Ein Unternehmen, das mir gezeigt hat, wo ich nicht arbeiten möchte
What I like about the employer
Gut fand ich, dass mir das Unternehmen klar gezeigt hat, wo ich meine kostbare Lebenszeit, Energie und Kraft nicht mehr investieren möchte.
What I dislike about the employer
Unschön fand ich, dass es niemand für nötig hielt, sich für gemachte Fehler oder sogar rechtliche Fehltritte zu entschuldigen. Konsequenzen für das Verhalten einzelner Mitarbeiter oder Führungskräfte waren zumindest nach außen nicht erkennbar.
Stattdessen hatte ich den Eindruck, dass problematisches Verhalten eher gedeckt als aufgearbeitet wurde.
Suggestions for improvement
Es wäre sinnvoll, mehr Zeit und Ressourcen in die Weiterentwicklung der Führungskräfte zu investieren. Dabei sollte der Fokus nicht nur auf Zahlen, Daten und Fakten liegen, sondern auch auf Empathie, Wertschätzung und einen respektvollen Umgang mit den Mitarbeitern. Außerdem wäre es wichtig, dass sich das Unternehmen konsequent an geltende Datenschutz- und andere rechtliche Vorgaben hält, diese klar kommuniziert und die Einhaltung sicherstellt. Führungskräfte sollten nicht aufgrund von Personalmangel geschützt, sondern gezielt geschult und in die Verantwortung genommen werden. Darüber hinaus sollte das Gehaltsniveau stärker an den tatsächlichen Anforderungen und Leistungen ausgerichtet werden.
Working atmosphere
Innerhalb des Teams war die Atmosphäre größtenteils angenehm. Man verstand sich mit einigen Kollegen besser mit anderen weniger insgesamt herrschte aber ein respektvoller und solider Umgang. Im Bereich der Führungskraft sah es jedoch anders aus: Wertschätzung in Form von Lob oder Feedback war kaum vorhanden. Zudem war deutlich erkennbar dass einzelne Mitarbeiter bevorzugt wurden, während andere keine vergleichbare Unterstützung erhielten.
Image
Das Image von Vodafone ist nach außen längst nicht so positiv
wie es gerne dargestellt wird. Selbst im Ausland bin ich darauf angesprochen worden – beispielsweise von einem Barkeeper in Griechenland, der spontan äußerte, wie schlecht er das Unternehmen wahrnimmt. Das zeigt sehr deutlich, dass das negative Bild von Vodafone nicht nur in Deutschland präsent ist, sondern auch international.
Work-Life Balance
Bis 2023 gab es viele Homeoffice-Möglichkeiten, was die Vereinbarkeit mit Familie, Terminen und privaten Verpflichtungen deutlich erleichtert hat. Mittlerweile besteht jedoch eine feste Anwesenheitspflicht von zwei Tagen pro Woche im Büro, auch für Mitarbeiter die aus anderen Bundesländern mit Anfahrtswegen von bis zu zwei Stunden pendeln müssen pro Fahrt. Selbst bei diesen Fällen wurde die ursprünglich vertraglich vereinbarte Regelung von zwei Präsenztagen im Monat verschärft. Das führt zu deutlich weniger Flexibilität, insbesondere für Eltern mit kleinen Kindern, und es wird kaum Rücksicht darauf genommen. Positiv war dass Arbeitszeiten nie länger als bis 18 Uhr gingen. Zudem gab es Gleitzeitregelungen mit Pausen sowie die Möglichkeit, individuell später zu starten und entsprechend länger zu arbeiten.
Career/Professional development
Ich habe 2018 als Auszubildende bei Vodafone Kabel Deutschland begonnen und meine Ausbildung 2021 erfolgreich abgeschlossen. Direkt im Anschluss konnte ich mich intern auf eine Stelle bewerben und diese auch antreten. Der interne Wechsel hat damals reibungslos funktioniert und war für mich ein positiver Aspekt.
Salary/Social benefits
Das Gehalt wurde stets pünktlich ausgezahlt, was positiv ist. Ansonsten spricht es für sich, dass das Gehalt von den damaligen Mitarbeitern in internen, anonymen Bewertungen überwiegend als zu niedrig empfunden wurde.
