Ein Produkt hinter dem man stehen kann. Der Arbeitgeber leider weniger.
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Sinnvolle Mission und ein Produkt hinter dem man mit Überzeugung stehen kann
- Außergewöhnlicher starker Kollegenzusammenhalt
- Faire und zuverlässige Provisonsauszahlung
- Mitarbeiterevents waren cool
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Fehlende Transparenz und unzureichende Kommunikation
- Geringe Präsenz der Führungsebene in Veränderungsprozessen
- Viele Ankündigungen aber keine sichtbare Umsetzung
- Unstrukturiertes Onboarding und fehlende Einarbeitung
- Unklare Zuständigkeiten und ineffiziente Vertriebsprozesse
- Stellenbeschreibung entsprach nur teilweise der tatsächlichen Tätigkeit
- Kaum Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten
Verbesserungsvorschläge
- Mehr Präsenz und Verantwortung der Führungsebene in Veränderungsprozessen
- Verbesserung der internen Abstimmung und klare Zuständigkeiten im Vertrieb
- Strukturierteres Onboarding mit verbindlichem Einarbeitungsplan
- Klare Karriere- und Entwicklungsperspektiven sowie gezielte Weiterbildungsmöglichkeiten
- Realistische Stellenbeschreibungen und eine Tätigkeit, die den Erwartungen der ausgeschriebenen Position entspricht.
- Konsequente Umsetzung angekündigter Prozesse und strategischer Veränderungen statt wiederholter Ankündigungen.
Image
Das Image des Unternehmens ist grundsätzlich gut und die Mission rund um digitale Barrierefreiheit ist aus meiner Sicht wichtig und sinnvoll. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass das Thema im Zuge der gesetzlichen Änderungen sehr stark vertrieblich vermarktet wurde. Das lag aus meiner Sicht nicht ausschließlich am Unternehmen, sondern war im gesamten Markt zu beobachten.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance entspricht einem guten Standard. Durch ein Zeitkonto bestand die Möglichkeit, nach Absprache mit der Führungskraft Arbeitszeiten flexibel anzupassen und auch einmal früher zu gehen oder später zu beginnen. Mit 30 Urlaubstagen sowie einem halben freien Tag an Heiligabend und Silvester bietet das Unternehmen solide Rahmenbedingungen. Im Vergleich zu anderen Arbeitgebern ist dies aus meiner Sicht jedoch eher marktüblich als ein besonderes Alleinstellungsmerkmal. Daher 4 Sterne.
Karriere/Weiterbildung
Karriere und Weiterbildung waren kein Thema. Über mögliche Entwicklungsperspektiven wurde gesprochen, konkrete Pläne oder Maßnahmen gab es jedoch nicht. Thema Weiterbildung spielte im Arbeitsalltag keine erkennbare Rolle.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt und die Benefits bewegen sich aus meiner Sicht im Standard. Im Vergleich zu anderen Unternehmen im IT-Vertrieb empfand ich das Fixgehalt als eher unterdurchschnittlich. Die Provisionsregelung ist grundsätzlich fair und Auszahlungen erfolgten zuverlässig. Da größere Abschlüsse jedoch häufig längere Sales-Zyklen von mehreren Monaten haben, dauert es entsprechend, bis Provisionen ausgezahlt werden. Dadurch fällt das vergleichsweise niedrige Fixgehalt stärker ins Gewicht.
Auch bei den Benefits bietet das Unternehmen aus meiner Sicht ein solides, aber kein außergewöhnliches Gesamtpaket. Leistungen wie die betriebliche Altersvorsorge, Wellpass etc. gehören inzwischen bei vielen Arbeitgebern zum Standard. Dennoch ist es positiv, dass diese Benefits angeboten werden und den Mitarbeitenden zur Verfügung stehen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hinter dem Produkt und der Mission des Unternehmens kann ich grundsätzlich stehen. Digitale Barrierefreiheit ist aus meiner Sicht ein wichtiges gesellschaftliches Thema und ich hatte den Eindruck, dass Inklusion im Arbeitsalltag authentisch gelebt wird und nicht nur Teil des Marketings ist.
Trotzdem vergebe ich in dieser Kategorie 3 von 5 Sternen.
