Der Mitarbeiter als lästige Fliege im Welcome-Raum.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Obwohl der Geschäftsbereich eigentlich das Gastgewerbe "mit Menschen für Menschen" ist, ist die zentrale Bestrebung wohl, den Anteil der "...mit Menschen..." auf ein Minimum, am besten sogar ohne, zu reduzieren.
Im stark expandierten "Support-Office" hingegen scheinen die meisten im betriebswirtschaftlichen Studium - so denn absolviert - die Vorlesung über die Folgen des Manchesterkapitalismus wohl in der zweiten Hälfte geschwänzt zu haben.
Arbeitsatmosphäre
Die von der zentrale vorgelebte neue Unternehmenskultur wirkt sich - natürlicherweise - auch auf die Arbeitsatmosphäre der Mitarbeiter untereinander aus.
Kommunikation
Die direkte Kommunikation mit den "einfachen" Mitarbeitern wird möglichst vermieden; mit den Abteilungsleitern wird überwiegend per Mail kommuniziert, um auch hier dem direkten Kontakt möglichst aus dem Weg zu gehen.
Vorgesetztenverhalten
Während in der Zentrale stetig neue Posten mit teilweise phantasievollen, teilweise absurden US-anglizierten Bezeichnungen geschaffen werden - was eine hohe Fluktuationsrate dort allerdings nicht verhindert, oder sogar befördert, - wird auf Hotelebene die Abschmelzung des Mitarbeiterstammes - mit allen Mitteln (Zitat:"Die Kriegskassen sind gefüllt") forciert.
Umgang mit älteren Kollegen
Entgegen dem mittlerweile in anderen Wirtschaftszweigen aus guten Gründen vorherrschenden Trend, sind bei Welcome ältere Mitarbeiter einfach nur zu teuer und meist aufgrund ihrer Expertise nicht willfährig und stromlinienförmig genug, um sämtliche Entscheidungen bedenken- und gedankenlos hinzunehmen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Von der vorherigen Führung forciert und auch beworben, ist mittlerweile nur erstklassiges Greenwashing übriggeblieben: während in den Public Areas wie z.B. beim Frühstücksbuffet Portions- und Einwegverpackungen abgeschafft wurden, wird "hinter den Kulissen" auf aufwendiges, mit viel Plastik verpacktes High-Convenience gesetzt. Es wird auch weiterhin gerne mit "Regionalität" geworben, was aber nicht verhindert, daß z.B. der lokale Bäcker durch weit heran transportierte Tiefkühl-Aufbackware ersetzt wird.
