Hier habe ich den Spaß an meiner Arbeit verloren
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die umfangreichen und attraktiven Benefits.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die wahrgenommene Lücke zwischen kommuniziertem Anspruch und gelebter Realität in Kultur und Führung.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht wäre ein glaubhaft anonymer, gut sichtbarer interner Feedbackkanal sinnvoll, über den Mitarbeitende Kritik und Verbesserungsvorschläge offen einbringen können, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen. Bestehende Kommunikationskanäle im Intranet waren für mich schwer auffindbar und boten aus meiner Wahrnehmung keine ausreichende Vertrauensbasis.
Zusätzlich könnte eine stärkere Unterstützung von Mitbestimmungsstrukturen zur Verbesserung von Transparenz und Vertrauen beitragen, Stichwort: Betriebsrat. Dieser würde dem Unternehmen aus meiner Sicht gut tun.
Konsequent durchgeführte Austritts-Interviews wären eine weitere sinnvolle Maßnahme, um der Fluktuation entgegenzuwirken. Hier müsste man jedoch die richtigen Schlüsse und Konsequenzen ziehen.
Arbeitsatmosphäre
Ich habe die Arbeitsatmosphäre überwiegend als belastend und unsicher wahrgenommen. Wiederholt kam es vor, dass Kolleginnen und Kollegen kurzfristig nicht mehr erreichbar waren, da sie das Unternehmen verlassen mussten und/oder freigestellt wurden. Über Hintergründe wurde in der Regel nicht kommuniziert, vereinzelt gab es kurze Hinweise im Intranet.
In einzelnen Situationen habe ich erlebt, dass Mitarbeitende sehr kurzfristig aus dem Arbeitsumfeld heraus begleitet wurden, ohne dass für das direkte Umfeld eine Einordnung erfolgte. Die Kombination aus solchen Eindrücken und der insgesamt zurückhaltenden Kommunikation hat bei mir ein Klima der Verunsicherung erzeugt. Dies führte dazu, dass man sich gut überlegt, in welchem Rahmen man Kritik oder eigene Meinungen äußert.
Image
Nach außen wird ein sehr positives Bild des Unternehmens transportiert. Meine interne Wahrnehmung wich davon oft ab. Die offiziell kommunizierten Werte und die gelebte Praxis von Geschäftsführern der verschiedenen Gesellschaften und einigen Bereichsleitungen lagen aus meiner Sicht nicht immer im Einklang.
Work-Life-Balance
Die grundsätzliche Regelung mit einem festen Büro- und Homeoffice-Anteil habe ich als angemessen empfunden. Die Kernarbeitszeit bis 16:00 Uhr finde ich schwer in den familiären Alltag integrierbar.
Die Handhabung von Homeoffice-Regelungen wirkte auf mich nicht einheitlich. Während einige Kolleginnen und Kollegen sehr flexibel (bis zu 100%) im Homeoffice arbeiten konnten, galten für andere deutlich restriktivere Rahmenbedingungen. Eine transparente und nachvollziehbare Regelung konnte ich nicht erkennen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Einzelne formale Initiativen wie ein Nachhaltigkeitsbericht sind vorhanden. Sichtbare operative Maßnahmen, etwa in den Bereichen Energie, Mobilität oder Ressourcennutzung im Arbeitsalltag, habe ich persönlich nur in begrenztem Umfang wahrgenommen.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt eine Akademie und grundsätzlich Weiterbildungsangebote. Ob diese genutzt werden konnten, hing aus meiner Sicht stark von der jeweiligen Führungskraft ab.
Klare oder transparente Karrierepfade konnte ich nicht erkennen. Bei neuen Positionen oder im Zuge von Umstrukturierungen wirkten Entscheidungen für mich teilweise wenig nachvollziehbar. In den letzten Jahren wurden fachlich qualifizierte Mitarbeitende eingestellt; aus meiner Sicht war jedoch nicht immer klar, wie diese gezielt eingesetzt oder langfristig entwickelt werden sollten. Diese waren teilweise nach einem Jahr nicht mehr im Unternehmen.
