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Bewertung

Mehr Rechtfertigung als Unterstützung – Motivation und Empathie bleiben auf der Strecke. Arbeiten in eine Angstkultur.

2,2
Nicht empfohlen
FührungskraftHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Vertrieb / Verkauf bei Vodafone GmbH in München gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Kollegenzussmmenhalt und Gehalt.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Hoher Druck, Micromanagement, fehlende Wertschätzung & Empathie, widersprüchliche Aufgaben, schlechte Work-Life-Balance, komplizierte Systeme, negatives Image, begrenzte Aufstiegsmöglichkeiten.

Verbesserungsvorschläge

Verbesserungspotenzial besteht vor allem in der Führung: Schulungen zu wertschätzender Kommunikation und Empathie könnten die Motivation und das Arbeitsklima deutlich verbessern.

Zudem wäre es sinnvoll, erfolgreiche Shops systematisch zu analysieren, um Best Practices zu identifizieren. Aktuell entstehen teilweise ineffiziente Abläufe, wie wiederholte Kündigungen und Neuabschlüsse von Produkten, die primär auf Provisionsoptimierung abzielen. Eine solche Betrachtung könnte helfen, Prozesse zu optimieren und ein nachhaltigeres, faireres Arbeiten zu fördern.

Arbeitsatmosphäre

Traurige Entwicklung. Früher war die Motivation hoch, da Führungskräfte Einsatz anerkannt und auch kleine Fortschritte wertgeschätzt haben.

Während im letzten Jahr interne Challenges mit kleinen Anreizen den Fokus auf bestimmte Produkte positiv gefördert haben, besteht heute bei Nichterreichung von KPIs ein erheblicher Rechtfertigungsdruck in Form täglicher Stellungnahmen.

Diese Entwicklung wird von vielen Mitarbeitenden als demotivierend empfunden und führt dazu, dass sich ein Großteil des Teams aktiv nach neuen Stellen umsieht.

Kommunikation

Die Kommunikation wird häufig als wenig wertschätzend empfunden. Der Fokus liegt überwiegend auf negativen Abweichungen, während positive Entwicklungen kaum anerkannt werden. Fortschritte werden selten gelobt und meist mit dem Unterton vermittelt, dass sie weiterhin nicht ausreichend seien. Dies wirkt auf Dauer demotivierend und wenig respektvoll.

Zusätzlich kommt es vereinzelt zu respektlosen Äußerungen, auch im Beisein größerer Gruppen. Mitarbeitende fühlen sich dabei bloßgestellt, und ihre Kompetenz wird öffentlich infrage gestellt.

Aufforderungen und Aussagen erfolgen teils in einem stark drohenden Ton, etwa mit dem Hinweis, man solle „endlich seine Arbeit machen“ oder es werde „durchgegriffen“, verbunden mit Andeutungen über mögliche Konsequenzen für die zukünftige Zusammenarbeit. Eine solche Art der Kommunikation wird als wenig respektvoll und nicht förderlich für ein konstruktives Arbeitsklima empfunden.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen ist grundsätzlich gut. In schwierigen Zeiten unterstützen sich die Mitarbeitenden gegenseitig und halten zusammen.

Der hohe Druck, der von einigen Führungskräften ungefiltert an die Shop-Teams weitergegeben wird, wirkt sich jedoch negativ auf den allgemeinen Zusammenhalt im Arbeitsalltag aus. Trotz dieser Belastungen besteht insgesamt eine gemeinsame Unzufriedenheit, die das Team eher zusammenschweißt als trennt.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance leidet deutlich unter dem täglichen Druck. Durch drohende Stellungnahmen und als „Strafarbeiten“ empfundene Maßnahmen fällt es vielen Mitarbeitenden schwer, nach der Arbeit abzuschalten.

Um privat zur Ruhe zu kommen, ist ein hohes Maß an mentaler Abgrenzung notwendig. In der Realität gelingt dies jedoch nur wenigen, da Arbeitsthemen und Zielvorgaben gedanklich dauerhaft präsent bleiben.

