Vom Stolz zum Scherbenhaufen: Hella-Methoden & 100% Bürozwang ohne freie Schreibtische!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Kolleginnen und Kollegen in den Teams, die trotz der Beschlüsse des Managements täglich ihr Bestes geben. Außerdem die eigentlichen Produkte und der Geist, den dieses Familienunternehmen einmal ausgezeichnet hat.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das ständige Einkassieren von Homeoffice-Zusagen, das eiskalte Durchdrücken veralteter Führungsmethoden, die absolute Beratungsresistenz des Vorstands, und die vollkommene Realitätsferne, 100 % Präsenz zu verlangen, ohne überhaupt ausreichend Schreibtische und Parkplätze bereitzuhalten.
Noch vor gar nicht allzu langer Zeit gab es ein wunderschönes Familienfest bei WAGO. Ich habe meiner Frau damals stolz das Unternehmen, die Gebäude und den Arbeitsort gezeigt. Sie war absolut begeistert und sagte zu mir nur ehrfürchtig: „Wow, was für ein tolles Unternehmen du da hast!“
Es ist einfach nur traurig, erschreckend und absurd mitzuerleben, wie ein traditionell so fantastisches Familienunternehmen mit tollen Werten innerhalb kürzester Zeit durch Ego-Entscheidungen und die Automobil-Keule aus dem Elfenbeinturm heraus komplett an die Wand gefahren wird. Wie man den eigenen Ruf und das Vertrauen der Belegschaft so effizient zerstören kann, ist reif für ein Lehrbuch über verfehlte Unternehmensführung.
Verbesserungsvorschläge
Liebe Führungsebene, lieber Beirat: Wachen Sie auf in Ihrem Elfenbeinturm! Sie verlangen 100 % Präsenz, haben aber weder die Arbeitsplätze noch die Parkplätze, um die Belegschaft unterzubringen! Wer Fachkräfte verprellt und im Jahr 2026 glaubt, mit den verstaubten Automobil-Methoden aus der Vergangenheit ein Elektronikunternehmen führen zu können, wird sich bald fragen, wer den Laden eigentlich noch am Laufen hält, wenn die Kündigungswelle über Minden rollt. Schaffen Sie die alten Dogmen ab und hören Sie auf die Belegschaft sowie den Betriebsrat!
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung schwankt täglich zwischen Schockstarre, Zynismus und leisem Kofferpacken. Nichts schweißt die Teams im Haus aktuell mehr zusammen als das tägliche Kollektiv-Kopfschütteln über die strategischen Glanzleistungen aus der Chefetage. Man fühlt sich hier wie in einer Zeitreise zurück ins letzte Jahrhundert: Vertrauen ist gut, Anwesenheitskontrolle an der Stempeluhr in Minden ist anscheinend die einzige Währung, die in der Führungsebene noch zählt.
Kommunikation
Ein absolutes Lehrstück in Sachen Kurskorrektur auf Raten! Erst schmackhafte Zusagen bei der Anwerbung machen, dann die Homeoffice-Quote schrittweise einkassieren, und schlussendlich zieht der Elfenbeinturm aus dem Nichts den Stecker: Maximal-Präsenzpflicht! Verbindliche Versprechen haben hier mittlerweile die Haltbarkeit von frischer Vollmilch in der Sommerhitze. Das Mindener Tageblatt berichtet ja zum Glück schon passend über dieses Kommunikations-Debakel.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen ist erstklassig. Wir leiden, lachen und pendeln schließlich gemeinsam. Die gedanklich bereits gepackten Koffer in den Büros gehören mittlerweile fast schon zur festen Dekoration.
Work-Life-Balance
Gute Rahmenbedingungen existieren nur noch in den verstaubten Werbebroschüren der Personalabteilung. Wer sich sein Leben und seinen Alltag auf die ursprünglich zugesagte Flexibilität eingerichtet hat, schaut nun in die Röhre und darf sich auf unzählige Stunden im Stau auf dem Weg nach Minden freuen. Danke für die verlorene Lebenszeit. Die Tankstellen in der Region freuen sich jedenfalls riesig.
