Eine Zumutung - auch wenn es für Studenten, wenn es nur um Flexibilität und gutes Gehalt geht, grade so reicht.
Wofür möchtest du deinen Arbeitgeber im Umgang mit der Corona-Situation loben?
Die Planung reagiert flexibel auf private Situationen durch Covid-19 und vieles kann im Vorhinein abgesprochen werden. Dass Homeoffice in dieser Branche schwer bis gar nicht möglich ist, muss leider akzeptiert werden.
Was macht dein Arbeitgeber im Umgang mit der Corona-Situation nicht gut?
Mehr geputzt wird nicht und im ganzen Center wird der Mindestabstand konsequent nicht eingehalten, aber das interessiert irgendwie keinen. Da bringen auch keine Klebestreifen an den Arbeitsplätzen irgendwas. Transparenz natürlich auch Fehlanzeige, man wurde erst sehr spät und nach mehreren Nachfragen über Maßnahmen informiert. Aber hey, trotzdem natürlich vielen Dank für die Passierscheine im Falle einer Ausgangssperre, die man uns erst drei Wochen nachdem sie datiert wurden gegeben hat und viel später gekommen sind als von allen anderen Unternehmen.
Mit diesen Arbeitsbedingungen, dem noch mehr gestiegenen Anrufaufkommen durch Schließungen der Geschäfte und der somit zusätzlichen Belastung hätten in so einer Zeit alle Agents mal einen Bonus verdient, liebe Geschäftsführung.
Arbeitsatmosphäre
Schon ab dem Bewerbungsprozess hat man sich nur wie eine Nummer gefühlt. Es sind immer gleich mehrere Person zu dem Vorstellungstermin eingeladen, eine wirkliche Vorauswahl findet nicht wirklich statt.
Die Schulung war relativ interessant, jedoch auch nur ziemlich oberflächlich und es wurde viel in zwei Tage gepresst (zum Vergleich: beim größten Konkurrenten in München dauert die Schulung doppelt so lange).
Jeder arbeitet mehr oder weniger für sich, als Call Center Agent hat man bis auf die Floormanager und das Personalbüro wenig bis gar keinen Kontakt mit dem restlichen Unternehmen bzw. dem Vorgesetzten - man kennt den Niederlassungsleiter vom Namen her, aber gesehen haben ihn viele noch nicht. Auch die Floormanager werden einem nicht vorgestellt, nach über 6 Monaten im Unternehmen sind mir die Namen mancher noch unbekannt.
Die tägliche Arbeit ist stark abhängig von den Mitarbeitern um einen herum sowie den Floormanagern.
Mit langen Wartezeiten steigt der Druck auf Agents enorm. Pausenzeiten sind sehr gering, mit knapp bemessenen sogenannten "Sonderzeiten" wird das Arbeitsrecht, was bezahlte Toilettengänge & Co angeht, geschickt umgangen.
Heißgetränke sind kostenlos.
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Wird vor allem in Solingen aber auch Umgebung nur belächelt, aber ist man natürlich auch selber Schuld wenn man sich auf der einen Seite eine goldene Nase verdient aber dann kaum was in das Produkt investiert. Frustrierte Mitarbeiter durch schlechte Arbeitsbedingungen und unklare Strukturen treffen auf Kunden, die nach ellenlangen Wartezeiten mit alter und wenig kundenfreundlicher Technik zu kämpfen haben. Wenn die Arbeiter ausgehen wird der Stundenlohn erhöht (wie 2019), dafür aber auch nach und nach die restlichen Benefits gekürzt (z.B. neuerdings: Urlaub kann nicht mehr ins nächste Kalenderjahr mitgenommen werden, verfällt am 31.12.)
Da so ein Stundenlohn jedoch (zumindest für ein paar Monate) immer neue Arbeitskräfte anlockt, wird mehr Wert darauf gelegt, neue zu rekrutieren, statt sich um die bestehenden zu kümmern. Wer sich dagegen wehren möchte wird gekündigt - einen Betriebsrat gibt es trotz über 300 Mitarbeitern leider nicht.
