Das Personal gibt alles, aber die Leitung hat den Bezug zur Basis verloren
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Gehalt wird pünktlich nach Tarif gezahlt. Zudem ist der Zusammenhalt unter den direkten Kollegen auf Station oft das Einzige, was einen den harten Schichtalltag überstehen lässt. Auch die Jobsicherheit ist im öffentlichen Dienst/Gesundheitswesen natürlich gegeben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die chronische Unterbesetzung auf den Stationen und die damit verbundene extrem hohe Arbeits- und psychische Belastung. Man hat als Pflegekraft oft das Gefühl, dass die Verwaltung und die Pflegedienstleitung den Bezug zur Realität an der Basis verloren haben. Das ständige Einspringen an freien Tagen zermürbt auf Dauer das Personal, und echte Wertschätzung für diese Menschen fehlt.
Verbesserungsvorschläge
Es muss dringend in die Mitarbeiterbindung investiert werden – und zwar nicht nur mit Obstkörben, sondern mit verlässlichen Dienstplänen! Wenn die 'Work-Life-Balance' stimmt und Ausfallkonzepte funktionieren, bleiben auch die Pflegekräfte. Zudem wünsche ich mir eine Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Leitung und dem Personal auf Station.
Arbeitsatmosphäre
Oft extrem angespannt. Durch den Personalmangel herrscht ein ständiges Gefühl, nur noch zu 'funktionieren'. Die Zeit für die eigentliche Arbeit am Patienten/Klienten fehlt.
Work-Life-Balance
Praktisch nicht vorhanden. Das ständige Telefonklingeln an freien Tagen, ob man einspringen kann, macht Erholungsphasen und private Planungen zunichte.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt nach Tarif ist in Ordnung und pünktlich, spiegelt aber die tatsächliche physische und psychische Verantwortung der Arbeit am Menschen längst nicht mehr wider.
Kollegenzusammenhalt
Im eigenen Team auf Station hält man zusammen, weil man sich im Notfall blind aufeinander verlassen muss. Das ist der Lichtblick.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Erfahrungsschatz der älteren Kollegen ist für uns auf Station Gold wert und sie werden im Team sehr respektiert. Von Arbeitgeberseite fehlen jedoch altersgerechte Arbeitskonzepte. Auch ältere Pflegekräfte müssen die physisch und psychisch extrem schwere Schichtarbeit im gleichen Rhythmus und unter demselben Personalmangel bewältigen, was viele bis an die absolute Belastungsgrenze treibt.
Vorgesetztenverhalten
Wenig spürbarer Rückhalt bei Problemen auf Station. Konstruktives Feedback oder echte Dankbarkeit für die immense Mehrarbeit finden kaum statt.
Arbeitsbedingungen
Die ohnehin schwere Arbeit in der Pflege wird durch bürokratische Hürden und oft knappe Ressourcen weiter erschwert.
Kommunikation
Entscheidungen von 'oben' werden oft einfach durchgedrückt oder sehr kurzfristig kommuniziert. Das Pflegepersonal fühlt sich selten wirklich mitgenommen.
Gleichberechtigung
Leider hat man im Stationsalltag oft das Gefühl, dass bei der Dienstplan- und Urlaubsgestaltung nicht alle gleichbehandelt werden. Es scheint teils davon abzuhängen, wie gut man mit den Planungsverantwortlichen auskommt, anstatt dass eine objektive und faire Lastenverteilung stattfindet.