Insgesamt würde ich diesen Arbeitgeber nicht weiterempfehlen. Als Einstieg in die Pflege oder um erste Berufserfahrung z
Arbeitsatmosphäre
bei Urlaubs- und Freiwünschen nicht alle gleich behandelt werden. Zuerst wird darauf geachtet, dass die PDL ihre gewünschten freien Tage bekommt, danach kommen ihre Lieblingskollegen. Für die übrigen Mitarbeiter bleibt dann oft nur das übrig, was noch möglich ist – ob man die gewünschten freien Tage bekommt oder nicht, scheint davon abzuhängen, wie gut man mit der PDL steht.
Work-Life-Balance
Zu Beginn werden bestimmte Wünsche für den Dienstplan besprochen, zum Beispiel feste Schichten oder bestimmte freie Tage. Es wird zugesagt, dass diese berücksichtigt werden. Am Ende ist der Dienstplan aber oft genau anders, als vereinbart. Fragt man nach dem Grund, heißt es meistens: „Diesmal hat es leider nicht geklappt, aber nächsten Monat mache ich es ganz bestimmt.“ Leider wiederholt sich das teilweise über mehrere Monate hinweg.
Karriere/Weiterbildung
Ein weiterer Kritikpunkt sind die verpflichtenden Teambesprechungen bzw. Teammeetings. Diese finden regelmäßig statt und die Teilnahme wird auch an freien Tagen erwartet. So kann es vorkommen, dass man sieben Tage arbeitet, einen freien Tag hat, an diesem aber für ein zweistündiges Teammeeting erscheinen muss und anschließend wieder mehrere Tage am Stück arbeitet. Dadurch ist der freie Tag praktisch kein echter Erholungstag mehr.
Aus meiner Sicht ist dieses Vorgehen nicht mehr zeitgemäß. Gerade heute könnten viele dieser Besprechungen oder Schulungen problemlos digital stattfinden. Das würde die Freizeit der Mitarbeitenden deutlich besser respektieren und gleichzeitig Zeit und Aufwand sparen.
Gehalt/Benefits
Für die Größe der Einrichtung empfinde ich das Gehalt als eher niedrig. Gemessen an der Verantwortung, den Aufgaben und der Flexibilität, die von den Mitarbeitern erwartet wird, ist die Bezahlung aus meiner Sicht nicht angemessen. Obwohl man überwiegend in einem Wohnbereich eingesetzt ist, muss man jederzeit damit rechnen, kurzfristig auch in anderen Bereichen eingesetzt zu werden.
Kollegenzusammenhalt
die alten Kollegen halten richtig gut zusammen – das Team ist wirklich eingespielt. Leider habe ich aber den Eindruck, dass neue Kollegen es oft schwer haben und eher ausgegrenzt oder wieder rausgedrängt werden.
Vorgesetztenverhalten
Ich habe den Eindruck, dass Probleme wie Mobbing, Diskriminierung oder andere schwerwiegende Konflikte oft nicht ernsthaft angesprochen werden. Statt diese Themen offen zu klären, wird ihnen eher ausgewichen. Es entsteht der Eindruck, dass Konflikte bewusst vermieden werden, um langjährige Mitarbeiter nicht zu verlieren.
Arbeitsbedingungen
Ein weiterer Punkt, der mich persönlich sehr belastet hat, war die Verpflichtung, sich nach jeder Schicht noch bei der PDL zu melden. Man musste nach Dienstende ins Büro gehen, kurz berichten, dass alles erledigt ist, ob es Besonderheiten gab, und sich erst dann verabschieden. Das war eine feste Erwartung.
Dabei gibt es ohnehin an jedem Werktag bereits eine gemeinsame Übergabe bzw. Besprechung mit allen Pflegefachkräften, bei der alle wichtigen Informationen, besondere Vorkommnisse und aktuelle Themen besprochen werden. Aus meiner Sicht sind tägliche Besprechungen bereits sehr häufig – zwei- bis dreimal pro Woche wären meiner Meinung nach ausreichend.
Zusätzlich nach jeder Schicht noch persönlich bei der PDL Bericht erstatten zu müssen, fühlte sich für mich unnötig und kontrollierend an. Außerdem kostet es zusätzliche Zeit, die häufig nicht mehr als Arbeitszeit angerechnet wird.
Interessante Aufgaben
Positiv finde ich, dass der Arbeitgeber neuen Fort- und Weiterbildungen grundsätzlich offen gegenübersteht. In vielen Fällen werden die Kosten übernommen und man wird während der Weiterbildung unterstützt, damit man sie erfolgreich abschließen kann.

