Team top, Technik top, Führung… ausbaufähig
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ganz klar: die Kollegen. Der Zusammenhalt, der Humor und der gegenseitige Support sind außergewöhnlich und machen vieles erträglicher, was organisatorisch nicht immer optimal läuft. Man arbeitet nicht nur miteinander, sondern füreinander.
Auch die technische Ausstattung ist hervorragend. Moderne Arbeitsmittel, aktuelle Tools und schnelle Beschaffung – daran scheitert hier wirklich nichts. Wer gute Technik schätzt, ist hier definitiv richtig.
Nicht zuletzt sind auch die Benefits und das Umwelt- sowie Sozialbewusstsein positiv hervorzuheben. In diesen Bereichen wird nicht nur geredet, sondern tatsächlich gehandelt. Insgesamt gibt es viele gute Rahmenbedingungen – man müsste sie nur konsequenter zum Wohle der Mitarbeitenden nutzen.
Verbesserungsvorschläge
Die dringendste und wirksamste Maßnahme wäre eine konsequente Neuausrichtung der gesamten IT-Führung. Viele der aktuellen Probleme lassen sich nicht auf fehlendes Engagement der Teams oder der direkten Führungskräfte zurückführen, sondern auf strategische Entscheidungen, die regelmäßig an der operativen Realität vorbeigehen.
Solange eine IT-Gesamtführung agiert, die steigende Anforderungen bei gleichzeitig sinkenden Ressourcen als akzeptablen Normalzustand betrachtet, werden Motivation, Vertrauen und Leistungsfähigkeit weiter erodieren. Die Mitarbeitenden kompensieren diese Defizite aktuell mit hohem persönlichem Einsatz – ein Zustand, der nicht nachhaltig ist.
Ein klarer personeller Schnitt auf oberster IT-Ebene wäre notwendig, um wieder glaubwürdige Führung, realistische Planung und eine Unternehmenskultur zu etablieren, die nicht nur nach außen gut aussieht, sondern intern auch funktioniert.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung im Team ist ausgezeichnet. Humorvoll, offen und erstaunlich familiär – vermutlich, weil man ohne Humor viele Entscheidungen von oben kaum ertragen würde. Der Zusammenhalt unter den Kollegen ist der Hauptgrund, warum man morgens überhaupt noch motiviert startet.
Kommunikation
Kommunikation findet hauptsächlich von oben nach unten statt – und auch das eher dosiert. Früher, unter familiärer Führung und einer anderen IT-Leitung, funktionierte das deutlich besser. Heute werden Informationen zwar weitergegeben, aber oft spät, gefiltert oder ohne echten Kontext. Unter Kollegen wird intensiv diskutiert und zugehört. Die direkte Führungskraft hört ebenfalls zu, kann jedoch kaum etwas bewirken. Das Gefühl, wirklich Einfluss nehmen zu können, tendiert gegen null – Mitreden ja, Mitentscheiden nein.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen ist außergewöhnlich stark. Man unterstützt sich gegenseitig, kompensiert fehlende Ressourcen und fängt Dinge auf, die strukturell eigentlich nicht mehr aufzufangen sind. Teamwork ersetzt hier zunehmend Personalplanung.
Work-Life-Balance
Ein wesentlicher Kündigungsgrund. Flexibilität wird offiziell propagiert, praktisch aber immer weiter eingeschränkt. Homeoffice existiert, allerdings mit festen Anwesenheitstagen. Präsenz wird zunehmend als Selbstzweck gesehen – selbst dort, wo sie keinen Mehrwert bietet. Die direkte Führungskraft versucht gegenzusteuern, scheitert aber regelmäßig an Vorgaben „von oben“.
Vorgesetztenverhalten
Anerkennung kommt hauptsächlich aus dem Kollegenkreis. Direkte Führungskräfte würden vermutlich gern mehr wertschätzen, sind aber durch Vorgaben von oben weitgehend entmachtet. Wertschätzung endet dort, wo Controlling beginnt.
Interessante Aufgaben
Branchen- und Unternehmensgrößentypisch. Hier gibt es nichts zu meckern. Die Arbeit grundsätzlich macht Spaß, auch wenn die Ressourcen knapp sind.
Gleichberechtigung
Auf Gleichberechtigung wird definitiv geachtet. Hier gibt es nichts zu meckern. Sollte aber auch definitiv so bleiben.
Umgang mit älteren Kollegen
Egal ob jung oder alt: wer sich auf Augenhöhe begegnet, fühlt sich hier auch wohl. Ich würde es als familiär, humorvoll und respektvoll betrachten.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind technisch betrachtet hervorragend: moderne Hardware, aktuelle Tools und alles, was man für die tägliche Arbeit braucht, wird in der Regel auch beschafft. An der Ausstattung scheitert hier definitiv nichts.
Organisatorisch sieht es anders aus. Die Arbeitsbelastung ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Stellen wurden nicht nachbesetzt, neue Aufgaben kamen hinzu, der erwartete Output blieb gleich oder wurde erhöht. Effizienz wird dabei offenbar als unbegrenzte Belastbarkeit verstanden.
Flexibilität wird zwar kommuniziert, aber zunehmend eingeschränkt gelebt. Homeoffice ist möglich, jedoch mit festen Anwesenheitstagen. Präsenz wird stärker priorisiert, auch dort, wo sie fachlich keinen Mehrwert bietet. Die direkte Führungskraft versucht, innerhalb der gegebenen Grenzen zu unterstützen, scheitert jedoch regelmäßig an übergeordneten Vorgaben. Gute Ausstattung trifft hier auf Rahmenbedingungen, die immer weniger zur Realität moderner Arbeit passen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beim Umwelt- und Sozialbewusstsein gibt es wenig Anlass zur Kritik. Nachhaltigkeit wird ernst genommen und nicht nur als Schlagwort verwendet. Ressourcenschonung, verantwortungsvoller Umgang miteinander und soziale Aspekte sind fest im Unternehmen verankert.
Soziales Engagement ist sichtbar und glaubwürdig, und auch interne Maßnahmen werden konsequent umgesetzt. Hier wird Verantwortung übernommen – sowohl gegenüber der Umwelt als auch gegenüber den Mitarbeitenden. Einer der Bereiche, in denen Anspruch und Realität tatsächlich gut zusammenpassen.
Gehalt/Benefits
Solides Mittelfeld. Nicht unfair, aber besser geht immer.
Image
Auf das Image nach außen wird sehr viel Wert gelegt. Der öffentliche Auftritt ist professionell, konsistent und vermittelt weiterhin ein positives Bild des Unternehmens. Nach außen wirkt alles stabil, modern und gut organisiert.
Dieses Image scheint aktuell auch noch zu funktionieren und wird aktiv gepflegt. Intern gibt es zwar Themen, die differenzierter gesehen werden, nach außen bleibt der Eindruck jedoch überwiegend positiv. Das Unternehmen versteht es, sich gut zu präsentieren – und das sichtbar erfolgreich.
Karriere/Weiterbildung
Karriere entwickelt sich eher zufällig als geplant. Wer lange genug bleibt und belastbar ist, rutscht irgendwann nach oben. Weiterbildung ist Bestandteil der jährlichen Gespräche. Das Budget ist begrenzt, der Wille grundsätzlich vorhanden.


