Ein Hilferuf.
Verbesserungsvorschläge
Die Führungsriege sollte anfangen auch die "Kleinen" im Unternehmen ernst zu nehmen und einzubeziehen, denn es verbergen sich dort so einige "Schätze" in Form von talentierten, ambitionierten Mitarbeitern, die sich mit WENZEL identifizieren. Dann könnte man gemeinsam als Team - oder dieses mal wirklich als Familie - Großes vollbringen. Diese "Isolationsschicht" muss durchbrochen werden - dann kann WENZEL anfangen zu heilen.
Arbeitsatmosphäre
Tendenziell ist die Stimmung in vielen Bereichen am Kippen und seit Jahren ist keine Besserung in Sicht. Der Alltag ist geprägt von Unzufriedenheit, welche sich auf viele einzelne Faktoren zurückführen lässt. Tendenziell bekommen die normalem Mitarbeiter wenig bis gar keine Achtung seitens der Führungsriege, dabei sind sie das Fundament, welches den "Schiefen Turm von Wiesthal" vor dem Zusammenbruch bewahren. Der harte Sparkurs fordert seinen Tribut und so landet man schlussendlich im Teufelskreis. Kapazitäten fehlen an wichtigen Schlüsselstellen, Produkte werden unreif auf den Markt "geklatscht" und man gibt sich mit mittelmäßigen Resultaten zufrieden. Die Belegschaft will und kann mehr, aber wir werden systematisch ausgebremst und kriegen immer wieder Steine in den Weg gelegt. Das sorgt für Frust und verminderter Leistungsbereitschaft. Garniert man das noch mit völlig deplatzierten "Vorgesetzten" und einer Geschäftsleitung, die ihre Belegschaft erst ab einem gewissen akademischen Grad für voll nimmt, erhält man eine Abwärtsspirale per excellence. Ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich mit der Firma identifizieren.
Image
Das Image leidet natürlich unter den zuvor aufgeführten Punkten. Unfertige Produkte werden auf den Markt geworfen, wobei der Kunde als Betatester fungiert. Vertriebsmitarbeiter, die ihre Produkte nicht kennen, verkaufen unmögliche Kombinationen und schieben dann die Verantwortung an die Entwicklungsabteilung, die nun möglichst schnell eine Lösung für den angefressenen Kunden herbeizaubern muss. Anwendungstechniker müssen mit teils desaströsen Maschinen Vorführungen machen, sind dann aber schuld, wenn der Kunde nicht kauft. Wenn der Kunde doch kauft, dann natürlich nur wegen des herausragenden Vertriebsmitarbeiters.
Der dadurch nachhaltige Schaden entsteht um ein vielfaches schneller, als man ihn je wieder reparieren könnte. Gepaart mit fehlenden Kapazitäten aufgrund kündigender Mitarbeiter und der Unzufriedenheit durch das Missmanagement, ist das ein Patentrezept für ein nachhaltiges (aber leider verdientes) Desaster.
Work-Life-Balance
Die 4-Tage-Woche und die Möglichkeit auf Homeoffice sind lobenswert, aber das ist leider nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
"Social-Washing" fasst es gut zusammen. Ja, WENZEL tut etwas für die Umwelt, aber es wirkt "aufgesetzt".
Karriere/Weiterbildung
Karriere bei WENZEL? Ja - wenn man die richtigen Connections hat. Wenn nicht, benötigt es viel Tam-Tam (ohne relevanten Inhalt) und einen akademischen Grad. Ungeachtet der tatsächlichen Arbeitsleistung hat man dann eine gewisse Chance gesehen zu werden, denn ohne entsprechenden Titel wird man von der Geschäftsleitung nur müde belächelt.
Die besten Karten hat man erfahrungsgemäß, wenn man seinen Outlook-Kalender mit möglichst vielen sinnbefreiten Meetings füllt und dabei produktive Kollegen möglichst lange von der Arbeit abhält. Nun muss man nur noch die Errungenschaften anderer als seine eigenen verkaufen et voilà: Eine weitere Isolationsschicht zwischen Geschäftsleitung und Realität wurde geschaffen.
Thema Weiterbildung: Alle Weiterbildungen, Kurse und ein halbes Bücherregal voller Fachliteratur habe ich von meinem eigenen Geld bezahlen müssen. Wer Ambitionen hat und sich nicht ständig im Kreis drehen will, muss gezwungenermaßen sein eigenes Geld und seine Freizeit investieren. Denn WENZEL tätigt diese Investition nicht.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt ist wirklich außergewöhnlich, auch wenn es hier und dort schwarze Schafe gibt. Es gibt eben auch Kollegen, die sich bei Aufgaben extra Zeit lassen, weil man sich so ein ruhiges Arbeitsleben wahrt. Das geht allerdings auf Kosten anderer, die wirklich mit Herzblut bei der Sache sind und dadurch die "Faulheit" mancher auch noch kompensieren müssen. Das ist nicht nur unfair, sondern schadet auch dem Unternehmen, da bei gleichen Lohnkosten ein größeres Arbeitspensum hätte geleistet werden können. Man darf hier allerdings die allgemeine Unzufriedenheit nicht außer Acht lassen - denn wenn die Firma nur das Allernötigste für ihre Mitarbeiter tut, wäre es töricht, im Gegensatz von der Belegschaft vollen Einsatz zu erwarten.
