Führungsverhalten bremst Entwicklung und Motivation spürbar aus
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre befindet sich auf einem Tiefpunkt. Das Führungsverhalten wirkt häufig launisch und wenig berechenbar, was im Team für Unsicherheit sorgt. Unter hohem Druck und engen Deadlines entsteht regelmäßig eine sehr angespannte und unangenehme Stimmung.
In Meetings kommt es wiederholt zu unprofessionellem und teils unangemessenem Verhalten – auch gegenüber externen Dienstleistern und Partnern. Zusätzlich belastet die Situation, dass viele Projekte weder konsequent abgeschlossen noch klar priorisiert oder eingestellt werden. Stattdessen bleiben zahlreiche Themen dauerhaft offen.
Klare Entscheidungen – auch seitens des Top-Managements – werden selten getroffen. Dies führt zu Stillstand, Ineffizienz und Frustration. Insgesamt entsteht der Eindruck einer wenig wertschätzenden und teilweise überheblichen Führungskultur.
Image
Das Unternehmen bemüht sich um Veränderung, jedoch bleiben die Fortschritte begrenzt; es entsteht der Eindruck von Stillstand.
Work-Life-Balance
Gerade bei einem kommunalen Unternehmen würde man verlässliche und mitarbeiterorientierte Rahmenbedingungen erwarten. Diese Erwartung wird jedoch nicht erfüllt. Wenn es um die Zielerreichung der Führungsebene geht, werden auch längere Arbeitszeiten bis in die Abendstunden akzeptiert.
Gleichzeitig besteht zum Jahresende ein starker Druck, aufgebaute Mehrarbeitszeit (Überstunden) kurzfristig abzubauen. Eine eigenständige und flexible Planung ist dabei kaum möglich. Der Eindruck entsteht, dass nicht die Bedürfnisse der Mitarbeitenden im Mittelpunkt stehen – obwohl zuvor erhebliche persönliche Zeit in die Projekte investiert wurde.
Karriere/Weiterbildung
Karriereentwicklung gestaltet sich in diesem Unternehmen als sehr eingeschränkt. Eigenständige Ambitionen werden häufig gebremst, und der Aufstieg erfolgt nur in geringem Maße. Weiterbildungsangebote sind grundsätzlich vorhanden und können in Anspruch genommen werden. Hier gibt es aus meiner Sicht keinen Kritikpunkt.
In der Praxis werden eigene Weiterbildungs- oder Entwicklungsinitiativen häufig hinterfragt, anstatt ein Klima zu fördern, in dem persönliche und fachliche Weiterentwicklung unterstützt wird. Innerhalb des Teams wird daher nur selten an Seminaren oder Schulungen teilgenommen. Teilweise entsteht der Eindruck, dass Weiterbildungsvorhaben kritisch bewertet werden, insbesondere wenn die Möglichkeit besteht, dass Mitarbeitende das Unternehmen langfristig verlassen könnten. Dies wirkt demotivierend und schränkt die persönliche Entwicklung erheblich ein.
Gehalt/Benefits
Im Verhältnis zu Workload und Verantwortung ist die Vergütung m. E. eindeutig zu gering.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ist größtenteils vorhanden.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb des Teams entsteht häufig ein Zusammenhalt aus gemeinsamer Frustration über die bestehenden Rahmenbedingungen. Gleichzeitig sind die Beziehungen zwischen einzelnen Bereichen teilweise angespannt, was die Zusammenarbeit zusätzlich erschwert.
Für Projekte wichtige Anfragen bleiben nicht selten unbeantwortet, und in Meetings herrscht mitunter eine spürbar unangenehme oder konfrontative Atmosphäre. Führungskräfte greifen in solchen Situationen häufig nicht moderierend ein. Konflikte werden eher vermieden als aktiv geklärt, kritische Themen selten offen angesprochen. Statt transparenter Kommunikation entsteht dadurch eine Kultur von Zurückhaltung und informellem Austausch „hinter den Kulissen“, was Vertrauen und Zusammenarbeit nachhaltig beeinträchtigt.
