Die Zukunft gestalten wollen – aber an alten Denkweisen festhalten. Nichts als leere Worte und Versprechungen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Gestalterbank ist für mich insgesamt ein eher schlechter Arbeitgeber. Die Arbeitsatmosphäre ist von Misstrauen und fehlendem Respekt geprägt, statt von Fairness und Vertrauen. Vorgesetzte zeigen wenig Selbstreflexion, reagieren defensiv auf Kritik und drehen häufig den Spieß um, anstatt eigene Fehler einzugestehen. Zusagen werden nicht immer eingehalten, Transparenz fehlt und selbst einfache Dinge wie schriftliche Vereinbarungen werden verweigert. Hinzu kommt ein schwacher Kollegenzusammenhalt: Viele Mitarbeiter verhalten sich opportunistisch, verpetzen Kollegen oder versuchen, andere zu manipulieren. Echte Teamarbeit auf Augenhöhe findet man nur selten. Im Bereich Karriere und Weiterbildung wird echte persönliche und fachliche Entwicklung kaum gefördert. Stattdessen zählen im Vertrieb fast ausschließlich Verkaufszahlen, während Qualifikationen und Kompetenz wenig Anerkennung finden. Die angebotene Weiterbildungsförderung dient eher der Mitarbeiterbindung als einer echten Investition in die Menschen.
Alles in allem dominiert eine altbackene, hierarchische Führungskultur, die moderne Ansprüche an Offenheit, Wertschätzung und Augenhöhe verfehlt. Statt echter Verbesserung und Zukunftsgestaltung erlebt man vor allem Stillstand, Frustration und das Gefühl, dass die Belange der Mitarbeiter nicht wirklich ernst genommen werden.
Verbesserungsvorschläge
Damit sich bei der Gestalterbank etwas Grundlegendes ändert, wären aus meiner Sicht vor allem folgende Punkte wichtig:
• Mitarbeiterfeedback ernst nehmen: Kritik und Anregungen aus Befragungen oder Gesprächen nicht nur sammeln, sondern aktiv aufgreifen und konkrete Veränderungen einleiten. Wenn man jährlich Befragungen durchführt, nur um hinterher nichts zu tun, entsteht schnell der Eindruck, es gehe lediglich darum, den Mitarbeitern das Gefühl zu geben, gehört zu werden. Das wirkt dann eher manipulativ als wertschätzend.
• Bei der Auswahl von Führungskräften stärker auf Persönlichkeit achten: Neben fachlicher Qualifikation sollte deutlich mehr Wert auf Empathie, Selbstreflexion und Charakter gelegt werden. Es braucht Führungskräfte, die auf Augenhöhe führen können und nicht durch narzisstische oder defensive Verhaltensweisen auffallen. Viele aktuelle Probleme entstehen genau dadurch, dass solche Persönlichkeitsmerkmale bei Einstellungen zu wenig berücksichtigt werden.
• Glaubwürdigkeit und Verbindlichkeit steigern: An gegebene Zusagen halten, Transparenz schaffen und nicht nur von „Zukunft gestalten“ sprechen, sondern diese auch wirklich leben. Das fängt bei kleinen Dingen wie zeitnahen Antworten auf E-Mails an und reicht bis zu echten Investitionen in die Mitarbeiterentwicklung.