Work-Life-Balance
Für Studenten sehr flexible Arbeitszeiten, grade wenn man seine Präferenzen geschickt angibt folgen selten böse Überraschungen im Schichtplan. Auch wenn spontan mal was dazwischen kommt kann man über die (sehr spärlich programmierte) App einzelne Tage blocken oder Schichten anonym tauschen bzw. verschenken. Im Notfall ist das Planungsteam auch immer sehr kulant und es lässt sich schnell eine vernünftige Lösung finden. Als Minijobber hat man es hier tendenziell einfacher als Vollzeitkräfte, diese müssen oft nehmen was übrig bleibt.
Der Vertrag kann auch flexibel monatlich gewechselt werden, u.a. von Minijob auf Werkstudent und andersherum.
Karriere/Weiterbildung
Nach den zwei Schulungstagen am Anfang gibt es zwei kleine Tests und eine Weiterbildung zur Betrugsprävention. Das war's, mit Glück wird einem nach langer Zeit im Unternehmen die Weiterbildung zum Floormanager angeboten, das schafft jedoch auch nur ca. 1% (wenn überhaupt) und geht leider nicht nach Leistung bzw. fairem Bewerbungsverfahren.
Kollegenzusammenhalt
Die Kollegen sind großenteils sehr sympathisch und vielseitig. Von ihnen bekommt man die ganzen Tipps und Tricks gezeigt, die in der Schulung nicht angesprochen wurden. Dies beinhaltet unter anderem auch Abrechnungen, Benutzung der App zum Schichttauschen usw. - ohne den Beistand der netten Kollegen fühlt man sich schnell ins kalte Wasser geschmissen und überfordert.
Da alle Agents auf dem gleichen Level sind was Gehalt und Zeitplanung angeht, bildet sich in der Unterschicht der Zwei-Klassen-Gesellschaft namens WebID zumindest nicht noch eine weitere zweite Klasse. Die meisten Agents sind nur Aushilfen oder Werkstudenten, somit sieht man selten die gleichen Gesichter. Zusätzlich wechselt die Belegschaft sehr schnell, da viele nach kurzer Zeit kündigen oder den Job von Anfang an nur ein bis zwei Monate machen möchten.
Umgang mit älteren Kollegen
Hin und wieder starten ältere Agents (das Durchschnittsalter beträgt schätzungsweise 25, somit bedeutet hier alt = 30+), die nicht anders behandelt werden, aber sich teilweise nicht so gut dem System hingeben, durch die Calls zu rasen und alles was die Floormanager sagen ohne Begründung hinzunehmen, was natürlich vom Unternehmen nicht so gerne gesehen ist. Hier ist es einfacher, Schüler und Studenten einzustellen, die kaum Arbeitserfahrung in anderen Unternehmen haben und somit oft einfach nicht wissen, was ein mitarbeiterfreundliches Unternehmen ist.
Langdienende Kollegen gibt es nicht, der Großteil übersteht nicht die Probezeit, geschweige denn den Vertragsablauf nach einem Jahr. Wenn doch, gibt es keine Gehaltserhöhungen, Boni oder ähnliches.
Vorgesetztenverhalten
Die Floormanager sind meiner Meinung nach größtenteils nett und fair, wenn man ihnen gegenüber auch respektvoll ist. Nichtsdestotrotz haben auch diese Lieblinge, die sie entweder mögen und etwas mehr mit Samthandschuhen anfassen was Ermahnungen angeht oder halt nicht. Die jüngeren sind tendenziell eher Verständnisvoller, da sie selbst vorher lange als Agent arbeiten mussten und sich somit besser in die Lage reinversetzen können.
Mit weiteren Personen aus der Führungsebene hat man wie bereits erwähnt keinen Kontakt.
Arbeitsbedingungen
Das Büro ist zentral und sehr gut zu erreichen, jedoch generell in einem schmutzigen Zustand. Geputzt wird nur Werktags, häufige Kontaktpunkte wie die Zutrittsschleuse, Küche und Pausenraum sind schon ab dem Nachmittag meist verdreckt. Am schlimmsten war es an Ostern, hier wurde Donnerstag morgen geputzt und dann erst am darauffolgenden Dienstag wieder. Bei ca. 70 Plätzen auf einer Etage sieht es natürlich nach vier Tagen dementsprechend aus, auch der Müll häuft sich und es ist einfach nur ein Rattenloch. Die Toiletten meidet man am besten schon ab dem Mittag.