Umgang mit älteren Kollegen
Die Handhabung ist unterschiedlich; wie bereits in vorherigen Bewertungen beschrieben, führt dies teilweise zu einer ungleichen Belastung jüngerer Kollegen, deren Arbeitsaufwand überproportional steigt.
Vorgesetztenverhalten
Das Führungsverhalten wird vielfach als stark ich-bezogen, launisch und wenig wertschätzend wahrgenommen. Entscheidungen und Prioritäten scheinen primär an persönlichen Interessen und Zielen der Führungskraft ausgerichtet zu sein, weniger an den Bedürfnissen des Teams oder den fachlichen Anforderungen.
Workshops und interne Meetings dienen häufig eher dazu, vorgegebene Meinungen oder gewünschte Ergebnisse durchzusetzen, anstatt einen offenen Austausch zu ermöglichen. Sobald Widerspruch oder abweichende Perspektiven entstehen, entwickelt sich teils eine spürbar angespannte und unangenehme Atmosphäre.
Insgesamt entsteht der Eindruck eines wenig professionellen Führungsstils, bei dem Machterhalt und Positionssicherung im Vordergrund stehen. Informationen werden selektiv weitergegeben, Entscheidungen gegenüber dem Top-Management selten im Sinne des Teams vertreten. Die daraus resultierenden Konsequenzen und Mehrbelastungen tragen überwiegend die Mitarbeitenden.
Arbeitsbedingungen
Die Zentrale wurde zwar kürzlich modernisiert, hinterlässt an einzelnen Stellen jedoch einen nach wie vor unprofessionellen Eindruck. Teppichböden wirken stark abgenutzt, und die Besprechungsräume erscheinen teilweise ungepflegt. Möbel wie Tische und Stühle entsprechen nicht modernen Standards und vermitteln bei Terminen mit externen Dienstleistern oder Partnern einen wenig repräsentativen Eindruck.
Grundausstattung für die Arbeit ist vorhanden: höhenverstellbarer Schreibtisch, Laptop, zwei Monitore und ein Diensthandy.
Kommunikation
Teilweise entsteht der Eindruck eines wenig professionellen Arbeitsumfelds. Mit der direkten Führungskraft muss nahezu jedes Detail abgestimmt werden, was eigenständiges Arbeiten stark einschränkt. Themen werden zwar in Meetings mit dem Top-Management eingebracht, jedoch folgen selten konkrete Entscheidungen oder Ergebnisse. Stattdessen kommen häufig zusätzliche Rückfragen zurück, wodurch sich Prozesse unnötig verlängern.
Die Kommunikation erfolgt vielfach ineffizient, beispielsweise durch das bloße Weiterleiten von E-Mails ohne Einordnung oder klare Verantwortlichkeiten. Dies führt zu unnötigen Abstimmungsschleifen und erschwert produktives Arbeiten erheblich.
Auch abteilungsübergreifend ist die Zusammenarbeit problematisch (teilweise katastrophal). Aufgaben werden hin- und hergeschoben, Zuständigkeiten sind unklar und interne Machtkämpfe zwischen Führungskräften belasten die Arbeitsatmosphäre zusätzlich. Personalmangel sowie fehlende Entscheidungsfreude verstärken diese Situation. Projekte strukturiert und zielgerichtet voranzubringen ist dadurch äußerst schwierig.
Gleichberechtigung
Im Großen und Ganzen vorhanden, jedoch nicht durchgängig konsistent.
Interessante Aufgaben
Die Anzahl paralleler Aufgaben und Projekte ist insgesamt deutlich zu hoch, da Vorhaben nur selten konsequent priorisiert oder erfolgreich zum Abschluss gebracht werden. Dadurch entsteht eine dauerhafte Überlastung und das Gefühl, viele Themen lediglich anzustoßen, ohne nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.
Gleichzeitig gibt es fachlich durchaus interessante und inhaltlich spannende Projekte. Diese Potenziale werden jedoch durch fehlende Struktur und klare Entscheidungen häufig nicht ausgeschöpft.