Wenn diese Punkte konsequent angegangen werden, könnte sich nicht nur die Arbeitsatmosphäre, sondern auch die Motivation und die langfristige Bindung der Mitarbeiter deutlich verbessern. Das wäre ein echter Schritt in die richtige Richtung.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre empfinde ich insgesamt als wenig vertrauensvoll, wertschätzend und wirklich belastend. Es wird innerhalb der Filialen und zwischen/von Mitarbeitern eher negativ über die Vorgesetzten und deren Führungsstil gesprochen, und das wirklich regelmäßig. Vorgesetzte hören sich zwar die Kritik von den Mitarbeitern an, aber das führt kaum zu irgendwelchen echten Veränderungen, was den Sinn hinter „konstruktiver Kritik. etwas abschwächt, und wenn man dann selbst Feedback an Vorgesetzte gibt, dann wird der Fehler beim einen selbst gesucht, statt eigene Fehler einzugestehen und sich weiterzuentwickeln, kommt oft nur ein "Ja, aber du machst doch auch..." oder "Ich habe jetzt wirklich keine Zeit für sowas“, (obwohl man gemeinsam ein Zoom-Meeting vereinbart hat... What??). Das sind halt genau diese typischen altbackenen Abwehr- und Ausweichmanöver, wenn man sich vor Kritik oder Konsequenzen drücken möchte, und so eine Haltung ist für eine produktive und angenehme Arbeitsatmosphäre nicht förderlich, und das möchte man einfach nicht verstehen. Und wenn ein größerer Teil der Mitarbeiter eher schlecht über die nächsthöhere Ebene redet, dann ist es einleuchten, wer das Problem ist
Kommunikation
Die Kommunikation ist insgesamt "ok", bietet aus meiner Sicht jedoch noch deutliches Verbesserungspotenzial. Es finden regelmäßig Teammeetings teilweise mit den Führungskräften statt, in denen über aktuelle Themen, Ergebnisse und Ziele informiert wird. Allerdings werden diese Termine häufig sehr oberflächlich gehalten. Ein echter Austausch oder die Möglichkeit, Themen gemeinsam zu diskutieren, kommt dabei oft zu kurz. Über persönliches Empfinden oder Meinungen über Mitarbeitende möchte man eher wenig reden (höchstwahrscheinlich weil man Kritik umgehen möchte oder sich dafür einfach nicht interessiert) , so etwas wird dann schnell unter den Teppich gekehrt, was wiederum nicht förderlich für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist, obwohl man ständig kommuniziert ein vertrauensvolleres, produktiveres und freundliches Miteinander zu gestalten. Man hat eher das Gefühl, dass nur der Vertrieb und die Zahlen wichtig sind und alles andere nur 2. Rangig ist. Es werden auch teilweise E-Mails vom Vorgesetzten ignoriert, wenn man z.B. Kritik oder Verbesserungsvorschläge hat. Führungskräfte "reden" mit der nächsthöheren Führungskraft über andere Mitarbeiter, ohne dabei in Kenntnis zu setzen.
Kollegenzusammenhalt
Ist sehr unterschiedlich und hängt stark davon ab, mit wem man gerade zu tun hat. Es gibt einige verlässliche Kollegen, auf die man sich wirklich verlassen kann – leider sind das aber eher die Ausnahme. Deutlich öfter erlebe ich Kollegen, bei denen man genau aufpassen sollte, was man sagt oder teilt. Es ist besonders bemerkenswert zu sehen, wenn man eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Führungskraft hatte und nächste Woche einige Mitarbeiter nicht mehr mit einem reden und man teilweise ignoriert wird, obwohl diese Mitarbeiter nichts mit dem Thema zu tun hatten. Besonders belastend sind diejenigen, die nach außen freundlich wirken, aber schnell zum Vorgesetzten laufen, um sich selbst ins rechte Licht zu rücken. Hinzu kommt, dass manche Mitarbeiter eingestellt werden, die nicht einmal eine Bankausbildung absolviert haben und deshalb ständig Unterstützung benötigen bestimmte "Bankaufgaben" zu erledigen, sowas hält einen nicht nur von der tatsächlich Arbeit ab, es ist sogar manchmal frustrierend und schafft mehr unnötig Arbeit, als dass es welches abbaut. Neue Mitarbeiter sollten die Arbeit leichter machen, anstatt schwieriger.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance ist insgesamt gut. Das Arbeitsaufkommen ist in der Regel gut zu bewältigen und das Gleitzeitmodell ermöglicht eine flexible Gestaltung des Arbeitstages. Dadurch lassen sich Beruf und Privatleben
gut kombinieren. Urlaubsplanung ist eher schlecht, man blendiert ständig drauf die gesamten restlichen Urlaubstage sofort zu verplanen, weil man so besser "planen" könne. Dadurch bleibt kaum die Möglichkeit, einige Urlaubstrage für kurzfristige private oder familiäre Situationen zurückzuhalten. Sind die Urlaubstage einmal geplant, so kann man sich dann mit dem Vorgesetzten streiten, ob man die zurückziehen kann oder nicht und wenn man sich weigert seine Urlaubstage sofort zu verplanen, dann kommt es unnötig zu Auseinandersetzungen zwischen Mitarbeiter und Vorgesetzten.
