Chaotisch und widersprüchlich
Verbesserungsvorschläge
Führungskräfte in Grundlagen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerrechte schulen
Oder jemanden einstellen, der bei Personalfragen mit Wissen unterstützen kann (10-Stunden-Arbeitsgrenze, Ruhezeiten, Arbeitssicherheit, nötige Unterweisungen an Maschinen etc.)
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre im Unternehmen wirkte häufig chaotisch und unauthentisch. Es hat sich vieles so widersprüchlich angefühlt.
Dieses Gefühl der Unauthentizität entstand bei mir durch den ausgeprägten Widerspruch zwischen dem Anspruch, eine moderne Start-Up ähnliche Unternehmenskultur zu verkörpern und den tatsächlich erlebten, stark hierarchischen und traditionell geprägten Entscheidungskultur.
"Wir sind eine Familie" wird suggeriert, hat sich für mich aber überhaupt nicht so angefühlt. Eher das genaue Gegenteil, ich habe mich damit sehr unwohl gefühlt.
Kommunikation
Diskussionen über sachliche Themen kippten schnell auf eine sehr persönliche Ebene, was ich als äußerst unangenehm und unprofessionell empfand. Statt gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, hatte man am Ende oft das Gefühl, selbst das Problem zu sein. Empfehlungen zu Selbsthilfeliteratur wirkten in Anbetracht der tatsächlichen Arbeitsbedingungen eher deplatziert und wenig hilfreich. Da die selben Bücher verschiedenen Kollegen empfohlen wurden, hatte ich den Eindruck die Verantwortung zu Verbesserungen wurde oft auf die Mitarbeiter geschoben und mit Problemen wurde sich nur oberflächlich auseinandergesetzt.
Kollegenzusammenhalt
Kollegen waren völlig in Ordnung.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war aus meiner Sicht stark eingeschränkt. Bereits im Urlaubsantrag wird eine Telefonnummer zur Erreichbarkeit während des Urlaubs abgefragt – ein Signal, das wenig Wertschätzung für echte Erholung vermittelt.
Zudem wurden E-Mails und Nachrichten auch Nachts, an Wochenenden und Feiertagen von Vorgesetzten verschickt.
Der Umgang mit Überstunden ist uneinheitlich: Während einige Mitarbeitende All-In-Verträge haben, haben andere Überstundenausgleich. Hängt vieles von der individuellen Vertragsverhandlung ab.
Home Office wurde mal gewährt, mal abgelehnt. Es gibt keine einheitliche Regelung und hat sich sehr nach Willkür angefühlt.
Vorteil man darf morgens relativ spät kommen.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Führungskräfte war sehr unterschiedlich. Einige waren engagiert und unterstützend, andere wirkten überfordert oder ziemlich unerfahren im Umgang mit Mitarbeitenden. Das Spektrum reichte von unbeholfen bis hin zu deutlich grenzwertigem Verhalten.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind sehr vielfältig. Ingenieure müssen auch mal für einige Tage in der Fertigung mit arbeiten, machen Inbetriebnahmen und erledigen auch Service-/Wartungsaufgaben. Hängt daran, ob man das mag oder nicht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Die vielen Firmenwägen sind fast alle E-Autos.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war völlig ok. Die Zusatzleistungen wie Weihnachtsgeld, 13tes Gehalt sind bei jedem unterschiedlich. Das ist Verhandlungssache.
Karriere/Weiterbildung
Es scheint gute Aufstiegschancen zu geben. Viele Teamleitungen haben intern als Werkstudierende begonnen und konnten sich weiterentwickeln. Wer langfristig bleibt, hat durchaus Perspektiven.