Kollegenzusammenhalt
vor allem innerhalb einzelner Teams vorhanden. Abteilungsübergreifend und insbesondere zwischen Stammhaus und Tochtergesellschaften habe ich große Spannungen wahrgenommen.
Es entstand für mich der Eindruck, dass Verantwortlichkeiten bei Problemen eher weitergegeben als gemeinsam aufgearbeitet wurden. Innerhalb des Stammhauses wirkten Bereiche zum Teil stark voneinander abgegrenzt, was sich auch räumlich und in der organisatorischen Zuordnung zu den drei Geschäftsführern widerspiegelte.
Vorgesetztenverhalten
Das Führungsverhalten hing stark von der jeweiligen Führungskraft ab. Positive wie auch negative Beispiele waren vorhanden.
Auf übergeordneter Ebene hatte ich den Eindruck, dass Führung häufig stark auf Ergebnis- und Erwartungsdruck fokussiert war. Dieser Druck wurde nach meiner Wahrnehmung in einigen Bereichen ungefiltert an die Mitarbeitenden weitergegeben, ohne ausreichend durch Orientierung oder Unterstützung ergänzt zu werden.
Es gab punktuell in einem Jahr ein umfangreiches Schulungsangebote für Führungskräfte, diese wirkten jedoch nicht nachhaltig oder wirksam weitergeführt. Der Anspruch auf Arbeiten auf Augenhöhe wurde kommuniziert; einzelne erlebte Situationen passten für mich jedoch nicht vollständig zu diesem Anspruch.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung entsprach für mich nicht durchgängig einem zeitgemäßen Standard. Zusätzliche Arbeitsmittel wie Monitore oder ergonomische Möbel waren nicht flächendeckend verfügbar und abhängig vom jeweiligen Bereich.
Die Bürogebäude machten insgesamt einen sanierungsbedürftigen Eindruck und waren nicht vollständig barrierefrei. Der Eindruck entstand, dass die äußere Darstellung stärker priorisiert wurde als die Qualität der internen Arbeitsbedingungen.
Entscheidungsprozesse erlebte ich trotz flacher Hierarchien als langwierig. In vielen Bereichen dauerten Abstimmungen aus meiner Sicht unverhältnismäßig lange, bis zu mehreren Monaten oder Jahren. Wenn man überhaupt eine Entscheidung zu einzelnen Themen bekam.
Kommunikation
Die Geschäftsführung legt nach außen großen Wert auf Kommunikation. Meine interne Wahrnehmung war jedoch, dass Kommunikation häufig abstrakt blieb und wenig konkrete Orientierung bot.
Beispielsweise wurden Umstrukturierungen angekündigt und in Townhall-Formaten adressiert. Nach diesen Terminen blieben jedoch viele Fragen offen, wodurch Unsicherheiten eher zunahmen. Teilweise erreichten Einladungen nicht alle relevanten Mitarbeitenden. Über einen längeren Zeitraum war zudem unklar, für welche Personen sich die Rollen und Verantwortlichkeiten konkret verändern würden. Die finale Besetzung wurde spät kommuniziert und war für mich in Teilen schwer nachvollziehbar.
Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass der kommunizierte Anspruch und die erlebte Umsetzung von Themen wie Kultur oder Führungskräfteentwicklung auseinanderdriften. Initiativen wie Kulturtreiber wurden nicht gelebt und wurden plötzlich nicht mehr kommuniziert.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt empfand ich als gut. Eine regelmäßige Gehaltsentwicklung für alle Mitarbeitenden ist ein klar positiver Aspekt. Besonders hervorzuheben sind die umfangreichen und attraktiven Zusatzleistungen. In diesem Bereich habe ich das Angebot als überdurchschnittlich erlebt.