Vorgesetztenverhalten
Einer mit Abstand der schlechtesten Aspekte von dieser Bank. Das Verhalten der Vorgesetzten ist einfach nur lächerlich und wirklich unangenehm. Es fehlt an Fairness, Transparenz und vor allem Ehrlichkeit. E-Mails mit klarem Feedback oder konkreten Anliegen bleiben oft unbeantwortet oder werden mit Ausweichmanövern abgetan. Kritik wird selten angenommen – stattdessen dreht man den Spieß um und schiebt die Verantwortung zurück auf den Mitarbeiter. Eigene Fehler einzugestehen oder Verantwortung zu übernehmen, scheint keine Option zu sein. Mitarbeitergespräche finden kaum statt, und wenn doch, wirken sie eher wie Pflichtübungen. Besonders enttäuschend war der Umgang mit der letzten Mitarbeiterbefragung. Die Ergebnisse waren deutlich unterdurchschnittlich schlecht (wer hätte das nur gedacht!?) anstatt die Kritik ernst zu nehmen, wurde sie nur kurz präsentiert, ohne echte Auseinandersetzung oder den Willen zur Verbesserung. Es gab wenig Zeichen von Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern, die sich die Mühe gemacht hatten, ehrliches Feedback zu geben. Und dann wundert man sich auch, warum es in den Filialen zu Spannungen kommt und zu diesen schlechten Bewertungen (Mitarbeiterbefragung)
Interessante Aufgaben
Es ist immer wieder das gleiche und ab einen gewissen Punkt, wird die Arbeit einfach nur monoton. Abgesehen davon, dass man Kunden nicht sagen sollte, dass FinTec und Neobroker viel günstiger sind und teilweise eine identische Leistung anbieten, ist die Arbeit eher "ok" aber hier sollte man wirklich nicht zu viel erwarten. Man versucht verzweifelt die "Zukunft" gestalten zu wollen, hängt aber immer noch an alte traditionelle Produkte und hohe Gebühren fest, "aber lieber Kunde! sehe sie doch... wir bieten auch ETFs seit neusten an!!!" ... und dann packen wir die Dinger in einem aktiven Portfolio, der von bestimmten Manager fleißig "gestaltet" wird, und knallen hohe Gebühren drauf. Weil: Ein ETF ohne Manager ist wie ein Tesla ohne Lenkrad - theoretisch toll, aber bei uns muss ja jemand "die Zukunft gestalten" - das neue Gebäude zahlt sich schließlich ja nicht von selbst, oder?
Gleichberechtigung
Das Thema Gleichberechtigung sehe ich kritisch. Aus meiner Sicht fehlt es vor allem an einer nachvollziehbaren und fairen Vergütung. Ich habe mehrfach erlebt, dass Mitarbeitende mit vergleichbarer oder sogar längerer Berufserfahrung schlechter vergütet werden als neu eingestellte oder frisch ausgebildete Banker, höchstwahrscheinlich, weil man in unserer Region Schwierigkeiten hat, neue, motivierte Mitarbeiter zu finden, und man deswegen versucht, auf diese Weise neue Mitarbeiter zu bekommen. Und darunter leidet die Gleichberechtigung. Es kann wirklich nicht sein, dass ein jahrelanger Mitarbeiter, der wirklich gut arbeitet 1-2 Gehaltsstufen weniger verdient als ein frisch ausgelernter Auszubi, der nicht mal die Bank richtig kennt und von extern kommt?!
