Talfahrt
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Gehalt kommt absolut zuverlässig – auf den Cent genau und immer pünktlich.
Man hat beim Kunden viel Freiheit, seine Arbeit selbst zu gestalten, ohne ständig jemanden im Nacken zu haben.
Die Produkte und die Marke haben Potenzial, und viele Kolleginnen und Kollegen leisten trotz aller Umstände richtig gute Arbeit.
Auch das Umweltbewusstsein mit Solaranlage, E-Fahrzeugen, Bienen und Biotop ist wirklich stark umgesetzt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Seit die neue Führung das Ruder übernommen hat, geht es spürbar bergab.
Ständig ist die Rede davon, man müsse „die Komfortzone verlassen“, während gleichzeitig der persönliche Austausch völlig verloren gegangen ist.
Mitarbeiter werden nur noch nach Zahlen bewertet, nicht nach Leistung, Einsatz oder Persönlichkeit.
Entscheidungen werden einfach verkündet – Feedback wird zwar angehört, aber genauso schnell wieder vergessen.
Man kann nicht alles gleichzeitig umkrempeln und sich dann wundern, wenn es überall knallt.
Die hohe Fluktuation und die vielen offenen Stellen sprechen für sich – vielleicht liegt das auch am Gehalt.
In Zeiten von Inflation Gehälter auf diesem Niveau zu zahlen, ohne Provision, Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, ist schlicht grenzwertig.
Verbesserungsvorschläge
Wo anfangen, wo aufhören?
Vielleicht damit, endlich wieder zuzuhören – vor allem denen, die den Laden Tag für Tag am Laufen halten.
Weniger Mikromanagement, mehr Vertrauen in die Kompetenz der eigenen Mitarbeiter.
Weniger Konzepte, die auf PowerPoint großartig aussehen, aber in der Realität scheitern, weil niemand die Menschen einbezieht, die sie umsetzen sollen.
Das ständige Jonglieren mit neuen Plänen und Buzzwords ersetzt keine klare Linie.
Beim Thema Gehalt: weniger Slogans wie „FairPay“, mehr echtes, transparentes und leistungsgerechtes Vergütungssystem.
Und vielleicht sollte man weniger Zeit auf LinkedIn damit verbringen, die perfekte Arbeitgeberstory zu erzählen – und stattdessen dafür sorgen, dass sie intern auch wirklich gelebt wird.
Ach ja, und diese KI-generierten 5-Sterne-Bewertungen? Wirkt inzwischen eher peinlich als überzeugend.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung im Unternehmen schwankt irgendwo zwischen Gleichgültigkeit und künstlich erzeugter Euphorie.
Offiziell wird viel über „Teamgeist“ und „Transparenz“ gesprochen – in der Realität herrscht vor allem Misstrauen, Kontrolle und interne Politik.
Wer sich ehrlich engagiert, wird selten wahrgenommen; wer laut genug nickt, bekommt Aufmerksamkeit.
Kritik ist unerwünscht, Eigeninitiative wird schnell als Störung empfunden.
Echte Wertschätzung? Wenn man Glück hat, ein „Danke“ per Rundmail.
Insgesamt: eine Atmosphäre, die mehr Energie zieht als sie gibt.
Kommunikation
Kommunikation findet hier vor allem von oben nach unten statt.
Informationen werden nach dem Gießkannenprinzip verteilt – wer wirklich betroffen ist, erfährt vieles zuletzt oder gar nicht.
„Mitbestimmung“ existiert offiziell über diverse Arbeitskreise, in der Praxis wirken diese eher wie geschlossene Gesellschaften für ausgewählte Personen, die ohnehin alles abnicken.
Beispiel Fuhrpark: Da entscheiden Menschen über Prozesse, deren größte Sorge ist, „hauptsache ich komme von A nach B“ – der Rest der Belegschaft darf zusehen.
Offene Diskussionen oder echte Rückmeldeschleifen? Fehlanzeige.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den „normalen“ Kolleginnen und Kollegen ist tatsächlich das, was den Laden am Laufen hält.
Die meisten sehen die Dinge realistisch, packen gemeinsam an und halten sich gegenseitig den Rücken frei.
Mit denen lässt sich arbeiten – ehrlich, direkt, ohne Theater.
Leider gibt es daneben auch die bekannte Sorte: die ewigen Ja-Sager und Speichellecker, die alles „gar nicht so schlimm“ finden und jede Kritik brav nach oben weiterreichen.
So entsteht eine Zweiklassengesellschaft – auf der einen Seite Teamarbeit, auf der anderen Seite Karriere durch Stillhalten.
Work-Life-Balance
Auf dem Papier klingt alles gut – flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Vertrauen.
In der Realität hängt es stark davon ab, wer du bist und wem du unterstellt bist.
Wer dauerhaft performt, bekommt schnell das Gefühl, immer erreichbar sein zu müssen, während andere problemlos um 15 Uhr ausloggen.
Krankheit oder Urlaub bedeuten oft nur: die Arbeit stapelt sich eben für später.
Erholung wird propagiert, aber selten wirklich gelebt.
Unterm Strich: Work-Life-Balance ist hier mehr Slogan als gelebte Praxis.
Vorgesetztenverhalten
Führung findet hier nach dem Motto „Kontrolle ist besser als Vertrauen“ statt.