Vorgesetztenverhalten

Das Verhalten der Vorgesetzten wird von vielen Mitarbeitenden als wenig wertschätzend empfunden. Micromanagement und das Einfordern von Stellungnahmen stehen häufig im Vordergrund, während konstruktive Unterstützung und Vertrauen fehlen.

Dies trägt zu einer ausgeprägten Angstkultur bei, in der Empathie kaum eine Rolle spielt. Führung gelingt nur selten über Motivation oder das gemeinsame Erreichen von Zielen. Stattdessen werden Maßnahmen vorgegeben und erwartet, dass diese ohne Spielraum exakt umgesetzt werden.

Mitarbeitende haben dadurch das Gefühl, nicht als Menschen, sondern primär als Kennzahlen wahrgenommen zu werden.

Interessante Aufgaben

Die Anforderungen an Mitarbeitende und Führungskräfte sind sehr hoch und oft widersprüchlich.

Neben der eigenen Verkaufsleistung wird erwartet, dass man als Vorbild agiert, Verkaufsbeobachtungen und Kontrolle der Beratungsbögen durchführt, Zahlen überwacht, Mitarbeitergespräche führt, Stellungnahmen einfordert und schreibt, an Calls teilnimmt sowie organisatorische und Backoffice-Aufgaben übernimmt.

Dabei bleibt kaum Raum für das, was eigentlich zentrale Führungsaufgaben sind: die Mitarbeitenden zu motivieren, zu unterstützen und zu inspirieren. Die hohen Anforderungen führen bei vielen zu Überlastung und Demotivation.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeit wird durch zahlreiche technische Probleme und komplexe Vertriebsprogramme erschwert. Für die Beratung von Privat- und Geschäftskunden sind mehrere Programme erforderlich – im Extremfall bis zu vier verschiedene Anwendungen, nur um ein Produkt verkaufen oder einen Bestandskunden bei einer Handyverlängerung zu betreuen.

Besonders das digitale Beratungsprotokoll (DES) erschwert die Arbeit massiv. Mitarbeitende verbringen viel Zeit mit Klickarbeit, was die positive Gesprächsatmosphäre mit Kundinnen und Kunden beeinträchtigt und von der eigentlichen Beratung ablenkt.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Im Jahr 2026 werden Verträge nach wie vor nur ausgedruckt, eine digitale Zustellung ist nicht möglich. Dies führt zu sehr viel Papierverbrauch, auch bei abgelehnten Verträgen, da das Programm diese ebenfalls vollständig ausdruckt. Eine modernere, digitale Lösung würde die Arbeitsabläufe deutlich effizienter gestalten.

Gehalt/Sozialleistungen

Das Gehalt liegt grundsätzlich im marktüblichen Bereich, wird von vielen Mitarbeitenden jedoch eher als Ausgleich für die hohe Belastung und den Druck wahrgenommen, als für Leistung und Motivation.

Image

Das Netz wird zunehmend kritisch bewertet; selbst Wettbewerber wie o2 schneiden beim Connect-Test besser ab. Auch das Kabel-Internet hat bei vielen Kundinnen und Kunden einen schlechten Ruf.

Hinzu kommt ein negatives Image im Vertrieb: Door2Door-Angebote und Shops, die nicht sauber verkaufen, wirken sich auf die Wahrnehmung von Vodafone aus. Insgesamt leidet das Unternehmensimage dadurch bei Kundinnen und Kunden spürbar.

Karriere/Weiterbildung

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen nur begrenzt. Mitarbeitende, die bereit sind, sich stark anzupassen und eine „Ja-Sager“-Haltung einzunehmen, haben eher Chancen. Eigeninitiative, kritisches Feedback oder authentisches Verhalten werden nur selten gefördert


Gleichberechtigung

Umgang mit älteren Kollegen

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Arbeitgeber-Kommentar

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