Gut am Arbeitgeber finde ich
Die zugrunde liegende Mission ist stark und gesellschaftlich relevant. Auch der ursprüngliche Gründungsgedanke des Unternehmens ist überzeugend und sinnstiftend – das schafft grundsätzlich Identifikation mit dem Zweck der Arbeit.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Zu Beginn wurden Versprechungen gemacht, die später nicht eingehalten wurden. Zudem werden Entscheidungen getroffen, die häufig nicht nachvollziehbar sind – selbst Führungskräfte kommunizieren diese teilweise mit einem „Müssen wir jetzt halt so machen“. Das hinterlässt den Eindruck, dass nach außen ein starkes Miteinander vermittelt wird, während in der Praxis eher isoliert und wenig abgestimmt gearbeitet wird. Es gäbe deutlich mehr Punkte, doch das würde hier den Rahmen sprengen.
Verbesserungsvorschläge
Potenziale im Unternehmen sollten nicht nur erkannt, sondern gezielt gefördert und eingesetzt werden. Insbesondere für branchenfremde Mitarbeitende wäre es sinnvoll, das „Software-Universum“ strukturierter und zugänglicher zu gestalten. Gemeint ist dabei nicht ausschließlich die eigene Eye Able Software, sondern ein grundlegendes Verständnis für Softwarelösungen, SaaS-Modelle, Marktmechanismen und wirtschaftliche Zusammenhänge.
Eine umfassendere Software- und Vertriebsschulung könnte dazu beitragen, mehr Sicherheit im Kundengespräch zu schaffen:
Was baut nachhaltig Vertrauen beim Interessenten auf?
Woran erkennt der Kunde echte Expertise?
Und wie sieht eine klare, strukturierte „rote Linie“ im Verkaufsprozess aus – vom Erstkontakt bis zum Abschluss?
Gerade im Vertrieb ist Fachverständnis die Grundlage für Glaubwürdigkeit und langfristigen Erfolg.
Dass ein Scale-up-Unternehmen sich weiterentwickelt und dabei auch Fehler macht, ist völlig normal und gehört zum Wachstum dazu. Wichtig wäre jedoch, wiederkehrende oder vermeidbare Fehler frühzeitig zu erkennen und strukturiert anzugehen, um nachhaltiger und effizienter zu wachsen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre wirkt auf den ersten Blick gut, vor allem durch das kollegiale Miteinander im Team. Gleichzeitig ist jedoch ein deutlicher Leistungsdruck spürbar, der insbesondere auf Führungskräfte ausgeübt und von dort – teils ungewollt – an die Mitarbeitenden weitergegeben wird. Das sorgt regelmäßig für Anspannung und Unsicherheit im Arbeitsalltag.
Viele Entscheidungen werden hinter verschlossenen Türen getroffen und anschließend lediglich kommuniziert. Eine echte Einbindung oder transparente Herleitung findet selten statt, was bei Mitarbeitenden immer wieder für Irritationen sorgt.
Wie in vielen stark ergebnisgetriebenen Unternehmen stehen Jahreszahlen und Zielerreichung klar im Vordergrund. Nach außen wird zwar ein Fokus auf Kultur, Werte und Mitarbeiterzufriedenheit betont, im Alltag dominiert jedoch häufig der wirtschaftliche Druck. Diese Diskrepanz zwischen Kommunikation und gelebter Praxis ist deutlich spürbar – und besonders schade, da die grundsätzliche Mission des Unternehmens aus meiner Sicht richtig und sinnvoll ist, der eingeschlagene Weg jedoch stark von wirtschaftlichen Interessen geprägt wirkt.
Image
Die Mission des Unternehmens ist sozial wichtig und inhaltlich absolut richtig. Nach außen wirkt der Anspruch stark und überzeugend. Im operativen Vertrieb zeigt sich jedoch häufig ein unprofessionelles Auftreten, das nicht immer zum eigenen Werteversprechen passt.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich wird darauf geachtet, dass sich Berufs- und Privatleben gut miteinander vereinbaren lassen. Ein Studium oder private Fortbildungen sind in der Regel gut mit der Tätigkeit bei Eye Able kombinierbar.