Entscheidungen werden getroffen, kommuniziert – und dann notfalls dreimal wieder geändert.
Feedback von unten? Unerwünscht, außer es passt ins eigene Weltbild.
Wer Kritik äußert, wird schnell als „schwierig“ abgestempelt.
Fehlerkultur? Nur theoretisch. In der Praxis sucht man lieber einen Schuldigen, als eine Lösung.
Viele Vorgesetzte wirken überfordert, andere genießen schlicht ihre kleine Machtblase – Hauptsache, sie können darüber bestimmen, wer gerade in Ungnade fällt.
Ehrliche Wertschätzung gibt’s selten – stattdessen folgen Phrasen, leere Versprechen und das ewige Mantra: „Wir müssen ins Tun kommen.“
Nur schade, dass die, die wirklich was tun, dabei meist verbrannt werden.
Interessante Aufgaben
Der Job an sich ist spannend – keine Frage.
Im Außendienst sieht man täglich neue Orte, lernt verschiedenste Menschen kennen und bekommt Einblicke, die man sonst nie hätte – vom Kindergarten bis zum Hochsicherheitsbereich eines Stahlwerks.
Wer Abwechslung sucht, findet sie hier.
Schade nur, dass die internen Strukturen diesen Reiz oft ausbremsen.
Zwischen Excel-Tabellen, unnötigen Meetings und Prozessen, die mehr lähmen als helfen, bleibt von der anfänglichen Begeisterung manchmal nicht viel übrig.
Das Potenzial wäre riesig – wenn man die Leute einfach mal machen ließe.
Gleichberechtigung
In diesem Punkt gibt es tatsächlich nichts zu kritisieren.
Unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft oder Religion – hier werden alle Kolleginnen und Kollegen gleich behandelt.
Jede*r bekommt die gleiche Chance, sich einzubringen und Leistung zu zeigen.
Gerade in diesem Bereich funktioniert das Miteinander vorbildlich.
Umgang mit älteren Kollegen
Wirklich vorbildlich.
Erfahrung wird hier geschätzt, und ältere Kolleginnen und Kollegen werden mit Respekt behandelt – nicht abgeschoben.
Viele bleiben sogar über die Rente hinaus im Rahmen der Altersteilzeit aktiv, was zeigt, dass man ihre Kompetenz und Ruhe zu schätzen weiß.
Ein Bereich, in dem das Unternehmen wirklich alles richtig macht.
Arbeitsbedingungen
Grundsätzlich solide – keine Katastrophe, aber auch kein Grund zur Begeisterung.
Die Rahmenbedingungen passen, man kann arbeiten.
Allerdings merkt man an vielen Stellen, dass es an Konsequenz und Struktur fehlt:
Firmenwagen lassen qualitativ zu wünschen übrig, und wer auf neue Kleidung wartet, muss hoffen, dass die „Feldherrin“ der HR gerade gute Laune hat.
Mit etwas mehr Weitblick und weniger Bürokratie könnte man hier locker 4 oder 5 Sterne erreichen – Potenzial ist da, genutzt wird es nur halb.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hier zeigt das Unternehmen, dass Worte auch in Taten umgesetzt werden können.
Solar auf dem Dach, Schafe als „natürliche Rasenpfleger“, ein eigener Bienenstock und ein gepflegtes Biotop auf dem Firmengelände – das ist kein Greenwashing, das ist gelebte Verantwortung.
Auch die vollelektrische Fahrzeugflotte zeigt, dass Nachhaltigkeit mehr ist als ein Buzzword.
In diesem Punkt ganz klar: 5 von 5 Sternen – so geht’s richtig. ⚡️
Gehalt/Sozialleistungen
Monatelang wurde im stillen Kämmerlein das große Konzept „FairPay“ ausgearbeitet und von Transparenz gesprochen.
Das Ergebnis?
Nach wie vor deutlich unter Branchenschnitt – und von echter Transparenz keine Spur.
Im Außendienst weiß jeder, was der andere verdient, während andere Abteilungen weiter als Black Ops operieren: geheim, intransparent, unklar.
So geht weder „fair“ noch „pay“.
Ein bisschen weniger Marketing-Blabla und ein bisschen mehr Realitätssinn würden hier Wunder wirken.
Image
Nach außen präsentiert sich das Unternehmen als moderner, transparenter und sozial engagierter Arbeitgeber – und ja, das funktioniert auch.
Die Außenwirkung ist stark, das Marketing sitzt, und auf Messen oder LinkedIn sieht alles nach Glanz und Fortschritt aus.
Intern allerdings brodelt es an vielen Ecken und Kanten.
Zwischen motivierten Mitarbeitenden und realer Führungspraxis klafft oft ein tiefer Graben.
Weniger Show, mehr echtes Zuhören – dann würde das äußere Bild auch endlich zum Inneren passen.
Karriere/Weiterbildung
Karrierechancen und Weiterentwicklung sind – freundlich formuliert – sehr überschaubar.
Interne Entwicklungsmöglichkeiten existieren auf dem Papier, in der Praxis bleiben sie jedoch häufig ungenutzt oder werden ohne nachvollziehbare Begründung ausgebremst.
Wer wachsen möchte, stößt hier schnell an unsichtbare Grenzen.
Das Thema „Förderung“ scheint eher von Zufällen und persönlichen Sympathien als von einem echten Konzept abzuhängen.


