Gute Zwischenstation. Man sollte trotzdem genug Rücklagen und eine Option B in der Hinterhand haben.
Gut am Arbeitgeber finde ich
- die Ladies am Empfang
- die Wand aus Pflanzen am Empfang
- die Lage des Büros
- das Gehalt
- das Image
- das generelle Klima unter den Mitarbeitenden
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Kommunikation
- keine strukturierte Einarbeitung mit erkennbarem roten Faden
- hohe Erwartungshaltung trotz begrenzter und fragmentierter Einarbeitung
- Absprachen, auf die man sich aus meiner Erfahrung nicht dauerhaft verlassen konnte
- hohe Fluktuation (während meiner Zeit im Unternehmen, haben mehr Leute das Team verlassen als inkl. mir dazugekommen sind)
- stark verbesserungswürdige Kunden- & Projektzuordnung
- Cliquen- und Hackordnung innerhalb von Teams
- Kündigung in der Probezeit ohne erkennbare Vorwarnung oder dokumentiertes Feedback, die ebensolche rechtfertigen würde
- Blindheit ggü. und Toleranz von vermeintlich ungeeigneten Führungskräften
- Harmonie im Team, i.e. Kurs der Führungskraft einhalten, wichtiger als Resultate
Verbesserungsvorschläge
Vermutlich könnten helfen:
- umsetzbare Einarbeitungskonzepte
- strukturierteres Kunden- & Projektmanagement
- keine remote Arbeitsstellen als solche bewerben, die keine sind
- kostenlose Parkplätze, wenn scheinbar kein dauerhaftes Home-Office erlaubt ist
- aussagekräftige Feedbackgespräche, auf die man sich auch wirklich berufen kann
- Probleme & Kritiken nicht erst mit der Kündigung ansprechen
- Personalengpässen durch Urlaub, Krankheit und hohe Projektlast vorbeugen
Arbeitsatmosphäre
Bei geringer Auslastung fühlte sich die Stimmung gut an. Bei zunehmender Anzahl an Projekten kippte sie meiner Wahrnehmung nach und es wurde gefühlt viel gestöhnt. Die Arbeitsatmossphäre außerhalb vom Team wirkte etwas besser.
Kommunikation
Die Zuordnung der Aufgaben & Projekte fühlte sich sehr dynamisch an. Es war möglich ggf. plötzlich Hauptansprechperson für ein Projekt zu sein, bei dem man ursprünglich eigentlich nur als Unterstützung eingeplant war.
Feedback-Gespräche scheinen rein symbolisch zu sein. Es besteht das Potenzial, dass Mitarbeitende nach mehreren Jahren oder wenigen Monaten plötzlich die Kündigung auf den Tisch gelegt bekommen. Ist man noch in der Probezeit, kann man ggf. ohne Vorwarnung und ohne Vorgespräche rausgeworfen werden.
Es entstand der Eindruck, dass Kolleginnen und Kollegen in der alten Firma noch vor dem offiziellen Wechsel zu Weischer von dem Wechsel wussten, obwohl man selbst von einer vertraulichen Behandlung dieser Information ausgegangen war und den Wechsel bewusst geheim gehalten hatte. Ggf. muss man hier bei Weischer explizit um Geheimhaltung bitten.
Kollegenzusammenhalt
Außerhalb meines Teams wirkte der Kollegenzusammenhalt deutlich besser. Im Team selbst fühlte es sich eher so an, als würde jeder auf sein eigenes Glück bedacht sein. So ist es z.B. nicht unvorstellbar, dass man als Team-Mitglied umgangen wird und danach direkt eine Nachricht von der Führungskraft erhält. In Einzelgesprächen spürte man etwas mehr Ehrlichkeit, die dann bedauernswerterweise im nächsten Team-Meeting schon wieder verflogen schien.
Work-Life-Balance
Diese scheint nicht für jede Person erreichbar zu sein. Selbst wenn die Stelle als Hybrid oder gar remote beworben wird, kann die Realität stark davon abweichen. Sollte man z.B. auf remote Arbeit angewiesen sein, ist es empfehlenswert, sich diese im Arbeitsvertrag selbst festhalten und sich nicht mit irgendwelchen außervertraglichen Zusatzvereinbarungen vertrösten zu lassen.
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass man bei normalem Arbeitsbetrieb freitags bis mindestens 18 Uhr arbeitet.
Vorgesetztenverhalten
Die Führungskraft schien hauptsächlich operativ eingebunden gewesen zu sein, sodass nicht wirklich Kapazitäten für Einarbeitung oder Personalführung vorhanden war.
Selbst wenn man mit der Führungskraft zusammen an Projekten wirkte, entstand der Eindruck, dass die Verantwortung der Fehler einem einseitig zugeschrieben wurde.
Interessante Aufgaben
Aufgrund einer stark fragmentierten und nicht durchgängig strukturierten Einarbeitung reduzierten sich die Aufgaben überwiegend auf Themenbereiche, die kurzfristig abgedeckt werden mussten. Die ursprünglich in Aussicht gestellte Möglichkeit, bestehende Expertise gezielt einzubringen und schrittweise um neue Aufgabenfelder zu erweitern, ließ sich aus meiner Sicht nur eingeschränkt realisieren.
Gleichberechtigung
Es wirkte so, als ob manche Personen sich ihre Arbeitszeit frei einteilen können und andere nicht. Ähnlich verhielt es sich mit Arbeitsplatzwechseln von Home-Office zu Office (und umgekehrt) in der Mittagspause, oder späterem Arbeitsanfang bzw. früherem Feierabend.
Arbeitsbedingungen
Mein Eindruck war folgender: Die Arbeitsbedingungen konnten sehr wechselhaft sein. Man musste sich früh genug in die Büros koordiniert mit seinem Team einbuchen, wenn man zusammen arbeiten will. Oft waren nicht genug Plätze frei und man musste sich notgedrungen irgendeinen Platz im Gebäude buchen.
Home-Office war besser, jedoch keine akzeptierte Dauerlösung, da die persönliche Anwesenheit im Office gefordert wurde, um sich dann vor Ort gemeinsam in einen Video-Call einwählen zu können. In anderen Teams wirkten die Arbeitsbedingungen wesentlich praxisorientierter und strukturierter.
Zudem musste man sein Privathandy für 2FA nutzen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Der Empfang hat eine wunderschöne grüne Wand aus Pflanzen. Tierhaltung ist ebenfalls erlaubt. Entweder kann man seinen eigenen Hund mitbringen oder die naturbelassenen Nagetiere in den Untergeschossen streicheln. 1 Stern muss ich für das scheinbar nicht gewollte durchgehende Home Office abziehen.
Karriere/Weiterbildung
Vermutlich braucht es etwas mehr Glück, um wirklich Dinge bei Weischer dazulernen zu können, oder vielleicht muss man auf einer höheren Ebene in der Hierarchie sein. Anderenfalls scheint es agenturtypisch zu sein, dass man für Beförderungen o.ä. meist den Arbeitgeber wechseln muss.

