Vom Traumjob zur mentalen Herausforderung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Vincentz ist ein Familienbetrieb, der viel Potenzial für einen modernen Arbeitgeber mit den besten Mitarbeiter:innen hat.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Dieses Potenzial wurde in den vergangenen Monaten sehr liegen gelassen. Auch wenn schwierige Zeiten hinter dem Unternehmen liegen, sollten doch auch immer wieder die Menschen priorisiert werden. Generell sind mir einige Entscheidungen und Priorisierungen schleierhaft.
Verbesserungsvorschläge
Offener mit den Mitarbeiter:innen reden, weniger „wir“, mehr „ihr“. Führungskräfte prüfen und Audits ernst nehmen, die Mitarbeiter:innen wieder mehr einbeziehen, persönlich bleiben (es gab z.B. mal selbstgebackene Kekse, Karten, Adventskalender, Lagerpartys - wieso gibt es das alles nicht mehr?), Gehälter nicht als zu hoch darstellen, wenn jemand Gesprächsbedarf hat
Arbeitsatmosphäre
+ Kolleg:innen
- Seit ca. 1 Jahr schlecht. Viele Unsicherheiten, Ängste und Sorgen. Langes hinhalten über wichtige Informationen. Meiner Meinung nach wurde hier zu lange nichts gemacht. Die Gespräche zwischen Kolleg:innen haben sich eigentlich nur noch über Kündigungen, fehlende Wertschätzung, zu hohe Arbeitsbelastung und zu niedriges Gehalt gedreht. Dies müsste eigentlich bemerkt und interveniert werden. Gesprächsangebote kamen aber nur vom Betriebsrat.
Image
Laut einigen Kundenbefragungen, zumindest in einem Verlagsbereich, oft unbekannt. Bei verbliebenen alteingesessenem Kund:innen positiv.
Work-Life-Balance
+ Home Office Möglichkeit, Gleitzeit
- hohe Arbeitslast, viele Überstunden (eigene Erfahrung sowie Statistiken)
Karriere/Weiterbildung
+ Grundsätzlich Fortbildungsbudget entsprechend eines Brutto-Gehaltes, viel freie Hand bei der Auswahl der Fortbildungen
- Fortbildungsbudget wird verringert, Aufstiegschancen und -möglichkeiten sehr gering
Gehalt/Benefits
+ Betriebliche Altersvorsorge, vermögenswirksame Leistungen, Weihnachts- und Urlaubsgeld, Zuschuss Hansefit, Gewinnbeteiligung theoretisch möglich (keine Auszahlung in den letzten 2-3 Jahren)
- Mehrere Klassen. Zum einen Tarife im Vincentz Network, keine Tarife mehr in der neu gegründeten Vincentz Community. Bei den Tarifen Unterscheidung in kaufmännisch oder Redaktion, wobei die Redaktionen höhere Gehälter und Sonderzahlungen (z.B. beim Urlaubsgeld) erhalten, Zulagen sind oft nur in geringen Beträgen (max. 250€) möglich und wurden auch schon häufiger eingeschmolzen oder mit Tarifsteigerungen verrechnet, Gehaltsverhandlungen wurden regelmäßig verschoben oder abgebügelt
Umwelt-/Sozialbewusstsein
+ Mülltrennung, bei Events wird nun die CO2 Belastung errechnet und entsprechende Maßnahmen zur Verringerung sollen umgesetzt werden (Projekt erst im Herbst 2025 begonnen)
- Projektideen von Mitarbeiter:innen, wie z.B. die bienenfreundliche Bepflanzung der Dachterrassen, wurden nicht umgesetzt (keine Begründung bekannt gegeben)
Kollegenzusammenhalt
Die Kolleg:innen sind das Beste am ganzen Unternehmen. Hier arbeiten so emphatische, freundliche, offene, hilfsbereite Menschen. Der Zusammenhalt war stets unumstößlich. Bei einigen privaten Schicksalen wurden Urlaubstage und Überstunden gesammelt und gespendet, es gibt Treffen verlagsübergreifender Abteilungen, im eigenen Team wird immer unterstützt und privat viel geteilt.
Umgang mit älteren Kollegen
Nichts negatives gehört oder mitbekommen. Es gibt einige ältere Kolleg:innen, die auch schon sehr lange bei Vincentz arbeiten.
Vorgesetztenverhalten
+ es gibt gute Vorgesetzte, die hinter ihren Mitarbeiter:innen stehen, auf Augenhöhe führen und die Menschen sehen, es werden jährlich Zielgespräche geführt und es besteht jährlich die Möglichkeit an einem Audit zu dem/der Vorgesetzte teilzunehmen
- gute Vorgesetzte haben oft zu viele Aufgaben und somit zu wenig Zeit für ihr Team, die schlechten Vorgesetzten sind in höheren Ebenen und sind ein elementarer Grund für die schlechte Bewertung. Meiner Meinung nach ist hier leider cholerisches und hinterhältiges Verhalten, umdrehen von Tatsachen, Druck auf Mitarbeiter:innen ausüben, fehlende oder löchrige Kommunikation, sich selbst besser darstellen und nur so lange nett sein, bis man die Person nicht mehr benötigt oft ein Mittel der Wahl. Mir fehlt es an Wertschätzung, an Austausch, an Fragen was die Person für ihren Job benötigt sowie einer klaren Zielvorgabe (mehr als monetär).
Arbeitsbedingungen
+ Home Office Möglichkeit, Gleitzeit, gute Verkehrsanbindung (Bus, Bahn, Parkplatz), tolle Kolleg:innen, automatisierte Außenjalousien, Hunde erlaubt
- Einige zu voll besetzte Büros, verstellbarer Schreibtisch nur mit Rezept und Foto/Rechnung von einem eigenen Zuhause, Schreibtischstühle nicht sehr komfortabel, grelles Deckenlicht, Kühlung/Heizung hat mehrfach nicht funktioniert (weil dazu einige Bedingungen notwendig sind, die nicht allen Mitarbeiter:innen geläufig sind), hohe Meetingdichte
Kommunikation
+ Regelmäßige Updates per Teams sowie in letzter Zeit regelmäßige Versammlungen, Offenheit über wirtschaftliche Situation
- Art der Kommunikation stark ausbaufähig, oft hat man das Gefühl, dass einem einige Informationen vorenthalten werden, man erhält schlicht eine Information und hat kein Mitspracherecht mehr oder Informationen werden schlimmer dargestellt, als sie vielleicht sind. Die Kommunikation wurde bereits häufiger kritisiert. In einige Versammlungen ist man mit einer höheren Erwartung an Informationsdichte und -Relevanz gegangen, da dies eigentlich notwendig war und hat dann keine wirklich neuen Infos erhalten. Dann kommt hinzu, dass einige ausgewählte Mitarbeiter:innen regelmäßig mehr Informationen haben als andere. Diese verteilen sich dann über den Flurfunk. So werden zum einen Infos verteilt, die nicht verteilt werden sollen und zum anderen kommt es zu Gefühlen von Ungerechtigkeit und Ungleichheit.
Gleichberechtigung
Grundsätzlich gegeben. Es gibt Frauen in Führungspositionen, allerdings mehr Männer. Angestellt sind zudem Menschen unterschiedlichster Ethnie, Alter, Religion und sexueller Orientierung.
Interessante Aufgaben
+ abwechslungsreich, vielfältig, selbstständig
- zu viele Aufgaben