Da die Arbeitsplätze an sich größtenteils immer in Benutzung sind, findet hier eine Grundreinigung nur selten statt. Der Platz muss vor Arbeitsbeginn gründlich selbst desinfiziert werden, aber auch überall hinter den Displays und am Computer häufen sich Staub und Dreck. Wie man Computer, die für so eine wichtige Aufgabe benutzt werden, im Jahr 2020 teilweise noch auf Windows 7 laufen haben kann, ist mir unbegreiflich.
Kommunikation
Viel von oben bekommt man nicht mit, Änderungen im Betriebsablauf, die (zwingend) eingehalten werden müssen, werden nur sporadisch als Textnachrichten in einem internen Programm mitgeteilt, eine genaue Übersicht fehlt. Somit kann vieles schnell Untergehen. Auf allseits bekannte Probleme mit der Software bezüglich weniger kompatible Geräte/Browser auf Nutzerseite werden nicht angegangen.
Lob bekommt man nie, wenn man die (für uns unbekannten) Quoten nicht erfüllen kann oder einen Fehler gemacht hat wird einem direkt "auf die Finger gehauen". Es ist sehr Schade, dass man hier nicht Transparent ist und konstruktive Kritik gibt.
Wie schon erwähnt hört man vom Management sehr wenig, das einzige was kommt ist hin und wieder mal eine Chat Nachricht von Wegen "viele Anrufe, bitte schneller arbeiten".
Auf viele Fragen ist die Antwort abhängig davon, wen man fragt, da Floormanager untereinander und QM Team oft unterschiedliche Meinungen haben und es so total undurchsichtig wird. Klare Regeln und Richtlinien bezüglich des Arbeitsprozesses - Fehlanzeige.
Gehalt/Benefits
Der Stundenlohn ist, vor allem für Studenten und Aushilfen, mit zwölf Euro, samstags 13€ bzw. Sonntags 14€, sehr gut. Urlaub kann flexibel über die App eingereicht werden und auch meist wie geplant genommen werden. Das Gehalt kommt pünktlich, jedoch sind die Abrechnungen manchmal fehlerhaft. Dies kann nur schwer kontrolliert werden, da die genauen An- und Abmeldezeiten nur am Computer als Pdf angesehen werden und nicht ausgedruckt bzw. mit nach hause genommen werden können.
An Feiertagen gibt es einen sehr großzügigen Zuschlag, den man jedoch leider nicht immer fest einkalkulieren kann, weil teilweise absichtlich zu viele Agents eingeplant werden und dann, wenn kein Platz mehr ist, angefangen wird nach Hause zu schicken. Vor allem wenn nicht viel los ist wird die Missplanung (da damit gerechnet wird, dass sich viele Agents krank melden) am Mitarbeiter ausgelassen und man wird grundlos gezwungen zu gehen. Somit gehen einem mal schnell knapp 30€ durch die Lappen, was von der Geschäftsführung mit durchschnittlicher Arbeitszeit begründet wird, man könne ja wann anders, wenn viel los ist, mal nach Absprache ne Stunde dranhängen (natürlich ohne Feiertagszuschlag).
Gleichberechtigung
Alle haben tendenziell den gleichen Rang, egal ob Man, Frau, alt, jung. Aufstiegschancen werden, wie hier auch oft schon erwähnt, nicht beworben und nur unter der Hand vergeben - was genau dem Gegenteil verspricht von dem was in der Stellenanzeige vermittelt wird.
Interessante Aufgaben
Das eigentliche Callen ist recht eintönig, was aber nicht an WebID liegt, sondern an den Vorschriften der BaFin, die hier nunmal keinen Spielraum lassen. Dies sollte auch allen Bewerbern von Anfang an klar sein.
Sobald man nett, freundlich und verständnisvoll dem Anrufer gegenüber ist, bekommt man dies meistens auch zurück. Bei langen Wartezeiten (teilweise bis zu zwei Stunden) sind viele Anrufer angenervt und frustriert, was in Kombination mit total witzlos und schwach programmierter Technik (siehe die eigene my WebID App) immer auf den Agent zurückkommt und auf Dauer belastet - somit hat erst der Anrufer und dann auch der Mitarbeiter schlechte Laune, und so zieht es sich bis zum Ende der Schicht.