Der gesellschaftliche Anspruch des Unternehmens ist hoch, allerdings hätte ich mir gewünscht, dass sich dieser auch im internen Umgang mit den Mitarbeitenden stärker widerspiegelt. Die personellen Veränderungen während meiner Zeit im Unternehmen kamen für viele überraschend und wurden aus meiner Sicht nicht ausreichend begleitet oder kommuniziert. Gerade von einem Unternehmen, das Werte wie Inklusion und soziale Verantwortung vertritt, hätte ich mir hier mehr Transparenz, Empathie und Fürsorge gewünscht.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war für mich die größte Stärke des Unternehmens. Ich habe selten ein Arbeitsumfeld erlebt, in dem die Zusammenarbeit unter den Kolleginnen und Kollegen so vertrauensvoll und unterstützend war.
Gerade im Vertrieb stand selten der persönliche Vorteil im Vordergrund. Überschneidungen bei Kunden oder Leads wurden fair und kollegial gelöst. Sei es durch gemeinsame Projekte oder einen unkomplizierten Austausch von Leads. Diese gegenseitige Unterstützung war außergewöhnlich und finde ich sehr lobenswert.
Vorgesetztenverhalten
Auf Teamlead-Ebene war das Vorgesetztenverhalten insgesamt in Ordnung. Teilweise hatte ich jedoch den Eindruck, dass die Rolle eher die eines Teamsprechers als die einer Führungskraft war.
Regelmäßige Feedbackgespräche fanden statt, verloren für mich gegen Ende jedoch an Bedeutung. Durch die unerwarteten personellen Veränderungen wirkten viele dieser Gespräche im Nachhinein wenig nachhaltig und glaubwürdig.
Deutlich kritischer sehe ich das Verhalten auf C-Level-Ebene. Über Monate hinweg wurden Veränderungen, neue Prozesse und sogenannte „Gamechanger“ angekündigt. Aus meiner Sicht blieb die tatsächliche Umsetzung jedoch häufig hinter den Erwartungen zurück (es gab keine). Sichtbar waren vor allem personelle Veränderungen, während sich im Arbeitsalltag nur wenig spürbar verbesserte.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren insgesamt in Ordnung. Zeitweise war das Büro für die Anzahl der Mitarbeitenden aus meiner Sicht zu voll, wodurch eine ruhige und angenehme Arbeitsatmosphäre nicht mehr gegeben war.
Positiv hervorzuheben ist die Homeoffice-Regelung von Dienstag bis Donnerstag sowie die Möglichkeit, bei Bedarf auf andere Arbeitsräume auszuweichen. Die Arbeitsmittel, wie Diensthandy und Laptop, waren für die tägliche Arbeit ausreichend. Insgesamt sehe ich hier sowohl positive als auch verbesserungswürdige Aspekte und vergebe daher 3 von 5 Sternen.
Kommunikation
Wichtige Informationen wurden häufig verspätet oder zunächst über Kolleginnen und Kollegen statt über die Führungskräfte kommuniziert. Besonders während größerer personeller Veränderungen hätte ich mir mehr Präsenz der verantwortlichen Führungsebene gewünscht. Zwar fanden Informationsveranstaltungen statt, jedoch fehlte aus meiner Sicht der direkte Austausch mit den Entscheidungsträgern, um Sorgen und Fragen der Mitarbeitenden aufzufangen. Mehr Transparenz, offene Kommunikation und greifbare Führung würden das Vertrauen der Mitarbeitenden deutlich stärken.
Gleichberechtigung
Mir sind während meiner Tätigkeit keine Benachteiligungen aufgrund von Geschlecht, Alter, Herkunft oder anderen persönlichen Merkmalen aufgefallen.
Als Inklusionsunternehmen beschäftigt das Unternehmen überdurchschnittlich viele Menschen mit Behinderungen. Soweit ich dies beurteilen konnte, wurde das Thema Inklusion im Arbeitsalltag authentisch gelebt und der respektvolle Umgang miteinander war selbstverständlich.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben entsprachen für mich nur teilweise der Stellenbeschreibung und den Erwartungen aus dem Vorstellungsgespräch. Beworben wurde eine Sales-Manager-Position, im Arbeitsalltag überwogen jedoch Tätigkeiten, die ich eher einem SDR zuordnen würde.
Die Kundenakquise empfand ich als wenig strukturiert. Zwar kann man sich seine Zielkunden größtenteils selbst aussuchen, was anfangs viel Freiheit vermittelt. Diese weicht jedoch schnell der Ernüchterung, wenn sich herausstellt, dass Unternehmen aufgrund interner Zuständigkeiten, Rahmenverträge oder anderer Zuordnungen nicht betreut werden können. Da diese Informationen aus meiner Sicht nicht ausreichend im CRM gepflegt oder transparent kommuniziert wurden, investiert man viel Zeit in die Identifikation passender ICPs, nur um später festzustellen, dass man für diese Accounts nicht zuständig ist.