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen ist aus meiner Sicht ausbaufähig. Mehr Wertschätzung für ihre langjährige Erfahrung und ihren Einsatz wäre wünschenswert.
Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass langjährige Mitarbeitende beim Eintritt in den Ruhestand häufig persönlich von Bereichs- oder Regionalleitern verabschiedet werden, was aber für mich auch eher eine Selbstverständlichkeit ist.
Arbeitsbedingungen
Arbeitsbedingungen sind ebenfalls ausbaufähig, oft stürzt der Laptop, der PC ab oder das WLAN funktioniert nicht. So etwas ist für den Mitarbeiter und für den Kunden einfach nur peinlich, besonders wenn man ständig plädiert, die „Zukunft gestalten“ zu wollen, aber bei grundlegenden Sachen schon scheitert.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Naja... Wir bieten nachhaltige Fonds an und hier und da mal eine Spende für gemeinnützige Organisationen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist eher unterdurchschnittlich und nicht immer nachvollziehbar. Teilweise verdienen Mitarbeitende mit längerer Betriebszugehörigkeit oder mehr Berufserfahrung weniger als neu eingestellte Kolleginnen und Kollegen. Woran das liegt, wird aus meiner Sicht nicht transparent kommuniziert.
Leistungsbezogene Vergütungsbestandteile, wie beispielsweise Provisionen, gibt es nicht. Dadurch wird besonderer Einsatz finanziell kaum honoriert.
Benefits wie Hansefit oder Fahrradleasing sind zwar vorhanden, sollten aber nicht überbewertet werden. Da diese Modelle teilweise über eine Bruttoentgeltumwandlung laufen, gehen sie auch mit entsprechenden Auswirkungen auf das sozialversicherungspflichtige Einkommen einher.
Image
Von außen sieht alles perfekt aus: coole Kampagnen, moderne Bilder, große Worte über Digitalisierung und Innovation.
In Wirklichkeit? Das WLAN gibt noch den Geist auf, wenn mehr als drei Personen gleichzeitig online sind, die Technik hakt öfter als sie läuft und unser Kernsystem Atruvia sorgt regelmäßig für kleine und große Aussetzer – genau das System, von dem unsere gesamte Arbeit abhängt. Die meisten Kollegen sprechen hinter vorgehaltener Hand eher frustriert über die „Gestalterbank“. Wenn zentrale Systeme nicht zuverlässig funktionieren, wirkt der Anspruch, die Zukunft zu gestalten, wenig überzeugend.
Es bleibt viel zu oft bei schönen Worten und Marketing-Glanz. Die echte Umsetzung lässt leider noch auf sich warten.
Schade eigentlich. Denn das Potenzial wäre da – wenn man nicht nur nach außen gestalten, sondern auch innen endlich mal etwas bewegen würde.
Karriere/Weiterbildung
Die Möglichkeiten zur Karriereentwicklung und Weiterbildung sind bei der Gestalterbank leider sehr schwach ausgeprägt. Höhere Qualifikationen wie der Bankfachwirt, der Betriebswirt oder ein Bachelorstudiengänge werden kaum wertgeschätzt – besonders im Vertrieb. Dort zählt fast ausschließlich die reine Abschlusszahl, möglichst überteuerte Verträge, und sowas habe ich bei noch keiner Bank gesehen.
Das führt dazu, dass überqualifizierte Mitarbeiter oft in Positionen arbeiten, in denen ihre Ausbildung eigentlich gar nicht richtig gefordert oder genutzt wird.
Zwar gibt es eine Förderung von Weiterbildungen bis zu 50 Prozent, doch diese ist an längere Bindungsfristen geknüpft. Für mich fühlt sich das weniger wie eine echte Investition in die Mitarbeiter an, sondern eher wie ein Instrument, um Leute länger ans Unternehmen zu binden.