Kritisch wahrgenommen wird jedoch der Umgang mit dem Thema Homeoffice. Teilweise entsteht der Eindruck, dass verstärkte Büropräsenz – insbesondere gegen Monatsende – weniger aus Gründen des Teamspirits erfolgt, sondern vielmehr als Reaktion auf nicht erreichte Standortziele. Auch wenn dies nicht offiziell als Maßnahme zur Leistungssteigerung kommuniziert wird, wirkt es stellenweise wie eine indirekte Druckausübung und dadurch nicht immer transparent oder konsistent.
Unabhängig davon ist es selbstverständlich nachvollziehbar, dass bei Mitarbeitenden, die im Homeoffice nachweislich Schwierigkeiten mit Performance oder Struktur haben, individuelle Regelungen getroffen werden. Entscheidend wäre jedoch eine klare, nachvollziehbare und einheitliche Kommunikation, damit Maßnahmen nicht willkürlich erscheinen.
Karriere/Weiterbildung
Teamlead-Positionen werden in Aussicht gestellt und grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, diese zu erreichen. Darüber hinaus sind die Entwicklungsperspektiven jedoch sehr begrenzt. Weitere Karriereschritte oder strukturierte Weiterbildung sind kaum vorgesehen. Zudem ist der Druck auf Führungskräfte – insbesondere auf der unteren Führungsebene – enorm hoch und dauerhaft belastend.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt ist im Arbeitsalltag spürbar und grundsätzlich gut. Gleichzeitig steht – wie in vielen wachstums- und ergebnisorientierten Unternehmen – die wirtschaftliche Zielerreichung deutlich im Fokus. Das ist grundsätzlich nicht negativ zu bewerten. Ohne klare Strukturen, realistische Zieldefinitionen und eine intensivere Begleitung insbesondere neuer Mitarbeitender besteht jedoch das Risiko, dass vor allem erfahrene Kolleginnen und Kollegen ihre Ziele erreichen, während ein Großteil des Teams dauerhaft hinter den Erwartungen zurückbleibt. Eine stärkere systematische Unterstützung könnte hier zu mehr Chancengleichheit und nachhaltigerem Erfolg im gesamten Team beitragen. Das kommt auch dem Inklusiven Motto von Eye Able zugute!
Vorgesetztenverhalten
Mein Vorgesetzter ist engagiert und grundsätzlich um gute Führung bemüht. Durch viele zusätzliche Aufgaben bleibt jedoch wenig Zeit für das Team, wodurch Absprachen teilweise untergehen. Das wirkt eher strukturell bedingt als persönlich.
Die Führungskraft geht mit gutem Beispiel voran: Viele Kundentermine, konsequente Follow-ups und eigene Umsatzverantwortung zeigen ein klares Leistungsverständnis und eine Vorbildfunktion. Für erfahrene Mitarbeitende im Software- bzw. SaaS-Vertrieb kann dieser leistungsorientierte Stil sehr motivierend sein.
Für Quereinsteiger im Software-Vertrieb ist das Anspruchsniveau jedoch deutlich höher. Im SaaS-Umfeld sind tiefgehendes Produktwissen, Marktverständnis und wirtschaftliche Zusammenhänge entscheidend. Eine stärkere Anpassung von Erwartungen und Entwicklungsmaßnahmen an den Erfahrungsstand könnte langfristig zu stabileren Ergebnissen beitragen.
Geschäftsleitung:
Teilweise entsteht der Eindruck, dass Entscheidungen nicht immer transparent kommuniziert oder ausreichend begründet werden. Dadurch können sie für Mitarbeitende gelegentlich willkürlich wirken.
Arbeitsbedingungen
Die bereitgestellten Laptops sind für die vertrieblichen Aufgaben grundsätzlich ausreichend, bewegen sich leistungstechnisch jedoch eher im mittleren Bereich. Für die täglichen Anforderungen funktionieren sie, bieten jedoch keine überdurchschnittliche Performance. Merkt man auch daran das einige Kollegen Internetprobleme haben und andere nicht, wohlbemerkt im gleichen Haus.