Vorgesetztenverhalten
Vorgesetzte, die wirklich ihren Job erledigen - also mit gutem Beispiel vorangehen, ihr Team in Schutz nehmen und die Mitarbeiter zu Bestleistungen motivieren - sind leider recht schnell weg vom Fenster. Kritik am eigenen Produkt wird vielerorts nicht gerne gesehen und falls das noch nicht reicht, sägen andere Vorgesetzte gerne mal am ohnehin schon wackeligen Stuhlbein. Oft mit Erfolg. Durch dieses egoistische Verhalten ist eine gefährliche Isolationsschicht zwischen Geschäftsleitung und den "normalen Mitarbeitern" entstanden. Desaströse Produkte werden bei der GL immer schön geredet, Kritiker werden Mundtot gemacht und am Ende wundert man sich, warum Mitarbeiter in Scharen kündigen, Produkte keinen Anklang am Markt finden und Kunden am Ende beim Mitbewerber kaufen.
Arbeitsbedingungen
"Fake it till you make it". Nur funktioniert das aufgrund meiner vorher beschriebenen Punkte eher schlecht als recht. Undichte Dächer und stinkende Büroräume wurden bereits in anderen Bewertungen erwähnt, wobei man zugeben muss, dass diese Dinge aufgrund struktureller Gegebenheiten der Firmengebäude nicht ohne erheblichen Aufwand zu beheben sind. Es gibt leider andere Prioritäten.
Abgesehen davon, fährt man bei WENZEL eher das Minimalprinzip. Der kleinstmögliche Invest wird mit einer gleichzeitig möglichst positiven Außenwirkung gepaart - man muss ja den Schein wahren. Dieser kleinstmögliche Invest bezieht sich hierbei nicht nur auf Arbeitsmittel und Büroausstattung, sondern auch auf Lohn, Weiterbildung, Aufstiegsmöglichkeiten etc.
Kommunikation
Es wird gerne betont, dass wir ein Familienunternehmen sind, aber Taten sprechen mehr als Worte. Abgesehen davon lebt eine gesunde Kommunikation von einem ausgewogenen Dialog. Man spricht miteinander, hört einander zu und respektiert einander. Nur so können Schwachstellen identifiziert und als Team angegangen werden. Im Unternehmen herrscht allerdings eher das Einbahnstraßen-Prinzip. Wie im vorherigen Absatz erwähnt, wird man in Meetings mit der Geschäftsleitung ohne entsprechenden Titel keines Blickes gewürdigt. Ein solch herablassendes Verhalten ist nicht nur schädlich für eine gesunde Unternehmenskultur, sondern steht auch im Widerspruch zu allen Floskeln, die bei Betriebsversammlungen losgelassen werden. Eine Familie schätzt einander und lässt die Erfahrungen jedes noch so kleinen Mannes in ein gutes Produkt einfließen. Stattdessen zieht die Geschäftsleitung lieber die Scheuklappen auf und hortet Abteilungs- und Bereichsleiter um sich, welche den Informationsfluss gezielt zur Wahrung ihrer eigenen Position manipulieren.
Gehalt/Benefits
Man muss hier schon zwischen "verdienen" und "bekommen" unterscheiden. Für Freunde des Unternehmens werden fragwürdige Stellen geschaffen, während langjährige Mitarbeiter mit dem absoluten Minimum abgespeist werden. Es gibt einige Stellen, die dem Unternehmen eher schaden, als es voranzubringen. Gespart wird aber zuallererst beim kleinen Mann - nicht bei den dekadenten Selbstbeweihräucherungs-Events.
Gleichberechtigung
- Bei Vertriebsveranstaltungen wird man während der ersten Tageshälfte gezwungen, sein Auto vom Mitarbeiterparkplatz zu entfernen, damit dort die geladenen Vertriebsmitarbeiter in den ersten Reihen parken können. Man selbst muss dann sein Auto auf eine abgelegene, dreckige Wiese stellen.
Für diese Vertriebler hält man noch tagelang Infoveranstaltungen mit teurem Essen und Partys ab, während der normale Mitarbeiter an einem Automaten Mikrowellenessen kaufen muss - denn eine ordentliche Kantine gibt es nicht mehr. Gleichzeitig schwafelt man von einem harten Sparkurs und streicht neben der Kaffeemilch auch ganze Arbeitsstellen.
- Alle sind gleich - manche sind "gleicher" als andere. Nur Firmenwägen dürfen auf dem Unternehmensgelände geparkt werden, der Rest parkt draußen im Staub. Bis auf ein paar Mitarbeiter, ohne jegliche Konsequenz tun und lassen dürfen, was sie wollen.
- Man hat die Wahl zwischen der 4-Tage-Woche oder der 5-Tage-Woche + 1 Tag Homeoffice. Manche bekommen beides. Manche bekommen auch zwei Tage Homeoffice zugesprochen. Andere wiederum müssen 5 Tage die Woche anwesend sein und dürfen kein Homeoffice machen.
Interessante Aufgaben
"Innovations in Metrology" entspricht schon lange nicht mehr der Wahrheit. Man trampelt eher diversen Trends hinterher und stapft somit immer in die Fußstapfen anderer. Was ich mich frage: Wie soll man mit gutem Beispiel vorausgehen, wenn man immer nur in den Spuren anderer trampelt? Die Aufgabenvielfalt ist zwar gegeben, aber ein Großteil der Arbeit beruht auf das Auslöffeln der selbst eingebrockten Suppe. Shit happens, das ist klar. Allerdings werden hausgemachte (und somit vermeidbare) Probleme regelrecht provoziert. Das ist für ambitionierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter extrem frustrierend, vor allem da die Hauptmotivation bei WENZEL zu arbeiten sicherlich nicht der bestenfalls als durchschnittlich zu bezeichnende Lohn ist. Die Leute, die Langfristig im Unternehmen bleiben, wollen oftmals etwas bewegen. Es ist nur schade, wenn genau diese potentielle Dynamik systematisch verhindert wird.