlosigkeit (in Bezug auf Change-Prozesse) geprägt. Nach der ersten großen Kündigungswelle, die wie in einem US-amerikanischen Konzern gehandhabt wurde, war die Arbeitsatmosphäre dann leider nochmals angespannter.
Image
Kann ich schwer beurteilen. Von außen vielleicht noch ganz gut, wenn man die internen Probleme nicht kennt.
Work-Life-Balance
Remote arbeiten zu können, trägt für mich sehr zu einer besseren Work-Life-Balance bei. Im Consulting gab es natürlich auch mal stressigere Phasen mit Überstunden, allerdings nicht vergleichbar mit klassischen Beratungen. Wichtig ist hier aber auch anzumerken, dass man in erster Linie selbst dafür verantwortlich ist, nicht zu viel zu arbeiten. Wenn man dazu neigt, war es in meiner Erfahrung nicht so, dass die Führungskraft aktiv dafür gesorgt hätte, dass die Balance gehalten wird.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt zwar Learning-Lunches, aber konkret in seinem Bereich muss man sich selbst um seine Weiterbildung kümmern.
Gehalt/Benefits
In einigen Bereichen ist VERSO wohl sehr gut aufgestellt. Für Consulting eher im Mittelfeld.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Zunächst war ich hier sehr positiv eingestimmt (bei Offsites gab es z.B. nur vegetarisches Essen oder es wurden MacBooks u.a. aufgrund besserer Energieeffizienz genutzt).
Allerdings habe ich erfahren, dass das Management teilweise mehrmals im Monat in Deutschland fliegt, um sowohl in den Büros in Hamburg als auch in München sein zu können. Ich verstehe, dass persönlicher Kontakt wichtig sein kann, allerdings gibt es dafür ja auch Zugverbindungen und bei einem Remote Unternehmen gibt es außerdem entsprechende digitale Strukturen.
Außerdem schreibt VERSO keinen Nachhaltigkeitsbericht über sich selbst, was ebenfalls viel aussagt.
Kollegenzusammenhalt
Diesen Punkt kann ich nach wie vor nur mit 5 Sternen bewerten. Die Mitarbeitenden bei VERSO sind fantastisch. Man hat sich sehr schnell ins Team aufgenommen gefühlt und bei Problemen wurde schnell Unterstützung angeboten. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Teams habe ich als sehr freundlich empfunden.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gab eher wenige ältere Kolleg*innen. Aus meiner Perspektive gab es hier keine Benachteiligungen o.ä., Aber das können die Personen besser beurteilen.
Vorgesetztenverhalten
Leider kann ich hier nur einen Stern vergeben. Ich war anfangs mit meinem Vorgesetzten sehr zufrieden. Als jedoch die ersten größeren Veränderungen bei VERSO bemerkbar wurden, hat sich meine Führungskraft leider gar nicht mehr für das Team eingesetzt und zu großer Verunsicherung beigetragen.
Arbeitsbedingungen
Remote arbeiten zu können ist für mich ein riesengroßer Pluspunkt. Für das Home Office bekommt man einen Laptop und Bildschirm. Es wurde zwar mal versprochen, dass es einen Zuschuss zu ergonomischen Stühlen gibt, leider kam dann aber nichts mehr.
Kommunikation
Im letzten Jahr hätte ich die Kommunikation noch als sehr gut bewertet, allerdings spiegelt das nicht mehr die aktuelle Situation wieder. Es gab zwar noch Company-Update-Calls, aber dort wurden oft nicht die wirklich wichtigen Sachen geteilt. Entscheidungen kamen fast nur noch Top-Down. Natürlich ist das manchmal auch notwendig, aber im letzten Jahr wurden die Mitarbeitenden weit mehr einbezogen und wirklich transparent informiert.
Gleichberechtigung
Per se hatte ich das Gefühl, dass Gleichberechtigung als sehr wichtig angesehen wird und z.B. Meinungen verschiedener Personen gewünscht sind. Wenn man sich die unterschiedlichen Gehälter von teilweise sehr ähnlichen Positionen ansieht, kann ich das in diesem Aspekt aber leider nicht bestätigen.
Interessante Aufgaben
Durch verschiedenste Kund*innenprojekte und die Möglichkeit, neue Produkte mitzuentwickeln, waren die Aufgaben meistens sehr interessant.