Die Arbeitsplätze werden regelmäßig gewechselt, was grundsätzlich Flexibilität ermöglicht, jedoch nicht immer zur Arbeitsplatzkontinuität beiträgt. Verbesserungsbedarf besteht aus meiner Sicht bei der allgemeinen Hygiene – sowohl in den sanitären Anlagen als auch in Teilen der Büroflächen (siehe auch Arbeitsatmosphäre).
Positiv hervorzuheben ist, dass die Bereiche, die aktiv vom Büromanagement betreut werden, durchweg ordentlich und gepflegt sind.
Kommunikation
Die Zusammenarbeit zwischen Teamlead und Mitarbeitenden funktioniert insgesamt gut und ist von einem respektvollen Austausch geprägt.
Im Bereich HR besteht noch Entwicklungspotenzial. Da es sich um eine vergleichsweise junge Funktion im Unternehmen handelt, sind gewisse Reibungsverluste nachvollziehbar. Mit zunehmender Erfahrung und klareren Prozessen dürfte sich dies weiter verbessern.
Auf höheren Ebenen wirkt die Kommunikation teilweise distanziert. Entscheidungen – insbesondere im Vertrieb – sind nicht immer transparent oder nachvollziehbar. Auffällig ist, dass selbst Führungskräfte unterhalb des C-Levels Maßnahmen nicht durchgehend mittragen oder vollständig überzeugt wirken, diese jedoch dennoch umsetzen. Das führt gelegentlich zu Irritationen, da der Eindruck entsteht, dass Einflussmöglichkeiten begrenzt sind. Oft wird das "man kann ja sowie so nichts daran ändern" Prinzip angewendet (von den eigenen Führungskräften).
Gehalt/Benefits
Die Vergütung liegt spürbar unter dem Marktniveau für vergleichbare Positionen. Ein Blick auf branchenübliche Vergleichswerte (z. B. Kununu) bestätigt diesen Eindruck. Auch im Verhältnis zur Verantwortung und Arbeitsbelastung empfinde ich das Gehalt als nicht angemessen.
Gleichberechtigung
Wie auch auf kununu ersichtlich ist, wird die finanzielle Gleichberechtigung unterschiedlich wahrgenommen. Ein Vergleich der veröffentlichten Gehaltsangaben deutet darauf hin, dass hier noch Verbesserungspotenzial besteht.
Positiv hervorzuheben ist, dass gezielt Menschen mit Einschränkungen eingestellt werden und ihnen eine berufliche Chance gegeben wird. Der inklusive Grundgedanke ist damit grundsätzlich im Unternehmen verankert, verliert aber zunehmend an Bedeutung.
Im Arbeitsalltag entsteht jedoch teilweise der Eindruck, dass Mitarbeitende – unabhängig davon, ob mit oder ohne Einschränkung – stark auf sich allein gestellt sind. Eigenverantwortung ist grundsätzlich sinnvoll, setzt jedoch voraus, dass die strukturellen und technischen Rahmenbedingungen entsprechend angepasst sind. Wenn Arbeitsplätze nicht konsequent barrierefrei oder unterstützend gestaltet sind, kann echte Gleichberechtigung nur eingeschränkt umgesetzt werden.
Interessante Aufgaben
Die Aufgabenvielfalt ist insgesamt eher begrenzt. Durch die internationale Ausrichtung gab es vereinzelt besondere Möglichkeiten, beispielsweise einige Tage in Amsterdam zu arbeiten – vom Unternehmen finanziert. Das war eine gelungene Erfahrung, stellte inhaltlich jedoch keine neue Aufgabe dar, sondern vielmehr eine Verlagerung des Arbeitsortes.
Positiv hervorzuheben ist die Möglichkeit, gelegentlich an Messen teilzunehmen (etwa ein bis drei Einsätze). Darüber hinaus entspricht die Tätigkeit jedoch weitgehend einem klassischen Außendienst, der – insbesondere seit Corona – in den Innendienst verlagert wurde.
Auch wenn Kundengespräche und Termine grundsätzlich Abwechslung bieten, bleibt der Arbeitsalltag strukturell ähnlich. Die inhaltliche Vielfalt findet überwiegend innerhalb digitaler Meetings und am Bildschirm statt, wodurch die Aufgaben insgesamt weniger abwechslungsreich wirken, als es auf den ersten Blick scheint. Das sieht bekanntlich jeder etwas anders.