Environmental and social responsibility
Zu diesem Bereich habe ich während meiner Zeit im Unternehmen nichts Konkretes mitbekommen. Daher kann ich weder etwas Positives noch Negatives dazu sagen und bewerte neutral.
Collegiality
Der Zusammenhalt im Team war insgesamt in Ordnung. Natürlich hatte man ein, zwei Kollegen, mit denen der Kontakt enger war als mit anderen, aber grundsätzlich gab es immer Ansprechpartner an die man sich mit Fragen oder Anliegen wenden konnte. Durch das viele Homeoffice sah und hörte man sich zwar nicht täglich, der Kontakt funktionierte aber trotzdem. Negativ aufgefallen ist lediglich, dass einzelne Kollegen sich teilweise mehr als Führungskraft gesehen haben, als sie tatsächlich waren.
Interaction with older colleagues
Dieser Bereich war überwiegend neutral zu bewerten. Rund 80 % des Teams bestand aus Mitarbeitern im Alter 50+, teilweise auch über 60.
Ein besonderer Umgang damit ist mir weder positiv noch negativ aufgefallen.
Leadership behavior
Es fehlte deutlich an Empathie und Wertschätzung, außer gegenüber einzelnen Lieblingsmitarbeitern. Lob oder Anerkennung gab es höchstens alle paar Monate einmal im Rahmen einer Teamleistung. Persönliche Situationen wurden teilweise respektlos kommentiert – so war beispielsweise die erste Reaktion auf meine Schwangerschaft der Satz: „Ich hätte nicht gedacht, dass du jetzt schon schwanger wirst oder ein Kind möchtest.“
Kurz vor Ende meiner Elternzeit wurde ich zudem über private Kanäle (WhatsApp) mehrfach zur Eigenkündigung gedrängt, obwohl ich ausdrücklich darum gebeten hatte, nicht über private Wege kontaktiert zu werden. Auch während Urlaub in der Elternzeit kam es zu Anrufen und Nachrichten mit der Frage, wann ich kündige.
Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass es immer wieder zu bewussten Falschaussagen kam. Zudem entstand durch das Vorgehen der Führungskraft der Eindruck, dass ihr die möglichen rechtlichen Konsequenzen ihres Handelns nicht bewusst waren oder diese ignoriert wurden.
Working conditions
Die Räumlichkeiten vor Ort waren modern und zeitgemäß gestaltet, grundsätzlich also sehr angenehm. Natürlich gibt es immer Kleinigkeiten, die man verbessern könnte, aber das wäre Meckern auf hohem Niveau. Bei der Ausstattung gab es Unterschiede: Während die Laptops schon etwas veraltet waren und das bereitgestellte Xiaomi-Handy regelmäßig Probleme machte, waren die Kameras qualitativ sehr gut. Insgesamt waren die Arbeitsbedingungen daher in Ordnung bis sehr gut.
Communication
Es gab alle ein bis zwei Monate ein Team-Meeting mit der Führungskraft, in dem über arbeitsrelevante Themen und Neuerungen informiert wurde. Zusätzlich wurden Informationen über Änderungen oder neue Vorgaben von den Führungskräften per Mail an die Teams weitergegeben, sofern gerade kein Meeting angesetzt war.
Einzelgespräche fanden jedoch gar nicht statt. Es gab keine festen oder regelmäßigen Termine für Mitarbeitergespräche, wodurch individuelle Anliegen oder Feedback kaum Raum hatten
Equality
Grundsätzlich habe ich den Umgang zwischen Männern und Frauen im Unternehmen als neutral empfunden. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass gerade jüngere weibliche Mitarbeiterinnen von den überwiegend weiblichen Führungskräften teilweise unfairer behandelt wurden als männliche Kollegen oder Frauen im gleichen Alter wie die Führungskraft selbst.
Interesting tasks
Die Aufgaben waren im Wesentlichen immer gleich. Teilweise handelte es sich um einfachere Standardprozesse, teilweise um intensivere Vorgänge, die mehr Aufmerksamkeit erforderten. Insgesamt fehlte jedoch Abwechslung in der Arbeitsweise, da die Tätigkeiten sich im Kern ständig wiederholten.


