Konzern in Realita - Umsetzung auf provinziellem Niveau
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es gibt das Bemühen, die Mitarbeiter mit einzubinden für die verschiedenen Standorte und Prozesse. Die Zentrale in Bochum ist fern. Vor Ort denken die höheren Angestellten nicht daran, die durchgegebenen optimierten Prozesse 1:1 umzusetzen. Der genannte Personenkreis ist nicht faul und auch nicht unfähig, aber hat persönliche Gründe, evtl. auch berechtigte, den Status Quo zu wahren. Es darf nicht Schmerz verursachen. Wer Agilität zeigt, ist angreifbar. Heldentum ist bei der oberen Etage nicht.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Vetternwirtschaft. Die Aufrechterhaltung der Pole Position. Dieser und jener Vorgesetzter opfert alles, um die jährliche Prämie zu sichern, die winkt, wenn an bestimmten Stellen gespart wird.
Verbesserungsvorschläge
Der Regionalleiter spricht Probleme an. Das wird nicht ernst genommen. Wenn besagte Person sich ankündigt, bereitet sich der ganze Standort vor. Danach geht es seinen üblichen Gang. Das Ausrollen und Einrollen des Teppichs ist kein Umstand.
Arbeitsatmosphäre
Mitarbeiter, die länger dabei sind, geben z. T. ersetzbares Fachpersonal ab. Es wird so viel bearbeitet, abgearbeitet, dass es nicht in den negativen Fokus fällt.
Kollegen sind sich genug. Man kann sich einrichten. Die Probezeit ist um: Durchschnittlichkeit wird gelebt und hingenommen.
Die Einstellung fehlt und auch der Wille, ggf. ein paar Prozent Anstrengung draufzulegen, um etwas Nachhaltiges zu erschaffen. Es ist unter dem Mitarbeiterstab ein Anteil dabei, der das Hauptaugenmerk auf die Lebensverwirklichung hat. Die Firma soll die Grundlage hergeben.
Kommunikation
Die eigentlichen Vorfälle werden nicht angesprochen. Was die Zentrale durchgibt, wird auf dem zurückgelegten Weg gelassen. Das ist ein wiederkehrendes Muster. Erst Hauruckaktionen, dann Erschöpfung & Tiefschlaf.
Kollegenzusammenhalt
Homeoffice ermöglicht das Arbeiten nach eigenem Gutdünken, wo Leistungsabfall & Unlust abgelesen werden kann. Fazit: Eine individuelle, ideale Ruhezone.
Klagen und Warten, dass etwas passiert, ist die gelebte Realität. So richtig Gas geben die Technischen Betriebsleiter und einige Bauleiter. Und der Rest der Belegschaft? Zu 50% fachlich gute, engagierte Auftragsmanager (m/w), die tagtäglich das Maximum hergeben, und die andere Hälfte ist in der Anonymität.
Work-Life-Balance
Möglichkeiten & Freiheiten, die von den Kollegen bis zum Anschlag genutzt werden.
Vorgesetztenverhalten
Vier Standortleiter gibt es für Vonovia Technischer Service in Berlin - jene für das Gebiet Ost, Nord & Süd sind (nach meiner Einschätzung und Erfahrung) vorbildlich. Sie sind nicht perfekt und es löst sich nicht alles. Aber sie gehen jeder kleinen Meldung nach, die das Tagesgeschäft, Personalprobleme, Arbeitsumfang und verschiedentliche Themen betreffen.
Derjenige für West hat eine andere Vorgehensweise und seinen Standpunkt. Das macht den Standort attraktiv. Vergabe der Sympathiewerte für diese und jene. Wer geschützt ist, hat den Platz an der Sonne. Der Rest des Mitarbeiterstabes richtet sich ein und hat einen geeigneten Schattenplatz, der ebenso Vorzüge bietet.
Es gibt auch diese Seite: Der Standortleiter zeigt sich in Körpersprache und Worten wie ein Sieger & Bezwinger, wenn die Löhne gedrückt werden mittels theatralischem Auftreten und vorgefertigten Argumenten. Das ist der Moment, wo nachhaltiger, persönlicher Einsatz ist. Eine Show ist auf den Spielplan gesetzt, die Inszenierung einstudiert.
Interessante Aufgaben
Sehr verschiedene Aufgaben und Abwechslung aufgrund Vorgaben, die sich schnell ändern, und die daraus resultierenden benötigten Anpassungen mit Anforderungen, auf die man sich kurzfristig einstellt. Es ist das reale Leben mit Unvorhersehbarkeiten.
Gleichberechtigung
Bei den Geschlechtern wird gleich viel gefordert. Einige nutzen es, dass der Konzern Wert auf korrektes Verhalten legt, indem Worte und Verhalten in ein kritisches Licht gerückt werden, wie es passend ist oder zu passen scheint. Mit Humor, zweiseitig zu verstehenden Inhalten, Äußerungen in Worten, Sympathiebekundungen usw. ist man schnell in Schwierigkeiten.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kollegen müssen Leistung bringen. Bei dem Jahrgang ist es typisch, dass dieser sich als reifen, guten Wein betrachtet und das Podest unaufgefordert betritt; Berlin Standort West ist gemeint.
Bewußtes Handeln und Denken ist bei dem Mitarbeiterpool nicht zu erkennen. Es ist der Typus Konsument / Eigenbrötler vorherrschend - Instantmentalität.
Die Vorgehensweise ist: Was steht mir an Essen zu, was übriggeblieben ist von einer Veranstaltung? Was kann ich vor dem Renteneintritt noch kostenlos abgreifen? Was kann ich mir nehmen, das die Firma mir nicht gegeben hat an Gehalt und Höhereinstufung? Wie stehe ich gut da, auch wenn ich wenig gebe und die Maske den Kollegen zeige?
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung ist top. Überstunden können abgebummelt werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Photovoltaik ist auf der Agenda. Für diese Abteilung sind Mitarbeiter eingestellt worden. Ein Dutzend Wärmepumpen werden aktuell verbaut. Umweltbewusstsein am Standort ist nicht an erster Stelle. Das ist praktisch.
Gehalt/Sozialleistungen
Es ist gutes Mittelfeld. Nicht klasse, aber auch nicht unterdurchschnittlich, wie es so manche darstellen. Die Bezahlung geht klar nach Nase. Mehrleistung Einzelner wird ignoriert und geht in den allgemeinen Pool mit ein. Es verläuft sich und wird nicht erwähnt.
Image
Der Service an den Mietern wird wichtiger genommen als es die Öffentlichkeit wahrnimmt. Es ist zu berücksichtigen, dass eine Aktiengesellschaft Gewinne erwirtschaften muss. Die eine wie die andere Seite hat Argumente, die treffend sind bei Ansicht & Bewertung der Mietpreisgestaltung.
Karriere/Weiterbildung
Um gute Stellen gibt es ein großes Interesse. Es gibt unreife, unqualifizierte Kollegen, die besser bei ihrem Handwerk bleiben sollten.


