Deutlicher Wandel der Unternehmenskultur - mit negativen Folgen für die Mitarbeitenden.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Viele KollegInnen haben das Herz am rechten Fleck und es macht Spaß zusammen zu arbeiten (zumindest auf den unteren Ebenen des Organigramms).
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Aus meiner Sicht wurden Themen wie Weiterentwicklung, faire Anerkennung zusätzlicher Verantwortung und langfristige Mitarbeiterförderung zuletzt nicht ausreichend berücksichtigt. Trotz wachsender Aufgabenbereiche und zusätzlicher Belastung spiegelte sich dies nicht immer angemessen in Entwicklungsmöglichkeiten oder der Vergütung wider.
Talentierte und engagierte Mitarbeitende wurden eher ausgebremst als gezielt gefördert. Gleichzeitig wirkten manche Führungsstile sehr kontrollierend und von starkem Mikromanagement geprägt, wodurch Eigenverantwortung und Vertrauen auf der Strecke blieben.
Darüber hinaus hatte ich stellenweise den Eindruck, dass persönliche Interessen einzelner Führungskräfte stärker im Vordergrund standen als ein gemeinschaftliches und nachhaltiges Miteinander.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Transparenz und frühzeitigere Kommunikation bei wichtigen Entscheidungen würden sicherlich helfen, Vertrauen innerhalb der Belegschaft zu stärken. Darüber hinaus wäre es aus meiner Sicht wichtig, vorhandene Kompetenzen und Potenziale von Mitarbeitenden stärker wahrzunehmen, zu nutzen und gezielter zu fördern.
Gerade in Zeiten von Veränderungen könnten ein wertschätzender Umgang, nachvollziehbare Entscheidungen und eine offen gelebte Fehlerkultur wesentlich dazu beitragen, Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen langfristig zu erhalten.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hat sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Das frühere familiäre Miteinander und die gegenseitige Wertschätzung sind aus meiner Sicht in den letzten 2 Jahren völlig verloren gegangen. Die Atmosphäre war zunehmend angespannt und von Unsicherheit geprägt
Image
Das Unternehmen hatte lange ein positives Image als familiengeprägter Arbeitgeber mit starkem Zusammenhalt. Dieses Bild hat sich aus meiner Sicht in den letzten Jahren zunehmend verändert.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war grundsätzlich in Ordnung. 37,5h und flexibles Arbeiten/ 3 Tage HO p. Woche, da kann man nicht meckern.
Durch personelle Veränderungen und die Verteilung zusätzlicher Aufgaben stieg die Belastung in einigen Bereichen jedoch merklich an.
Homeoffice soll wohl stark reduziert oder abgeschafft werden.
Karriere/Weiterbildung
Weiterentwicklungsmöglichkeiten waren grundsätzlich vorhanden, wirkten jedoch nicht immer transparent oder aktiv gefördert. Eigeninitiative und zusätzliche Qualifikationen führten aus meiner Sicht nicht zu entsprechenden Perspektiven oder Entwicklungsschritten. Entwicklungsmöglichkeiten hat nur der/die, der "mit den großen Hunden pinkeln geht". Viel Potenzial bleibt auf der Straße liegen - viele talentierte Leute verlassen das Unternehmen wieder.
Gehalt/Benefits
Tarifvertrag ist ein Vorteil, sich neben dem Tarifvertrag weiterzuentwickeln jedoch äußerst schwierig. Mehr Arbeit durch Weggang von Kollegen/ Einsparung von Budget - allerdings nicht 1 Euro mehr für die KollegInnen, die es auffangen müssen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen legt das Unternehmen weiterhin Wert auf soziale Verantwortung (z.B. Seniorenstiftung). Intern hätte ich mir zuletzt jedoch einen stärkeren Fokus auf nachhaltigen und wertschätzenden Umgang mit Mitarbeitenden gewünscht.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter Kolleginnen und Kollegen war über viele Jahre hinweg eine große Stärke des Unternehmens. Und ohne die tollen Kollegen wäre meine Zeit bei Walbusch früher vorbei gewesen. Viele Teams haben sich auch in schwierigen Phasen gegenseitig unterstützt. Gleichzeitig wurde der Zusammenhalt durch die angespannte Stimmung zuletzt zunehmend belastetet.
Umgang mit älteren Kollegen
Viele langjährige Kolleginnen und Kollegen brachten großes Fachwissen und viel Erfahrung mit. Aus meiner Sicht wurde dieses Potenzial zuletzt nicht immer ausreichend genutzt oder wertgeschätzt.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten von Führungskräften ist sehr unterschiedlich. Während einzelne Vorgesetzte engagiert und unterstützend waren, entstand auf höheren Ebenen zunehmend der Eindruck, dass wirtschaftliche Aspekte und persönliche Profilierung stärker im Fokus standen als die langfristige Entwicklung und Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Da ist sich jeder selbst der/die nächste.
Arbeitsbedingungen
Die grundlegenden Arbeitsbedingungen waren insgesamt solide. Die technische Ausstattung (Software & Hardware) begrenzt sich auf das absolut Nötigeste.
Nach dem Weggang mehrerer KollegInnen wurden Aufgaben jedoch zunehmend auf verbleibende Teams verteilt, wodurch die Arbeitsbelastung in manchen Bereichen deutlich anstieg.
Kommunikation
Wichtige Entscheidungen wurden häufig viel zu spät oder sehr allgemein kommuniziert. Gerade bei personellen Veränderungen hat es nahezu immer an Transparenz, Klarheit und frühzeitigerer Einbindung gefehlt.
Gleichberechtigung
Persönlich habe ich keine gravierenden negativen Erfahrungen gemacht.
Interessante Aufgaben
Das Unternehmen könnte grundsätzlich spannende Themen und Entwicklungspotenzial bieten. In meinem Fall hatte ich jedoch über viele Jahre hinweg nur begrenzte Möglichkeiten zur fachlichen Weiterentwicklung, obwohl ich mich auch eigeninitiv weiterqualifiziert habe. Zusätzliche Verantwortung wurde zwar übernommen, spiegelte sich jedoch nicht entsprechend in Entwicklungsmöglichkeiten oder Anerkennung wider.