Vorgesetztenverhalten
Die Chefetage hat sich vollkommen im eigenen Elfenbeinturm verbarrikadiert und regiert völlig am Arbeitsalltag der Belegschaft vorbei. Ganz besonders spürt man hier den sturen Wind aus der Krisen-Automobilbranche: Hier wird anscheinend versucht, ein modernes Elektronikunternehmen mit den verstaubten Holzhammermethoden alter Automobil-Zulieferer zu führen. Hauptsache physisch auf dem Stuhl anwesend, Stechkarte rein und Zeit absitzen. Völlig egal, wie digital, eigenverantwortlich und ortsunabhängig die Aufgaben eigentlich sind. Wer glaubt, Top-Talente und qualifizierte Fachkräfte mit dem Gedankengut gescheiterter Sanierungskonzepte führen zu können, hat die Zeichen der Zeit nicht nur verschlafen, sondern steuert das Unternehmen mit Anlauf gegen die Wand.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben und Projekte an sich sind spannend und anspruchsvoll. Die Führungsebene tut aber wirklich alles dafür, um auch dem motiviertesten Mitarbeiter den Spaß an der Arbeit gründlich auszutreiben.
Gleichberechtigung
Auf dem Papier wird Vielfalt großgeschrieben. In der Realität zeigt die Führungsebene aber wenig Verständnis für moderne Lebensmodelle, Familie oder pendelnde Mitarbeiter. Flexibilität gilt nur, solange sie dem Unternehmen nützt.
Umgang mit älteren Kollegen
Wer seit Jahrzehnten im Unternehmen ist, sieht fassungslos zu, wie die hart erarbeitete Unternehmenskultur Stück für Stück demontiert wird. Erfahrung zählt scheinbar wenig, wenn veraltete Dogmen durchgesetzt werden sollen.
Arbeitsbedingungen
Hier herrscht die reine Realsatire: Das Management fordert 100 % Präsenz vor Ort, vergisst dabei aber völlig die Kapazitäten! Die Parkplatzsituation auf dem Gelände ist schon jetzt ein absolutes Chaos, und in den Gebäuden gibt es schlichtweg gar nicht genügend Schreibtische und Arbeitsplätze für die gesamte Belegschaft. Wer qualifizierten Fachkräften ein Ultimatum auf den Tisch legt, rein digitale Aufgaben strikt vom Büro aus abzusitzen, während man vor Ort um freie Stühle und Parkplätze kämpfen muss, zeigt nur eines: Völliges Unverständnis und organisatorisches Versagen auf ganzer Linie.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Tausende Mitarbeiter wieder jeden Tag im Einzeltransport auf die Straße zu zwingen, verbrennt unnötig Unmengen an Sprit und belastet die Umwelt massiv. Das steht in absolut lächerlichem Widerspruch zu allen schöngefärbten Nachhaltigkeitsberichten der Firma. Greenwashing in Reinkultur.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt pünktlich auf dem Konto nützt wenig, wenn es durch die gigantischen Sprit- und Verschleißkosten des erzwungenen täglichen Pendelns wieder aufgefressen wird.
Image
Das Image als moderner Top-Arbeitgeber in Ostwestfalen hat nicht nur Kratzer bekommen, es hat einen Totalschaden. Die regionalen Zeitungen und der Flurfunk sind voll davon. Wer solche Entscheidungen durchdrückt, muss sich nicht wundern, wenn der Begriff "attraktiver Arbeitgeber" hier bald zum Fremdwort wird.
Karriere/Weiterbildung
Die mit Abstand beliebteste und intensivste „Fortbildungsmaßnahme“ ist das gründliche Überarbeiten des eigenen Lebenslaufs und das Polieren des LinkedIn-Profils. Wer beruflich vorankommen oder seine Lebenszeit nicht sinnlos auf der Landstraße nach Minden verschwenden möchte, erkennt schnell die bitterste Wahrheit: Die vielversprechendsten Karriereperspektiven und die besten Entwicklungschancen bieten sich aktuell beim Verlassen des Unternehmens. Wer Flexibilität, Vertrauen und eine moderne Führungskultur sucht, findet sie erst wieder auf dem Weg zur Konkurrenz.

