Wahrgenommene Fluktuation und inkonsistentes Führungsverhalten
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Organisation war dauerhaft instabil, Abläufe änderten sich ständig, und es gab keinerlei klare Struktur. Ich habe eine hohe Fluktuation im Team wahrgenommen, was sich deutlich auf die Arbeitsatmosphäre ausgewirkt hat. Wer kündigt, wird schnell als „der oder die Böse“ dargestellt und bekommt die unangenehme, emotionale Seite des Führungsverhaltens deutlich zu spüren. Aussagen wurden im Nachhinein verdreht oder anders dargestellt, sodass Worte im Mund umgedreht wirkten. Ich habe die Gehaltssituation als teilweise unzuverlässig erlebt, was bei mir wiederholt Unsicherheit ausgelöst hat.
Verbesserungsvorschläge
Klare Strukturen schaffen, pünktliche Gehaltszahlung sicherstellen, Mitarbeitende respektvoll behandeln, Schulung wie man Mitarbeiter richtig führt, Aussagen nicht verdrehen, Verantwortung übernehmen und sich ehrlich mit der extrem hohen Fluktuation auseinandersetzen.
Arbeitsatmosphäre
Als das alte Team noch da war, war die Atmosphäre angenehm. Doch innerhalb kurzer Zeit ist das Büro von sechs Mitarbeitenden auf zwei und inzwischen sogar auf eine Person geschrumpft. Dieser drastische Rückgang spricht für sich. Der ständige Druck und das unruhige Führungsverhalten haben das Arbeitsklima massiv belastet.
Kommunikation
Offiziell wurde Selbstständigkeit eingefordert, doch sobald man Verantwortung übernahm, wurde sich wieder eingemischt oder der Kurs spontan geändert. Dadurch entstand der Eindruck, dass eigene Entscheidungen zwar verlangt, aber letztlich nicht akzeptiert wurden. Diese Diskrepanz hat die Arbeit unnötig kompliziert gemacht. Eigene Ideen oder Hinweise werden selten angenommen. Oft wirkt es so, als wisse die Führung alles besser, unabhängig von der tatsächlichen Situation. Aussagen werden im Nachhinein anders dargestellt, was das Vertrauen zusätzlich belastet.
Kollegenzusammenhalt
Sehr stark im alten Team. Viele halten zusammen, weil sie wissen, wie belastend das Führungsverhalten sein kann. Der Zusammenhalt war oft das Einzige, was den Arbeitsalltag erträglich gemacht hat.
Work-Life-Balance
Gleitzeit und gute Erreichbarkeit sind positiv. Der dauerhafte Druck, die instabile Führung und die ständigen Stimmungswechsel sorgen jedoch dafür, dass man nach Feierabend kaum abschalten kann.
Vorgesetztenverhalten
Impulsive Entscheidungen, widersprüchliche Anweisungen, emotionaler Umgangston, Verdrehung von Aussagen und fehlende Selbstreflexion haben die Zusammenarbeit massiv erschwert. Wer das Unternehmen verlässt, wird schnell negativ dargestellt. Gleichzeitig wird häufig betont, wie viele Mitarbeitende man angeblich schon beschäftigt habe ohne zu reflektieren, warum so viele wieder gehen.
In meinem Arbeitsalltag habe ich wiederholt Kommunikationsmuster erlebt, die für mich Merkmale von Lovebombing, Gaslighting und Silent Treatment hatten: Phasen mit übermäßig viel Zuspruch wechselten plötzlich mit Distanz oder Kritik, frühere Aussagen wurden später anders dargestellt, und Gespräche wurden teilweise abrupt beendet. Gleichzeitig wirkten Versprechen, die später keine Rolle mehr spielten, wie Future Faking, während starke Schwankungen zwischen Wertschätzung und Abwertung für mich an Idealisation–Devaluation erinnerten. Auch Situationen, in denen andere Personen in Konflikte einbezogen wurden, wirkten wie Triangulation, und Verantwortlichkeiten wurden gelegentlich so verschoben, dass es für mich wie Blame Shifting aussah. Zudem hatte ich den Eindruck, dass Grenzen immer wieder getestet wurden
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind interessant, aber die fehlende Struktur, die ständigen Änderungen und der Druck verhindern, dass man das Potenzial wirklich nutzen kann.
Gleichberechtigung
Aus meiner Sicht wird nicht jeder gleich behandelt. Entscheidungen und Umgangston wirkten oft abhängig von Stimmung, Sympathie oder persönlicher Laune. Eine einheitliche, faire Linie war für mich nicht erkennbar.
Umgang mit älteren Kollegen
Aus meiner Sicht wurden ältere Kolleginnen und Kollegen nicht anders behandelt als jüngere – und das ist nicht positiv gemeint. Der Umgangston, die Erwartungen und die Stimmungsschwankungen waren für alle gleich. Auch hier wirkte vieles abhängig von Laune und Sympathie, nicht von Professionalität oder Erfahrung.
Arbeitsbedingungen
Die Räumlichkeiten sind modern, aber das ändert nichts daran, dass die tatsächliche Arbeitsumgebung extrem belastend war. Durch spontane Richtungswechsel, ständige Unterbrechungen und fehlende Struktur war konzentriertes Arbeiten kaum möglich. Der Umgangston konnte abrupt kippen, was zusätzlich für Unruhe sorgte. Insgesamt war die Arbeitsumgebung so angespannt, dass man nach Feierabend nur noch schnell weg wollte.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nein
Gehalt/Benefits
Das Gehalt an sich ist in Ordnung, aber die Auszahlung war nicht immer pünktlich. Oft wirkte es eher so, als sei man „bemüht“, das Gehalt zu zahlen, statt dass eine verlässliche Lohnabrechnung selbstverständlich wäre.
Bei Gehaltsverhandlungen wurde regelmäßig irgendein Grund gefunden, warum eine Erhöhung angeblich nicht möglich sei. Egal wie gut die Leistung war oder welche Verantwortung man übernommen hatte am Ende lief es immer darauf hinaus, dass keine Anpassung vorgenommen wurde. Das wirkte wenig wertschätzend und nicht transparent.
Image
Nach außen wird ein positives Bild vermittelt, intern sah die Realität jedoch anders aus. Es gab früher durchaus gute Zeiten insbesondere als die Chefin gefühlt noch das Zepter in der Hand hatte. Seit der Chef zu 100 % im Unternehmen ist, geht es aus meiner Sicht deutlich bergab. Besonders auffällig war außerdem, dass kurz nach meinem Austritt plötzlich mehrere neue 4-5‑Sterne‑Bewertungen erschienen, obwohl vorher über lange Zeit nur eine negative Bewertung vorhanden war. Diese Häufung wirkte auf mich persönlich sehr ungewöhnlich.
Karriere/Weiterbildung
Langfristige Entwicklungsmöglichkeiten habe ich nicht gesehen. Vieles wirkte wie leere Versprechungen ohne echte Perspektive.