Zwischen Herzlichkeit und Härte – ein Unternehmen im Wandel
Gut am Arbeitgeber finde ich
Kollegiale und hilfsbereite Menschen, soziales Engagement und ehrliche Fürsorge in Notsituationen, gute Benefits (Getränke, Obst, Firmenevents, Homeoffice-Regelung), Weiterbildungsmöglichkeiten
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Starker wirtschaftlicher Druck, hohe Arbeitsbelastung und teils fehlende, teils überflüssige Struktur (wobei an letzterem stark gearbeitet wird). Stimmungsschwankungen durch Umstrukturierungen, teilweise inkonsistente Führungskultur.
Verbesserungsvorschläge
Klare Kommunikation des aktuellen und langfristigen strategischen Zieles durch die Geschäftsführung. Eine monetäre Summe ist dabei für mich authentischer, als eine Mission, die unterschiedlich verstanden werden kann.
Arbeitsatmosphäre
Das Unternehmen hat sich in den letzten Jahren stark verändert, mit nennenswerten strukturellen Anpassungen. Diese Entwicklungen waren/sind spürbar herausfordernd. Gleichzeitig gibt es viele engagierte Menschen, die versuchen, das Beste daraus zu machen.
Im Alltag herrscht grundsätzlich ein freundlicher Umgang. Viele Kolleginnen und Kollegen sind hilfsbereit und herzlich. Durch die Umstrukturierungen und personellen Abgänge in der letzten Zeit war die Stimmung aber spürbar gedrückt. Für mich stellte es sich so dar, dass viele sich Sorgen machen.
Ich habe zugleich die Unternehmenskultur als zwiegespalten erlebt. Einerseits wird viel Wert auf Offenheit, Kollegialität und Teamgeist gelegt. Andererseits ist - wie überall - das finanzielle Ergebnis am Ende des Tages entscheidend. Zwischen der Vorgabe von Eigenverantwortung aller Mitarbeitenden und den tatsächlichen Strukturen entsteht manchmal ein Spannungsfeld, das belastend wirken kann.
Image
Nach außen präsentiert sich das Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber und relevanter Partner. Die wirtschaftlichen Herausforderungen und Personalveränderungen blieben in meiner Wahrnehmung aber auch außerhalb nicht mehr unbemerkt.
Work-Life-Balance
Das Homeoffice an Montagen und Freitagen ist ein Pluspunkt. Gleichzeitig hat der steigende Arbeitsdruck in manchen Phasen das Gleichgewicht spürbar beeinträchtigt. Es gibt eine Zeiterfassung, jedoch nicht für Führungskräfte.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt viele Weiterbildungsangebote und Freiräume, um Neues zu lernen, z. B. Themenwochen. Das bisherige Weiterbildungsbudget empfand ich als top.
Eine echte, geplante Karriere-Entwicklung habe ich jedoch nicht wahrgenommen. Eine klarere strategische Ausrichtung, welche Kompetenzen langfristig relevant sind, oder eine gewisse Personalentwicklung wäre hilfreich - ohne in Vorgaben zu verfallen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt kam immer pünktlich. Teilweise galt ein Tarifvertrag.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Thema Nachhaltigkeit/CO2-Belastung wird zunehmend ernst genommen. Mülltrennung ist Standard. Besonders positiv finde ich das soziale Engagement der Geschäftsführung – sowohl intern bei Hilfsaktionen als auch extern bei sozialen Projekten.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt ist eine der größten Stärken. In schwierigen Situationen haben sich viele gegenseitig unterstützt. Diese menschliche Seite hat für mich den Unterschied gemacht.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kolleginnen und Kollegen werden geschätzt und als erfahrene Ansprechpartner wahrgenommen. Ich habe eher selten negativen Umgang erlebt. Das Weiterbildungsbudget sehe ich hier als größten Pluspunkt: auch die Älteren können damit "up to date" bleiben, ohne sich für Weiterbildung rechtfertigen zu müssen.
Vorgesetztenverhalten
Ich habe sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Manche Vorgesetzte waren offen, kommunikativ und lösungsorientiert. Andere wirkten auf mich auf ihre eigenen Ziele fokussiert. Und ich habe immer mal wieder die Übernahme von Verantwortung bei schwierigen Themen vermisst.
Arbeitsbedingungen
Die Büros sind grundsätzlich okay, in manchen Fällen gefühlt eher "voll". Es gibt kostenlos Obst, Kaffee, Wasser. Dazu kommen vom Betriebsrat eingekaufte Suppen, im Sommer kommt auf dessen Bestellung manchmal sogar der Eiswagen. Auch kleine Aufmerksamkeiten wie ein Schokonikolaus führen zu einem Lächeln. Diensthandys waren bestimmten Rollen vorbehalten. Private Hundemitnahme ins Büro wurde geduldet. Die Parkplatzsituation war teilweise angespannt.
Kommunikation
Die Kommunikation erfolgt meist über Teams-Mitteilungen oder Mitarbeiterversammlungen. In Phasen mit vielen negativen Nachrichten fühlte ich mich eher informiert als eingebunden. Trotz Duz-Kultur und grundsätzlich toller Zugänglichkeit zur Geschäftsführung gibt es durchaus eine definierte und gelebte Hierarchie.
Gleichberechtigung
Ich habe keine Diskriminierung erlebt. Frauen sind auch in Führungspositionen vertreten, verschiedene Lebensentwürfe und Orientierungen werden akzeptiert. Vielfalt wird insgesamt selbstverständlich gelebt.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind abwechslungsreich und bieten viele Gestaltungsmöglichkeiten.