Produkt sinnvoll und wichtig, als Arbeitsgeber ist noch viel Luft nach oben
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Zusammenhalt unter den Kollegen ist wirklich die einzige Rettung in diesem Unternehmen. Das Team hält zusammen, und man unterstützt sich gegenseitig, wo man nur kann. Ohne diesen starken Zusammenhalt würde das Unternehmen meiner Meinung nach schon längst nicht mehr bestehen. Auch das Produkt im Bereich digitaler Barrierefreiheit ist inhaltlich wirklich sinnvoll und hat einen echten Mehrwert. Das ist eigentlich schade, weil die täglichen Rahmenbedingungen all das überschatten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Man spricht von flexiblen Arbeitszeiten, aber die Realität sieht anders aus. Es gibt Homeoffice-Regeln, die nicht zu einem modernen Arbeitskonzept passen. Zum Beispiel ist Homeoffice montags und freitags nicht erlaubt, während die Führungsebene gerade an diesen Tagen selbst fast nie im Büro ist. Gleichzeitig wird mit zweierlei Maß gemessen, da andere Abteilungen an diesen Tagen im Homeoffice arbeiten dürfen.
Teilweise muss man sich sogar für Arzttermine rechtfertigen, wenn man ausnahmsweise später kommt oder früher geht. Wenn man nach acht Stunden Arbeitszeit geht, wird man teilweise schief angeschaut, als müsste man jeden Tag selbstverständlich Überstunden machen.
Wer hier neu anfängt, steht bei der Einarbeitung fast komplett alleine da. Es fehlen grundlegende Strukturen, die man nach fast fünf Jahren am Markt eigentlich voraussetzen dürfte. Die Basics sollten einfach vorhanden sein, um den Einstieg zu erleichtern. Stattdessen hat man das Gefühl, bei null anzufangen.
Im ersten halben Jahr 2026 gab es sehr einschneidende Entscheidungen, die das Team extrem verunsichert haben. Mit den Ängsten und Verunsicherungen fühlte man sich völlig alleingelassen. Nach diesen Ereignissen war niemand aus der Führungsebene im Büro greifbar, um Fragen zu beantworten oder auch einfach ein offenes Ohr zu haben.
Personen, mit denen man gestern noch zusammengearbeitet hat, waren am darauffolgenden Tag plötzlich nicht mehr da - Übergaben: Fehlanzeige. Man verbringt die meiste Zeit damit, irgendwelche Brände zu löschen, ohne manchmal genau zu wissen, was eigentlich los ist.
Teilweise ist der Tonfall von Vorgesetzten wirklich unter der Gürtellinie, unprofessionell und nicht auf Augenhöhe. Vorgesetzte sehen ihre Meinung als die einzig richtige an; dass man sich einbringen kann, findet kaum statt.
Ständige, unstrukturierte Änderungen werden immer damit begründet, dass man ein Scale-up sei und dass das nun mal so sei. Die Versprechungen und Rollenprofile aus den Vorstellungsgesprächen haben mit der Realität wenig zu tun. Wer nicht aktiv oben mitschwimmt oder einen direkten Draht zur Geschäftsführung hat, kommt hier nicht weiter.
Außerdem fällt auf, dass nach jeder kritischen Bewertung hier direkt eine 4,5- bis 5-Sterne-Bewertung folgt. Ein Unternehmen kann gute Seiten haben, aber perfekt ist niemand - das wirkt wie künstliche Imagepflege.